Bienenstachel

01. Juli 2021

Mit dem Bienenstachel verteidigen sich Honigbienen gegen potenzielle Angreifer und das, was sie als Angriff empfinden. Während des Stechvorgangs pumpen sie das Bienengift in das angreifende Lebewesen. Nicht alle Honigbienenarten verfügen über einen Stachel. Seinen Ursprung hat der Bienenstachel als Legestachel. Auf verschiedenen Erdteilen gibt es zudem stachellose Bienenarten.

Bienenstachel

Der Stechapparat mit Bienenstachel und Giftblase. Foto: Markus Grünke

Herkunft des Bienenstachels

Die Vorfahren der Honigbienen lebten nicht in Völkern und hatten somit keine Königin. Wie bei den Wildbienen war es für sie notwendig selber Eier zu legen, um sich zu vermehren. Dazu hatten sie einen Legestachel. Im Laufe der Evolution entwickelte sich dieser Legestachel bei den Arbeiterinnen in späteren Honigbienenvölkern zu einem Bienenstachel mit Giftblase. Neben den Arbeiterinnen in einem Bienenvolk kann auch die Königin stechen. Sie nutzt ihren Bienenstachel allerdings nur zum Töten anderer Königinnen im Bienenvolk. Drohnen können nicht stechen. Sie besitzen anstelle eines Stachels männliche Geschlechtsorgane.

Funktion des Bienenstachels

Der Stachelapparat sitzt im Abdomen der Biene und ist kompliziert aufgebaut. Als Abdomen bezeichnen Biologen den Hinterleib. Neben der alkalischen und der sauren Giftdrüse sitzt dort die Giftblase. Diese bevorratet das Bienengift. In einer Scheide im Hinterleib befinden sich zwei Lanzetten mit Widerhaken. Sticht die Biene bewegen sich die Lanzetten nacheinander hoch- und runter. Muskeln treiben sie an. Durch die Bewegung schiebt sich der Stachel immer weiter in das gestochene Lebewesen hinein. Die Biene pumpt dabei ihr Gift durch den Stachel. Zudem setzt sie Pheromone frei, die die anderen Bienen zum Angriff auffordern und den Angreifer markieren.

Wenn die Biene andere Insekten sticht, kann sie ihren Stachel wieder herausziehen. Bei Wirbeltieren verhindert dies die elastische Haut in Kombination mit den Widerha

Bienenstachel

Der Bienenstachel in einer Nahaufnahme. Foto: Markus Grünke

ken am Stachel. Dadurch bleibt der Stachel mitsamt Giftblase, Muskel und Nervenknoten stecken. Meist injiziert die Biene dabei die gesamte Menge an Gift. Aufgrund des herausgerissenen Stachelapparats stirbt sie anschließend.

Gibt es wirklich stachellose Bienen?

Neben den Honigbienen (Apis mellifera) gibt es auch stachellose Bienen (Meliponinen). Sie kommen in tropischen Regionen vor und können nicht stechen. Teilweise kann man Honig von ihnen ernten. Allerdings handelt es sich dabei nur um sehr geringe Mengen pro Volk. Zur Verteidigung können einige beißen oder ätzende Chemikalien versprühen. Außerdem können sie ihre Feinde mit Baumharz verkleben.

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