Editorial

Landwirtschaft im Umbruch

Der Krieg macht auch vor der Imkerei keinen halt: Ukrainische Imkerinnen und Imker müssen ihre Völker zurücklassen oder verlieren ihre Trachten durch unbestellte Felder. Neben Russland ist die Ukraine nicht nur das weltweit wichtigste Anbauland für Sonnenblumen, das Land ist zudem einer der größten Honigproduzenten der Welt.

So warnte der deutsche Honigverband kürzlich davor, dass ein ausbleibender Honigexport der Ukraine die Preise auf dem Weltmarkt steigen lassen wird. Um die Menschen hinter der Statistik sichtbar werden zu lassen, hat meine Kollegin Magdalena Arnold für diese Ausgabe die Lage der Imkerinnen und Imker in der Ukraine recherchiert.

Nicht nur Honig im Supermarkt wird teurer, auch im Imkereibedarfshandel klettern die Preise; besonders bei Bienenfutter sind die Sprünge kräftig. Bedrohlich wird die Knappheit an Futter- und Lebensmitteln aber vor allem für Menschen im globalen Süden, die sich steigende Kosten für Lebensmittel nicht leisten können. Schon wird gefordert, dass ökologische Vorrangflächen umgebrochen und für die Lebensmittelproduktion verwendet werden sollen. Diese Absichten kann man nur als grotesk bezeichnen, wenn man bedenkt, dass der Großteil unserer Anbauflächen nicht für Lebensmittel, sondern für das Futter von Nutztieren gebraucht wird.

Bei sogenannten Energiepflanzen ist die Lage komplexer. Auch sie begrenzen die Anbaufläche für Lebensmittel, machen aber zugleich unabhängiger von rohstoffreichen Autokratien. Als wichtige Energiepflanze könnte daher in Zukunft Raps eine noch größere Rolle spielen: eine auch für die Imkerei hierzulande zentrale Frühtracht, der Chefredakteurin Silke Beckedorf in dieser Ausgabe ein ausführliches Porträt gewidmet hat. Die neue Zuchtbeilage hat schon vor Erscheinen des Hefts viel positive Resonanz bei den Züchterinnen und Züchtern hervorgerufen. Zuerst ist diese aber ein Service für die Imkerschaft, um von guten Völkern nachzuziehen.

Ihr Malte Frerick
Redakteur

Malte Frerick, Redakteur
Redakteur Malte Frerick.

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TOP-THEMEN im Mai-Heft

1. Imkerei und Landwirtschaft

Noch immer bildet Raps die wichtigste Frühtracht. In fast jedem in Deutschland gewonnenen Frühlingshonig ist Raps enthalten – das macht den Dialog mit Landwirten besonders wichtig. Wie Imker und Landwirte gut zusammenarbeiten, zeigen die neue Ausgabe und ein Gemeinschaftsprojekt des Deutschen Bienen-Journals mit dem Deutschen Imkerbund.

2. Krieg in der Ukraine

In dem Land, das den meisten Honig in die EU exportiert, herrscht Krieg. Wie ist die Situation der Imkerinnen und Imker vor Ort? Wir haben nachgefragt.

3. Zuchtbeilage

Kontakte zu anerkannten Züchterinnen und Züchtern, Ratschläge zur Beschickung von Belegstellen, Tipps zum Umgang mit Zuchtstoff und Infos zu Umlarvveranstaltungen in Ihrer Region. Das bietet die neue Zuchtbeilage als Service für Imker, um von guten Völkern nachzuziehen.

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