Editorial

Wer fühlt sich gemeint?

In dieser Ausgabe nehmen wir die Diskussion um gendergerechte Sprache noch einmal auf. Unserem Aufruf, uns Ihre Meinung mitzuteilen, sind viele von Ihnen gefolgt. Vielen Dank dafür! Wie es erwartbar war, gehen die Meinungen auseinander. Das trifft auch auf die Redaktion zu: Wenn wir intern über das Thema reden, werden alle Meinungen vertreten – vom Kollegen, dem eine geschlechtergerechte Sprache sehr wichtig ist, bis zur Kollegin, die für eine Klarstellung im Editorial plädiert, dass mit „Imkern“ auch „Imkerinnen“ gemeint sind.

Wenn Sie diesen Absatz noch einmal bewusst lesen, wird Ihnen vielleicht auffallen, dass eine einfache Klarstellung vorab vielleicht doch nicht für alles ausreicht: Beim erstgenannten Kollegen werden Sie vermutlich nicht das Bild einer Journalistin im Kopf gehabt und bei der anschließend erwähnten Kollegin nicht an einen Mann gedacht haben. Die Forderung vieler Frauen danach, auch in der Sprache die wichtige Rolle zu spielen, die sie in der Gesellschaft einnehmen, kann man daher bewerten, wie man möchte – einfach abtun sollte man sie nicht.

Ganz gleich über welche gesellschaftliche Gruppe man redet, ob es um Rassismus geht oder Feminismus, es ist eine schöne Entwicklung, dass auf die Betroffenen gehört und nicht mehrheitlich verordnet wird, wen etwas zu stören hat und wen nicht. Das gilt ebenso für die Imkerei – denn Frauen spielen auch in der Bienenhaltung eine immer größere, bedeutsame und oft innovative Rolle.

Wir haben für uns beschlossen, dass wir das Thema weiter angehen, aber behutsam. Wir werden den Lesefluss nicht durch gewöhnungsbedürftige Sprachkonstruktionen stören. Es dabei immer allen recht zu machen, wird uns vermutlich nicht gelingen, wir setzen daher auf Ihre Toleranz.

Letztendlich geht es uns allen um Tiere, bei denen der weibliche Anteil die eindeutig größte Rolle spielt: unsere Honigbienen.

Ihre Silke Beckedorf
Chefredakteurin

Chefredakteurin Silke Beckendorf
Die Chefredakteurin des deutschen Bienenjournals Silke Beckedorf. Foto: Sabine Rübensaat

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TOP-THEMEN im Februar-Heft

1. Berufsimkerei Leuschner

Sascha Leuschner und sein Sohn Markus haben ihr Hobby zum Beruf gemacht. Im Süden Brandenburgs sind sie mit ihrem Honig als regionalem Produkt so erfolgreich, dass ihre Imkerei rasant gewachsen ist.

2. Alpenhonige

Der österreichische Imker Johannes Gruber hat zusammen mit dem Autor Dominik Flammer und dem Fotografen Sylvan Müller ein Buch über die Vielfalt der alpinen Honige verfasst. Darin plädiert er dafür, neben Sortenhonigen auch Vielblütenhonige als Besonderheit zu vermarkten. Ein Bericht über die Sortenhonige der Alpen.

3. Drohnenbrut als Lebensmittel

Drohnenbrut ist eine reichhaltige Proteinquelle und somit zu schade für den Müll. Magdalena Ulmer berichtet über ihre Untersuchungen dazu, wie sich die Brut am besten gewinnen und zu einem wertvollen Lebensmittel verarbeiten lässt.

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