Asiatische Hornisse: Monitoring in Metropolregion Hamburg

05. Mai 2021

Um die Ausbreitung der asiatischen Hornisse in Hamburg und Umgebung weiter unter Kontrolle zu halten, werden Imkerinnen und Imker gesucht, die am AHhlert-Monitoring teilnehmen.

Die asiatische Hornisse lokalisieren, erkennen, registrieren und terminieren: Das ist das Ziel des Monitoring-Programms AHlert, das in der Metropolregion Hamburg und mit Hilfe der dort ansässigen Imkerinnen und Imkern durchgeführt werden soll. Das Monitoring soll einen Überblick über die derzeitige Ausbreitung der asiatischen Hornisse im Norden liefern und die frühzeitige Bekämpfung möglich machen.

Ausgabe 08/2021

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„Imkerinnen und Imkern kommt bei der rechtzeitigen Lokalisation von Nestern eine entscheidende Rolle zu, da sie das Auftauchen von jagenden Arbeiterinnen der asiatischen Hornisse womöglich an ihren Bienenständen beobachten“, heißt es in dem aktuellen Infobrief des LAVES Instituts für Bienenkunde in Celle. Zusammen mit weiteren Behörden ruft das Institut deshalb zur Teilnahme am Monitoring auf.

Asiatische Hornisse: Monitoring an ausgewählten Tagen

Dieses soll an ausgewählten Tagen in einem Zeitfenster von je zwei Wochen stattfinden. Vorgesehen sind aktuell die Wochen vom 24.5. bis 6.6.2021, vom 26.7. bis 8.8.2021 sowie vom 20.9. bis 3.10.2021. An den vereinbarten Tagen sollen Imkerinnen und Imker für mindestens eine Stunde ihre Bienenstände beobachten. Die vorab angebotene Onlineschulung als auch das bereitgestellte Infomaterial können helfen, die Hornisse einzuordnen. Eingehende Meldungen würden aber anschließend auch noch einmal fachlich geprüft werden.

Imkerinnen und Imker aus Metropolregion Hamburg gesucht

Zunächst sind Imkerinnen und Imker aus der Metropolregion Hamburg gesucht, die sich am Monitoring beteiligen. Dazu gehören Imkernde aus der Stadt Hamburg sowie aus folgenden Landkreisen:

  • in Niedersachsen: Landkreise Cuxhaven, Harburg, Lüchow-Dannenberg, Lüneburg, Soltau, Stade, Uelzen und Rotenburg Wümme
  • in Schleswig-Holstein: Landkreise Herzogtum Lauenburg, Pinneberg, Segeberg und Stormarn.

Um am Monitoring teilzunehmen, ist eine Registrierung auf www.neobiota-hamburg.de notwendig. Am 11. Mai, 18 bis 19.30 Uhr folgt die erste Onlineveranstaltung mit Kurzvorträgen zum Thema. Anmeldungen hierfür gehen an invasive-arten@bukea.hamburg.de (Betreff: Vortrag AHlert-Nord) unter Angabe des Namens. Die Projektgruppe weist daraufhin, dass die Anmeldung ausschließlich für Imkerinnen und Imker der Metropolregion Hamburg zulässig ist.

Hintergrund zum Monitoring: Die asiatische Hornisse in Hamburg

In Hamburg tauchte die gebietsfremde Vespa velutina erstmals 2019 auf – weitere Funde folgten im Jahr 2020 (wir berichteten im dbj 4/2020, S. 6 ausführlich darüber). Es ist davon auszugehen, dass einige Jungköniginnen den Winter überstanden haben und aktuell mit dem Aufbau ihrer Nester beschäftigt sind. Möglicherweise sind auch die Arbeiterinnen der asiatischen Hornisse bereits auf Beutejagd.  

Asiatische Hornisse - Monitoring. Foto: Dr. Otto Boecking/LAVES Institut Niedersachsen
Die asiatische Hornisse (Vespa velutina). Grafik: Dr. Otto Boecking/LAVES Institut für Bienenkunde Celle

Asiatische Hornisse: Verbreitung und Gefahr

Momentan gilt in Deutschland die Früherkennung, das heißt: Noch ist die asiatische Hornisse hier nicht weit verbreitet, doch muss jeder Fund gemeldet und die Ausdehnung frühzeitig gebremst werden. Das regelt die Verordnung (EU) 1143/2014. Sie begründet die Maßnahmen unter anderem damit, dass invasive Arten ernsthafte Folgen für die Biodiversität mit sich bringen können.

Welche Bedrohung die asiatische Hornisse für Bienenvölker und andere heimische Insekten darstellt, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Arbeiterinnen von Vespa velutina fressen zwar Honigbienen – aber dasselbe erleben wir auch bei der hier heimischen Hornisse Vespa crabro. Die asiatische Hornisse ist zudem nicht nur auf Honigbienen spezialisiert, sondern hat ein weites Beutespektrum (s. dbj 4/2021, S. 19). Momentan wird die Gefahr für Insekten in Mitteleuropa deshalb als gering eingestuft. Das Monitoring ist dennoch unabdinglich, um einen Überblick über die Verbreitung der invasiven Hornisse zu erhalten.

arn

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