Eine Million Tier- und Pflanzenarten – also jede achte Art – sind einem Bericht des Weltbiodiversitätsrats zufolge in den kommenden Jahrzehnten vom Aussterben bedroht. Derzeit würden bereits zehn- bis hundertmal mehr Arten aussterben als im Durchschnitt der vergangenen zehn Millionen Jahre. Der Rat fordert daher einen grundlegenden Wandel in der Landnutzung und im Umweltschutz sowie stärkere Maßnahmen gegen den Klimawandel.

UN Bericht Artensterben – Die wichtigsten Punkte auf einen Blick

Als Ursachen für den Artenrückgang führt der 1.500 Seiten starke Bericht mehrere Punkte auf:

Dies sind einige weitere Kernpunkte des UN Berichts zum Artensterben:

Die Autoren heben hervor, dass der Verlust der Vielfalt kein reines Umweltthema ist. Diese hat auch gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung von Gesellschaften, Wirtschaft, politische Stabilität und soziale Aspekte wie Flüchtlingsströme.

“Aktionsprogramm Insektenschutz”

Bundesumweltministerin fordert grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik

Bundesumweltministerin Svenja Schulze begrüßt den Bericht. “Er zeigt, dass wir eine grundlegende Reform der EU-Agrarpolitik brauchen. Landwirte müssen Geld dafür bekommen, dass sie Naturschutz unterstützen”, sagt Schulze. Der Bericht gebe zudem Rückenwind für weitere Schutzgebiete. “Wir müssen noch mehr Schutzgebiete ausweisen, diese anders bewirtschaften und zum Beispiel dafür sorgen, dass dort keine Pflanzengifte eingesetzt werden.” Sie sieht Deutschland zudem mit dem Aktionsprogramm Insektenschutz auf dem richtigen Weg.

Im Weltbiodiversitätsrat IPBES hat zurzeit 132 Staaten als Mitglieder, darunter auch Deutschland. Er soll die UNO bezüglich der Themen biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen wissenschaftlich beraten. Für den Bericht haben 145 Wissenschaftler und Experten drei Jahre lang 15.000 Quellen ausgewertet. Er soll eine solide wissenschaftliche Grundlage schaffen, auf der die Regierungen in den kommenden eineinhalb Jahren über ein neues UNO-Rahmenabkommen verhandeln, um die biologische Vielfalt zu bewahren.