Blätterstock

03. März 2021

Die heute üblicherweise verwendete Magazinbeute ist bei weitem nicht die einzige Art einer Bienenwohnung. So gibt es auch die Hinterbehandlungsbeute. Allerdings wird sie in Deutschland kaum noch verwendet und ist weiter rückläufig. Dennoch gibt es Hinterbehandlungsbeuten auch heute noch im Fachhandel zu kaufen. Eine andere Bezeichnung für die Hinterbehandlungsbeute ist der „Blätterstock“.

Blätterstock: Verwendung

Blätterstock (Hinterbehandlungsbeute), Foto: Sabine Rübensaat

Der Blätterstock wird von hinten geöffnet. Anschließend lassen sich die Rähmchen entfernen. Die gläufigere Bezeichnung ist die „Hinterbehandlungsbeute“. Foto: Sabine Rübensaat

Der Blätterstock verwendet ebenfalls die Rähmchen, in denen die Waben sitzen. Im Gegensatz zur Magazinbeute öffnet man diese allerdings nicht von oben, sondern von hinten. Zur Kontrolle einer Wabe müssen alle davor liegenden Waben herausgezogen und zur Seite gestellt werden. Dies ist mit einem höheren Arbeitsaufwand und mehr Stress für die Bienen verbunden. Teilweise gibt es auch Hinterbehandlungsbeuten mit Schienen auf denen man die Rähmchen herausziehen kann.

Der Platz in der Hinterbehandlunsbeute ist begrenzt, da man sie nicht erweitern kann. Somit kann man die Beuten den Tracht- und Volksverhältnissen nicht anpassen.

Blätterstock: Vor- und Nachteile

Die Nachteile liegen in dem schwierigeren Durchsehen des Volkes und dem begrenzten Platzangebot. Aus dem Platzmangel wiederum kann eine erhöhte Schwarmlust resultieren. Vorteilhaft ist, dass man nicht schwer heben muss. Die Beuten kann man zudem in einem Bienenwagen integrieren.

Entstehung

Ungefähr um 1850 herum entstanden die heutigen mobilen Rähmchen. In Mitteleuropa entwickelten sich die Blätterstöcke. Auf anderen Erdteilen hingegen die Magazinbeuten. In den 1960er Jahren wurde die Magazinimkerei in Deutschland beliebter und hat die Hinterbehandlung bis heute fast komplett verdrängt.

Nutzung der Beute: Statistik

Das Deutsche Bienenjournal hat 2013 und 2017 Umfragen unter seinen Lesenden zu verwendeten Beuten, Rähmchen und Bienenrassen durchgeführt. Es hat sich herausgestellt, dass 2013 21 Prozent der Teilnehmenden den Blätterstock nutzten. 2017 waren es nur noch 13 Prozent. Die Hinterbehandlung praktizieren überwiegend ältere Imker in Ostdeutschland.

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