Editorial

Sicherheit geht vor

Ameisensäure abfüllen, ohne vorher die säurefesten Handschuhe überzustreifen? Niemals! Aber was ist, wenn die Verdunster auf dem Volk stehen, man eben einen Handgriff am Bienenvolk darunter zu tun hat – und die Handschuhe warm und trocken im weit entfernten Lagerraum liegen? Also greift man zu, und während man die Säureflasche in der Hand hält (wenn man den Verdunster schon abnimmt, kann man ja auch gleich schauen, wie der Pegelstand ist), ruft der Nachbar über den Zaun, und man dreht sich mit dem Säurebehälter in der Hand kurz zur Seite … Stopp.

Mehr noch als sonst im Leben gilt bei bestimmten Tätigkeiten in der Imkerei: In der Ruhe liegt die Kraft. Weil ich von mir weiß, dass ich manchmal zu solchen zugegeben kopflosen Aktionen neige, habe ich mir einen Trick angewöhnt: Ich erledige die Arbeit an den Bienen jetzt immer in zwei Etappen. Einmal die Vorbereitung, also das Zusammensuchen des Materials, das genaue Überlegen, was ich brauchen werde, und das Verbringen all dieser Dinge an den Bienenstand. Die eigentliche Arbeit an den Völkern folgt erst danach, meist nach einer Pause, in der ich mich anderen Dingen widme. Häufig brauche ich für den ersten Teil der Aufgabe genauso lange wie für den zweiten. Für mich hat sich dieses Vorgehen bewährt, aber jeder kennt sich selbst am besten. Vielleicht haben Sie andere Tipps parat, wie man aus Unachtsamkeit entstehende Gefahren vermeiden kann?

Auf dem Titelbild der neuen Ausgabe sehen Sie vier dieser „Eben mal gemacht“– Fehler, und für alle, die gerne am Computer spielen, hier ein kleiner Hinweis: Sichere Schuhe spielen in der Imkerei auch eine Rolle, ebenso die richtige Haltung beim Heben und der Schutz der Bronchien. Wir wünschen Ihnen viele gute Anregungen beim Lesen – und sei es, dass Sie die verstaubte Police Ihrer Unfallversicherung wieder einmal aus dem Regal holen.

Ihre Silke Beckedorf
Chefredakteurin

Chefredakteurin Silke Beckendorf
Die Chefredakteurin des deutschen Bienenjournals Silke Beckendorf. Foto: Sabine Rübensaat

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1. Schwerpunkt Imkergesundheit

Imkern hält jung, das steht außer Frage. Dennoch gibt es einige typische Krankheiten, die nicht nur die Profis treffen, sondern an denen auch Freizeitimker überproportional häufig leiden. In diesem Schwerpunkt geben wir Tipps, wie Sie noch lange Freude an Ihren Bienen haben können.

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2. Honig cremig rühren

Fast jeder deutsche Honig kristallisiert nach einiger Zeit ganz von allein und wird ohne Bearbeitung zum Teil sehr hart oder grobkörnig in der Konsistenz. Bei Kunden kommt das meist nicht gut an. Unsere neuen Einsteigertipps zeigen, wie man Honig cremig rührt.

3. Wespenfest in Japan

Seit Generationen werden in Japan Wespen gejagt, aufgezogen und gegessen. Doch diese traditionelle Delikatesse könnte bald vom Speiseplan verschwinden – und damit auch ein kulturelles Erbe. Eine Reportage über die Wespenjagd und das Wespenfest in Japan.

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