Die Wildbiene des Jahres 2020

03. Dezember 2019 134 views

Die Auen-Schenkelbiene ist die Wildbiene des Jahres 2020. Sie ernährt sich auf besondere Weise. Statt nur Pollen und Nektar sammelt sie auch Pflanzenöle.

In Deutschland leben rund 580 verschiedene Wildbienen, doch die meisten sind uns kaum bekannt und über die Hälfte von ihnen ist aktuell in ihrem Bestand bedroht. Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ möchte das ändern und wählt deshalb jedes Jahr eine Wildbienenart aus, um über sie zu informieren und damit insgesamt auf die vielfältige Welt der Wildbienen aufmerksam zu machen.

Die Auen-Schenkelbiene ist die Wildbiene des Jahres 2020.
Die Auen-Schenkelbiene ist die Wildbiene des Jahres 2020. Foto: Volker Mauss

Ölkuchen für die Wildbiene des Jahres 2020

2020 ist es die Auen-Schenkelbiene, die im Fokus der Berichterstattung um die Wildbiene des Jahres steht – und dabei auch ihre besondere Art sich zu ernähren. Denn die Auen-Schenkelbiene bereitet sich aus Pflanzenölen gemischt mit Pollen einen Ölkuchen zu und hat damit Nahrung zur Verfügung, die einen besonders hohen Energiegehalt hat. Als schnell verfügbare Energiequelle nimmt sie aber dennoch auch Nektar zu sich.

Sie bestäubt dabei sowohl ölspendende Pflanzen wie die hierzulande verbreiteten Gilbweiderich-Arten (Lysimachia) und auch Pflanzen, die in deren Nähe wachsen und Nektar bereitstellen. Gilbweiderich wächst meist nahe an Bachufern, aber auch als Zierpflanze in viele Gärten.

Wildbiene des Jahres 2020 baut gut isolierte Nester

Das Öl, das die Wildbienen des Jahres 2020 sammeln, hat noch einen zusätzlichen Zweck. Denn es dient auch als Imprägnierung der Nesterwände. Diese legen die Weibchen in der Erde nahe der Nahrungspflanzen an und das ist oft auf feuchten Böden. Die Auen-Schenkelbiene schützt ihre Brut so gegen Feuchtigkeit und die Gefahr der Schimmelbildung.

Etwa ein Viertel aller Wildbienenarten lebt als sogenannte Kuckucksbienen und lässt ihre Brut gerne von anderen Wildbienen aufziehen. Das macht auch die Schmuckbiene (Epeoloides coecutiens) und nutzt dafür ausschließlich die gut isolierten Nester der Auen-Schenkelbienen, in denen es meist viel, energiereichen Ölkuchen für den Nachwuchs zu fressen gibt.

Infos zu vielen Wildbienen

Das Kuratorium „Wildbiene des Jahres“ gehört zum sogenannten Wildbienen-Kataster. Infos zur Auen-Schenkelbiene und zu vielen anderen Wildbienen gibt es unter wildbienen-kataster.de.

jtw

TOP-THEMEN im Januar-Heft

1. Honig vom Planeten Erde?

Kunden und Imker wundern sich immer wieder über die ungenaue Angabe der Herkunftsländer auf Honiggläsern in Supermärkten. „Mischung von Honig aus EU-Ländern und Nicht-EU-Ländern“ steht dort zum Beispiel auf dem Etikett.“ In einigen EU-Ländern ist diese ungenaue Herkunftsangabe nicht erlaubt. Andere Länder wollen hinsichtlich der Angaben auf den Etiketten sogar noch viel weiter gehen. Lesen Sie die Ergebnisse unserer spannenden Recherche in der Januarausgabe – der Beitrag bietet eine gute Grundlage, um das Thema auch hierzulande zu diskutieren.

» Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe

2. Der internationale Honigmarkt

Passend zum obigen Thema haben wir einige Daten des weltweiten Honighandels für Sie aufbereitet. Welche Länder liegen weltweit bei der Honigproduktion vorne? Aus welchen Ländern importiert die EU den meisten Honig? Wie viel kostet der Importhonig, und wie hoch liegen im Vergleich die Produktionskosten in den EU-Staaten? Die Antworten finden Sie im Detail in der neuen Ausgabe des dbj.

3. So imkern die Niederländer

Werfen sie mit uns einen Blick über die Grenze zu unseren Nachbarn, und erfahren Sie, wie die Imkerei in den Niederlanden aussieht. Dort sind beispielsweise die traditionellen Bienenmärkte immer noch große Anziehungspunkte für Imker, aber auch Touristen.

Neugierig geworden?

Bestellen Sie das Testabo


Themen: