Phänologischer Kalender

26. August 2021

Der phänologische Kalender basiert im Gegensatz zum astronomischen Kalender auf einer Einteilung des Jahres in 10 Jahreszeiten. Diese basieren auf dem Eintreten von Naturphänomenen in der Pflanzenwelt, wie bspw. dem Blütenbeginn oder dem Laubfall bestimmter „Zeigerpflanzen“. Auf Grund dieser Phänomene wird das Jahr in 10 Jahreszeiten eingeteilt. Jede Jahreszeit beginnt nicht zu einem festen Tag im Jahr sondern bei Beginn der neuen Entwicklung einer Zeigerpflanze. Somit gibt es Unterscheide in Beginn und Dauer der Jahreszeit abhängig von Region zu Region und von Jahr zu Jahr.

Informationen zur aktuellen Jahreszeit und zu statistischen Informationen bezüglich des phänologischen Kalenders werden übrigens vom Deutschen Wetterdienst zur Verfügung gestellt.

Relevanz für den Imker

In welchem Stadium sich die Pflanzen befinden, gibt mehr Aufschluss darüber was die Bienen gerade tun und wie sich der Monat des der Bienen und des Imkers entwickelt, als die astronomische Jahreszeit. Somit kann man als Imker sehr viel genauer und als aktiver auf die Entwicklungen in der Pflanzenwelt reagieren, als in einer Planung die nicht auf die spezifischen Entwicklung der Zeigerpflanzen und somit dem phänologischen Kalender basiert.

Die 10 phänologischen Jahreszeiten und ihre Zeigerpflanzen

  • Vorfrühling: Beginn mit Blüte von Hasel, Märzenbecher und Schneeglöckchen, Ende mit Blüte der Salweide.
  • Erstfrühling: Beginn mit Blüte der Forsythie sowie von Beerensträuchern wie der Stachelbeere und Obstbäumen wie Kirsche, Pflaume und Birne, von Schlehe und Ahorn; Laubentfaltung von Birke und Buche.
  • Vollfrühling: Blüte von Apfel, Flieder und Rosskastanie; Laubentfaltung von Eiche und Hainbuche.
  • Frühsommer: Blüte von Holunder, Roggen, Robinie sowie Blütehöhepunkt der Wiesen und Getreidefelder; am Ende des Frühsommers erste Heumahd.
  • Hochsommer: Lindenblüte und Reife von Johannisbeere und Winterroggen.
  • Spätsommer: Heideblüte, Reife früher Obstsorten und der Eberesche, Getreideernte und zweite Heumahd.
  • Frühherbst: Herbstzeitlosenblüte, Reife von Holunder und Rosskastanie, Höhepunkt der Obsternte.
  • Vollherbst: Kartoffelernte und allgemeine Laubverfärbung.
  • Spätherbst: Zeit des allgemeinen Laubfalls und Abschluss der Vegetationszeit.
  • Winter: Periode zwischen Ende der Vegetationszeit und Haselblüte. Winterbeginn mit dem Auflaufen des Winterweizens.

Die Bienenuhr

Bienenuhr

Beispiel einer „Bienenuhr“ in Bezug zu den phänologischen Jahreszeiten (Copyright: Deutscher Wetterdienst)

Auf Grund der Beobachtung der Bienen und der Pflanzen in Bezug auf die Einteilung des phänologischen Kalenders, ist es ausserdem möglich eine „Bienenuhr“ zu entwicklen, die die Entwicklungsstadien des Bienenvolkes in Abhängigkeit zu den Entwicklungen der Zeigerpflanzen über das Jahr beschreibt. Die Beobachtung der Zeigerpflanzen auch über die Jahre hinweg in seiner Region ermöglicht dem Imker recht gut und aktiv mit den Veränderungen in der Natur vorauszuplanen.