Bienengiftallergie

25. September 2020

Bei den meisten Menschen schwillt ein Bienenstich nur örtlich (lokal) an und juckt. Je nach Ort ist dies mehr oder weniger unangenehm. Allerdings gibt es auch Fälle, bei denen die Reaktion weit aus intensiver ist und auch weitere Symptome beinhaltet. Dann spricht man von einer Bienengiftallergie. Diese wird wiederum unterteilt in die lokale Überreaktion und die systemische Reaktion.

 

Bienenstich mit normaler Schwellung

Bienengiftallergie: Die lokale Überreaktion

Bei der lokalen Überreaktion schwillt der Bereich um den Stich herum weit aus stärker an als im Normalfall. Dies wäre eine Dicke von bis zu zwei Zentimeter und ein Durchmesser von mehreren Zentimetern. Von der lokalen Überreaktion spricht man bei mehr als zehn Zentimeter Durchmesser über mehr als 24 Stunden. Die lokale Überreaktion ist immer mit dem Stich verknüpft. Breitet sich also von dort aus aus.

 

Bienengiftallergie: Die systemische Reaktion

Bei der systemischen Reaktion kommt es zu Reaktionen, die nicht nur im Umfeld des Stiches stattfinden. Sie beginnen verzögert nach dem Stich. Diese Reaktionen werden in vier Stufen unterteilt.

  • 1. Stufe: Starker Juckreiz, Nesselsucht, Quaddeln an der Haut, Unwohlsein und Unruhe
  • 2. Stufe: Gefäßschwellungen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Unterbauchschmerzen, Schwindelgefühl und Engegefühl im Brustkorb
  • 3. Stufe: Luftnot, keuchende Atmung, Schluckbeschwerden, Heiserkeit, Verwirrtheit und dem Gefühl der Vernichtung und des Verlorenseins
  • 4. Stufe: Blutdruckabfall, Zusammenbruch, Verlust des Bewusstseins und Inkontinenz

Bei der vierten Stufe handelt es sich um den anaphylaktischen Schock!

 

Wann kommt es zur Bienengiftallergie und was kann man dagegen tun?

Laut einer Studie von Prof. Karsten Münstedt aus dem Universitätsklinikum Gießen (siehe DBJ 08/2009 S. 18 f) kommt es in den meisten Fällen nach ca. 15 Bienenstichen oder im zweiten Jahr der Imkerei zu einer Bienengiftallergie. Nach der Desensibilisierung traten bei fast 80 Prozent der Imker keine allergischen Reaktionen mehr auf. Die Studie wertete Daten von 43 Imkern aus.

Mit einem Notfallset kann man die Symptome verringern. Es gibt sowohl Notfall-Pens (stiftartige Spritzen) als auch eine Kombination aus Flüssigkeiten und Sprays. Sie enthalten ein Antihistaminikum (Gegenspieler des Hormons „Histamin“), Kortison (zum Abschwächen der Schwellung) und Adrenalin (zum Stabilisieren des Kreislaufs). Die Notfallsets sind rezeptpflichtig und werden nur den Betroffenen sowie gegebenenfalls Betreuungspersonen etwa für Kinder verschrieben.

Eine Hyposensibilisierung (die Gewöhnung an das Bienengift) hat laut Prof. Dr. med. Franziska Ruëff von der Ludwig-Maximilians-Universität (siehe DBJ 07/2016 S. 57) eine gute bis sehr gute Wirkung. Sie kann von einem Arzt durchgeführt werden und erlaubt es einem Imker möglicherweise seine Tätigkeit fortzusetzen. Dabei werden regelmäßig Bienengiftallergene in den Oberarm des Patienten gespritzt.

Da mehrere Bestandteile des Bienengifts auch in dem Gift von Hummeln und Wespen vorkommen, kann es zu Kreuzallergien kommen. Das bedeutet, dass man auch auf das Gift dieser Tierarten allergisch reagiert.

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