Metallische Keulhornbiene: Wildbiene des Monats Juli 2024

05. Juli 2024

Die Wildbiene des Monats Juli 2024 mag es, wenn Gartenbesitzer trockene Pflanzenstängel nicht sofort entfernen und wild Ecken statt aufgeräumter Rasenflächen schaffen. Die Metallische Keulhornbiene braucht die Pflanzenstängel zum Nisten. So kann sie jeder unterstützen.

Die Metallische Keulhornbiene (Ceratina chalybea) ist so klein, dass sie Platz auf einem Centstück hätte. Sie hat eine weiße Gesichtsfärbung auf dem Kopfschild und ist ansonsten sehr dunkel und eher unscheinbar. Zwar ist sie zwischen April und September unterwegs, aber zu finden ist sie mittlerweile nur noch in einzelnen Bundesländern und nicht mehr überall in Deutschland. Die Verbreitungskarte zeigt, dass wir die Metallische Keulhornbiene derzeit nur noch in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz beobachten können. Außerdem gab es 2022 einen Erstnachweis im Saarland.

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DBJ Ausgabe 7/2024

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So lebt die Metallische Keulhornbiene

In den genannten Bundesländern findet sie dort Lebensraum, wo es warm ist: Das ist vor allem an trockenwarmen Standorten wie in verlassenen Weinbergen, an Trockenhängen und Straßendämmen sowie an sonnigen Waldrändern und Ruderalstellen, wo die Vegetation sich selbst überlassen ist. Denn die Metallische Keulhornbiene braucht wilde Ecken, wo nicht gemäht und umgegraben wird. Sie legt ihre Eier in markhaltige, verholzte abgebrochene Pflanzenstängel. Beliebte oberirdische Nistplätze seien die Ranken von Brombeeren sowie Stängel von Disteln, Königskerzen und Strauchpappeln, erklärt die Initiative „Deutschland summt!“, die gemeinsam mit der dahinterstehende Stiftung für Mensch und Umwelt jeden Monat eine besondere Wildbiene als „Wildbiene des Monats“ vorstellt.

Metallische Keulhornbiene  Verbreitungskarte
So verbreitet ist die Metallische Keulhornbiene noch in Deutschland. Karte: Stiftung für Mensch und Umwelt, Dominik Jentzsch

Besonders macht die Metallische Keulhornbiene, dass sie als eine der wenigen Wildbienen überwintert. Das machen sie als unverpaarte Erwachsene in den hohlen Pflanzenstängeln. Erst im folgenden Frühjahr beginnen sie auszufliegen und sich zu paaren.

Wer der Wildbiene des Monats Juli 2024 helfen möchte, sollte es mit dem aufgeräumten Gärtnern nicht zu ernst nehmen und öfter mal abgeblühte Pflanzenstängel stehen lassen und wilde Ecken anlegen bzw. entstehen lassen. Auch das Anpflanzen von nektar- und pollenreichen Wildpflanzen unterstützt Wildbienen. Es bereichert die biologische Vielfalt vor unserer Haustür insgesamt. Die Metallische Keulhornbiene bevorzugt dabei Berg-Sandglöckchen, Kornblumen, Flockenblumen, die Wegwarte, die Kartäuser-Nelke und der Natternkopf als Nahrungspflanzen. Weitere Tipps, wie man Wildbienen & Co helfen kann, gibt es unter wir-tun-was-fuer-bienen.de und deutschland-summt.de.

Fakten zur Metallischen Keulhornbiene

„Deutschland summt!“ hat noch einige Details zur Wildbiene des Monats Juli 2024 zusammengestellt:

  • Name: Metallische Keulhornbiene (Ceratina chalybea, CHEVRIER, 1872)
  • Flugzeit: April-September
  • Lebensraum: trockenwarme Standorte; verlassene Weinberge / Trockenhänge / sonnige Waldränder / Ruderalstellen
  • Nahrung: unspezialisiert (polylektisch)
  • Nistweise: nistet oberirdisch
  • Kuckucksbienen: unbekannt, jedoch parasitiert von der Schmalbauchwespe (Gasteruption pyrenaicum) und der Erzwespe (Monodontomerus obsoletus)
  • Gefährdung: gilt in Deutschland als gefährdet, Vorkommen lediglich in Süd- und Südwestdeutschland

jtw

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