Zweihöckrige Mauerbiene: Die Wildbiene des Monats Juni

09. Juni 2022

Die Zweihöckrige Mauerbiene ist eine der Wildbienen, die künstliche Nisthilfen unter bestimmten Voraussetzungen als Unterschlupf und Brutstätte annimmt. So gelingt dies und so kann man der Wildbiene des Monats Juni 2022 ansonsten noch helfen.

Nisthilfen – ob selbst gebaut oder fertig gekauft – sind nur für die Wildbienen nützlich, die auch oberirdisch nisten und dafür bereits vorhandene Hohlräume suchen. Genau das macht die Zweihöckrige Mauerbiene (Osmia leaiana). Die Initiative „Deutschland summt!“ bzw. die dahinterstehende Stiftung Mensch & Umwelt hat diese kleine Mauerbiene, die nicht größer wird als etwa 10 Millimeter, für den Juni 2022 als „Wildbiene des Monats“ ausgewählt.

So nistet die Mauerbiene und das frisst sie

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Die Zweihöckrige Mauerbiene legt ihre Nester also gerne da an, wo es schon passende Gänge gibt, die sie nutzen kann. Besonders gern besiedelt sie nach den Angaben von „Deutschland summt!“ alte Fraßgänge im Totholz, hohle Pflanzenstängel oder Felsspalten und Mauerfugen. Aber eben auch künstliche Nisthilfen und naturbelassene Schilfrohre von Reetdächern sind für sie eine gefundene Brutstätte. In den Hohlräumen wird sie dann aber doch zur Bauarbeiterin. Aus selbst gemachtem Pflanzenmörtel, den sie aus zerkauten Blattstücken herstellt, baut sie Trennwände für einzelne Brutzellen. In jede von ihnen legt sie mit einem Ei dann auch einen Nahrungsvorrat aus Pollen und Nektar für die späteren Larven bereit.

Für diesen Nahrungsvorrat sammelt die Zweihöckrige Mauerbiene vor allem an Korbblütlern wie Distel, Wegwarte und Flockenblume. Aber auch Löwenzahn, Habichtskräuter, Wiesen-Pippau und Ferkelkraut fliegen sie an. Beim Pollensammeln hilft der „Wildbiene des Monats Juni“ ihre typische fuchsrote Bauchbürste. An ihren Härchen bleibt viel Pollen hängen. Behaart ist sie auch an den Beinen – allerdings dunkel und kurz – und am Kopfschild und am Rücken. Hier trägt sie helle, längere Haare. Charakteristisch im Aussehen sind bei der Zweihöckrigen Mauerbiene die höckerartigen Fortsätze am Kopf, die ihr den Namen geben. Ihre Mundwerkzeuge sind besonders groß. Die Männchen haben außerdem grüne Augen.

So kann jeder der Zweihöckrigen Mauerbiene helfen

Verbreitung der Zweihöckrigen Mauerbiene
Verbreitung der Zweihöckrigen Mauerbiene. Quelle: Stiftung für Mensch und Umwelt, Dominik Jentzsch

Hierzulande ist die Zweihöckrige Mauerbiene noch relativ weitverbreitet. Nach Informationen von „Deutschland summt!“ finden wie diewärmeliebende Art in Waldsäumen, Weinbergen und Streuobstwiesen. Sie lebt aber auch auf brach liegenden Flächen und in sonnigen Hecken – und gelegentlich sogar im Siedlungsbereich in Gärten oder Parks.

Unterstützen kann man die „Wildbiene des Monats Juni 2022“ vergleichsweise einfach mit dem Angebot von Nistmöglichkeiten – zum Beispiel mit künstlichen Nisthilfen. Doch wer eine solche baut oder kauft sollten ein paar Tipps beachten:

  • Achten Sie dabei auf saubere Bohrungen im Holz beziehungsweise auf glatte Einfluglöcher bei Bambusröhrchen.
  • Die Gänge sollten jeweils zehn Zentimeter tief sein und einen Lochdurchmesser von fünf Millimetern haben.
  • Die Nisthilfe selbst bringen Sie stabil an einem sonnigen, regengeschützten Ort an. Auf keinen Fall sollte sie frei schwingen.

Um der Zweihöckrigen Wildbiene außerdem die passende Nahrung anzubieten, eignen sich besonders gut die typischen Wiesenpflanzen. Weitere Tipps, wie jeder bienenfreundliche Strukturen gestalten kann und die richtige Bienenweide anlegt für die Wildbienen hierzulande, gibt es auf den Websites wir-tun-was-fuer-bienen.de und deutschland-summt.de.

Weitere Infos speziell zur Zweihöckrigen Mauerbiene hat Deutschland summt!“ in folgender Tabelle zusammengestellt:

NameZweihöckrige Mauerbiene oder Distel-Mauerbiene (Osmia leaiana, KIRBY 1802)
FlugzeitenMai bis Juli/August
Nahrung und Lebensraumspezialisiert auf Korbblütler: Disteln, Flockenblumen, Wiesen-Pippau, Ferkel- und Bitterkräuter, Löwenzahn, Wegwarte; wärmeliebend: lebt an Waldsäumen, in Weinbergen, Streuobstwiesen, auch im Siedlungsbereich
Nistweisenistet in vorhandenen Hohlräumen von Totholz (alte Käferfraßgänge) sowie in künstlichen Nisthilfen (Lochdurchmesser: 5 mm)
ParasitenSchwarzflüglige Düsterbiene (Stelis phaeoptera, KIRBY 1802), Punktierte Düsterbiene (Stelis punctulatissima, KIRBY 1802), Goldwespe (Chrysura radians, HARRIS 1776)
Gefährdunggefährdet und selten
Besonderheitengroße Mundwerkzeuge
Nisthilfe für die Zweihöckrige Mauerbiene
Nisthilfe für die Zweihöckrige Mauerbiene. Foto: Dominik Jentzsch

jtw

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