Schlagwort: Wildbienen

Landwirtschaft und Bienen

Landwirtschaft und Bienen: So entstehen ...

Doreen Riske führt in Mecklenburg-Vorpommern einen konventionell arbeitenden Landwirtschaftsbetrieb, in dem sich auch Bienen wohlfühlen. Landwirtschaft und Bienen – wie geht das zusammen? Holen Sie sich hier Anregungen, worüber Sie mit Ihrem benachbarten Landwirt reden könnten!

Beim Raps haben wir in diesem Frühjahr ganz auf Spritzung verzichtet“, sagt Doreen Riske. „Das traust du dich? Ich könnte nicht mehr schlafen!“, habe ein Kollege gesagt. Nun blickt die 48-jährige Landwirtin aus Mecklenburg-Vorpommern auf die Ölfrucht, die mit dicken Halmen auf dem Feld steht. „Hier sind ein paar Schoten abgefressen“, sagt sie und zupft an einer Pflanze, „Aber ich glaube, das wäre genauso, wenn wir gespritzt hätten.“

2.400 Hektar bewirtschaftet Riske gemeinsam mit zwei Kollegen. Die Flächen gehören zur Agrar GbR Groß Kiesow in der Nähe von Greifswald. Der Betrieb arbeitet konventionell, und dennoch ist er in vielerlei Hinsicht besonders. Landwirtschaft und Bienen schließen sich hier nicht aus. Geschäftsführerin Riske ist nicht nur Agraringenieurin, sondern auch Biologin, und sie blickt mit für eine Landwirtin ungewöhnlicher Empathie auf die Insektenwelt, die sich auf ihren Ackerflächen tummelt. Auf ihren Flächen forschen Studenten der Universitäten Greifswald und Ulm, gerade hat ein Wildbienenexperte dort eine Art entdeckt, die zuvor noch nie in Mecklenburg-Vorpommern gesichtet wurde. Konventionelle Landwirtschaft und solcher Artenreichtum – wie geht das zusammen?…

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Gilbweiderich
03. Dezember 2019

Die Wildbiene des Jahres 2020

Die Auen-Schenkelbiene ist die Wildbiene des Jahres 2020. Sie ernährt sich auf besondere Weise. Statt nur Pollen und Nektar sammelt sie auch Pflanzenöle.

In Deutschland leben rund 580 verschiedene Wildbienen, doch die meisten sind uns kaum bekannt und über die Hälfte von ihnen ist aktuell in ihrem Bestand bedroht. Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ möchte das ändern und wählt deshalb jedes Jahr eine Wildbienenart aus, um über sie zu informieren und damit insgesamt auf die vielfältige Welt der Wildbienen aufmerksam zu machen.

Die Auen-Schenkelbiene ist die Wildbiene des Jahres 2020.
Die Auen-Schenkelbiene ist die Wildbiene des Jahres 2020. Foto: Volker Mauss

Ölkuchen für die Wildbiene des Jahres 2020

2020 ist es die Auen-Schenkelbiene, die im Fokus der Berichterstattung um die Wildbiene des Jahres steht – und dabei auch ihre besondere Art sich zu ernähren. Denn die Auen-Schenkelbiene bereitet sich aus Pflanzenölen gemischt mit Pollen einen Ölkuchen zu und hat damit Nahrung zur Verfügung, die einen besonders hohen Energiegehalt hat. Als schnell verfügbare Energiequelle nimmt sie aber dennoch auch Nektar zu sich.

Sie bestäubt dabei sowohl ölspendende Pflanzen wie die hierzulande verbreiteten Gilbweiderich-Arten (Lysimachia) und auch Pflanzen, die in deren Nähe wachsen und Nektar bereitstellen. Gilbweiderich wächst meist nahe an Bachufern, aber auch als Zierpflanze in viele Gärten.

Wildbiene des Jahres 2020 baut gut isolierte Nester

Das Öl, das die Wildbienen des Jahres 2020 sammeln, hat noch einen zusätzlichen Zweck.…

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Wildblumenwiese

Deutschland summt! Info zum Projekt

Wenn Deutschland ordentlich summen soll, müssen Lebensräume für Wild- und Honigbienen erhalten und geschaffen werden. Um die vielbeschworene „Biologische Vielfalt“ der heimischen Blühpflanzen und Bienen aber überhaupt fördern zu können, müssen die Menschen Bienen zunächst einmal wertschätzen lernen! Dazu müssen sie auch deren unterschiedliche Bedürfnisse kennenlernen. Die Biologin Dr. Corinna Hölzer und der Geograph Cornelis Hemmer stellten für diesen Zweck im Frühjahr 2011 zusammen mit vielen Berliner Imkern Honigbienenvölker auf ausgewählten prominenten Dächern auf. Die Idee dahinter: eine neue Nähe zu den Honigbienen und zur Stadtnatur schaffen – und über die Stadtimker die Faszination „Biene“ auch auf die Wildbienen überspringen zu lassen.

deutschland summt

Die Einweihungsfeiern mit den Hausherren vom Berliner Dom, dem Abgeordnetenhaus, dem Haus der Kulturen der Welt und anderer prominenter Häuser Berlins lieferten damals ansprechende Bilder für die Medien. So gewann die Initiative „Berlin summt!“ viel Aufmerksamkeit in der breiten Öffentlichkeit, bei den Hausherren und ihren Mitarbeitern.

Immer mehr Städtepartner

„Deutschland summt! Wir tun was für Bienen“ erfreut sich einer stetig wachsenden Zahl an Städtepartnern. Mittlerweile sind es 35 Städte und vier Landkreise, die Teil der Initiative sind. Jung und Alt gewinnen die Bienen lieb und sorgen sich um die Bestäuber, die mit vielen Problemen zu kämpfen haben. Um die Bevölkerung zu motivieren, selbst aktiv zu werden, hat die Initiative einen bundesweiten Pflanzwettbewerb ausgerufen, bei dem Gruppen aller Art Flächen und Gärten insektenfreundlich gestalten und gemeinsam etwas bewirken.…

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Biene auf Blüte: die Schwester von Maja?
16. Oktober 2017

Naturfilmpreis für Biene Majas wilde Sch...

Der Dokumentationsfilm „Biene Majas wilde Schwestern“ zeigt die beeindruckende Vielfalt der Wildbienen, die hierzulande leben. Dafür wurde er mit dem Deutschen NaturfilmPreis 2017 ausgezeichnet. Der Film steht online zur Verfügung.

„Unaufdringlich weist „Biene Majas Wilde Schwestern“ auf die Abhängigkeiten zwischen Menschen und Wildbienen hin und inspiriert dazu diese Beziehung nicht nur für uns zu entdecken, sondern mit kleinen und großen Taten nachhaltig zu unterstützen“, heißt es in der Begründung der Jury des Deutschen NaturfilmPreises zur Auszeichnung des Dokumentarfilms als bester Film in der Kategorie „Mensch und Natur“.

Der Film wurde von Regisseur Jan Haft im Auftrag von BR, ARTE, WDR und ORF gedreht und zeigt Einblicke in die Welt der Wildbienen, die anders als Honigbienen nicht gemeinsam als großes Bienenvolk, sondern meist als Einzelgänger leben. Dass es hierzulande über 560 Wildbienenarten gibt, dass sie eine wichtige Rolle im Naturkreislauf und bei der Bestäubung der Pflanzen spielen und wie bunt und vielfältig die Welt der Wildbienen ist, ist vielen unbekannt. Der Film möchte das ändern und auch auf die bedrohte Lebenswelt der Wildbienen hinweisen.

„Biene Majas wilde Schwestern“ steht online in den Mediatheken der beteiligten TV-Sender bereits. So etwa beim BR.
http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/natur-exclusiv/biene-majas-wilde-schwestern-100.html

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Frühjahrsblüher für Bienen

Frühblüher für Bienen pflanzen und helfe...

Im zeitigen Frühjahr brauchen Bienen dringend Nektar und Pollen für sich und ihren Nachwuchs Honigbienen genauso wie Wildbienen. Wann ist der richtige Zeitpunkt um die Frühjahrsblüher zu pflanzen  zum Beispiel Weiden?

Schneeglöckchen, Winterling, Weide oder Kornelkirsche – Pflanzen und Bäume, die bereits sehr früh im Jahr Nektar und Pollen bieten, helfen den Bienen, gleich im Frühjahr viele starke Nachkommen aufzuziehen. Die „Initiative Deutschland summt“ gibt Tipps, wie man jetzt mit dem Pflanzen von heimischen Frühjahrsblühern und Blühgehölzen den Wildbienen etwas Gutes tut.

„Im Herbst schon an das Frühjahr denken“ lautet dabei das Motto. So sind viele Wildbienenarten auf einzelne Pflanzen spezialisiert und benötigen dessen Pollen. So etwa die Frühe Sandbiene (Andrena praecox), die als eine der ersten Wildbienenarten des Jahres unterwegs ist – bereits Ende Februar oder Anfang März. Sie benötigt den eiweißreichen Blütenpollen von Weidengewächsen.

Diese nutzen auch andere der artenreichen Wildbienengattung Andrena. Die Bezeichnung Sandbienen verweist darauf, dass alle diese Arten ihre Nester im Erdreich anlegen. Dies hängt damit zusammen, dass auch Weidenbäume feuchte Sand- und Sandlehmböden als Wuchsstandort bevorzugen und Wildbienen ihre Nester meist in unmittelbarer Nähe ergiebiger Nahrungsquellen anlegen.

Wildbienen: Mangelernährung hat Folgen

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10. März 2016

Bienensterben: Wildbienen besonders bedr...

Die Gärten in Deutschland sind zu aufgeräumt, die Flächen auf dem Land werden zu intensiv genutzt. Wildbienen finden immer weniger Nistmöglichkeiten und Nahrung. Viele Arten gelten als gefährdet. Die Bundesregierung musste nun Rede und Antwort stehen, was sie dagegen unternehmen möchte.

Vier Fünftel der Nutz- und Wildpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Die Artenvielfalt und viele landwirtschaftlichen Erträge hängen davon ab, was Käfer, Fliegen, Schmetterlinge, Wild- und Honigbienen leisten.

31 Arten vom Aussterben bedroht

Auf etwa 560 verschiedene Arten wird die Zahl an Wildbienen geschätzt, die in Deutschland heimisch sind bzw. ursprünglich heimisch waren. Doch gerade diese Gruppe der bestäubenden Insekten ist besonders stark bedroht. 39 Arten davon gelten als ausgestorben oder verschollen. 31 Arten sind nach der aktuell geltenden Roten Liste vom Aussterben bedroht. Viele weitere sind stark gefährdet, so dass insgesamt 40,9 Prozent der Wildbienen zu den bestandsgefährdeten Arten zählen.

Die Zahlen gehen aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage von Abgeordneten der Grünen hervor. Diese wollten unter anderem wissen, wie die Bundesregierung die aktuelle Situation der Wildbienen in Deutschland und deren Entwicklung seit den 1980er Jahren einschätzt und was sie zu deren Verbesserung unternimmt.

Zu wenig Nahrung und Nistplätze

Die dargestellte Lage zeigt sich dramatisch.…

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