Der heiße Sommer hat Folgen für die Bienen: Zwar ist die Belastung mit Varroamilben bislang niedrig, aber dafür sind die meisten Pollenquellen schon versiegt und die Bienenvölker brüten nicht mehr. Das ist jetzt zu tun.

Der Sommer 2018 war lang und heiß. Viele Pflanzen blühten schon früh im Jahr und haben nun keinen Nektar und Pollen mehr. Mancherorts ließ die Hitze sie auch schlichtweg vertrocknen, so dass sie nur sehr kurz blühten. Jetzt im September kommt es deshalb dazu, dass einige Bienenvölker schon aufgehört haben zu brüten. Für die Versorgung der Winterbienen bräuchten sie eigentlich einen ausreichenden Vorrat an Pollen, doch dieser ist 2018 knapp. Das LAVES Institut für Bienenkunde rät jedoch davon ab, nun auf das Zufüttern von Pollenersatzfutter zurückzugreifen. Dieses ist aus Sicht der Bienenforscher komplett wirkungslos.

Bienen im Sommer – Völker sind schon brutfrei

Stattdessen gilt es nun, die Stärke der einzelnen Völker gut im Auge zu haben und eventuell schwache Bienenvölker vor dem Beginn des Winters noch zu vereinen bzw. aufeinandersetzen, um die Überwinterungschance zu erhöhen. In diesem Jahr müsse man sich die Völker “noch kritischer als sonst” anschauen, schreibt das Institut in seinem aktuellen Infobrief.

Dasselbe gilt auch für die Varroabelastung. Zwar liegt bei den meisten Bienenvölkern der natürliche Milbenfall in diesem Jahr auffällig niedrig, aber es gibt auch einzelne “Ausreißer” und so sollte man den natürlichen Totenfall der Varroamilben beobachten und gegebenenfalls gegensteuern, wenn die Belastung doch bis zum Jahresende ansteigt. Die frühe Brutfreiheit gibt nun jedoch die Chance statt einer Ameisensäure-Behandlung durchzuführen, Oxalsäure zu nutzen und diese auf die Bienen zu träufeln oder zu sprühen.