Bienenstand

26. April 2021

Bei einem Bienenstand handelt es sich prinzipiell um den Standort der Bienenvölker. In der Regel stehen die Bienenvölker auf einem Podest. Das sind häufig Paletten oder Holzbalken. Letztere sind aufgeständert und werden als Beutenbock bezeichnet. Daneben gibt es auch Bienenhäuser, Bienenwagen und Bienenzäune. Die Bienenzäune werden in der Heideimkerei eingesetzt. Sie bestehen aus einer Rückwand, Zwischenböden und einer Überdachung.

An den Bienenstand kann ein kleines Gebäude mit einem Materiallager angeschlossen sein.

Wie sollte der Bienenstand ausgerichtet sein?

Bienenstand-Bienenwagen-Foto: Sabine-Rübensaat

Der Bienenstand mit Hinterbehandlungsbeuten trat früher häufig in Kombination mit einem Bienenwagen auf. Foto: Sabine Rübensaat

Nach Angaben der Bienenwissenschaftlerin Dr. Pia Aumeier ist die Positionierung der Bienen unwichtig. Es mache keinen Unterschied, ob die Völker in der prallen Sonne oder dem schattigen Wald stünden. Auch ein Luftzug oder eine feuchte Senke würden nicht stören.

Am besten probiert man einen Standort einfach mit einigen Völkern aus. Über den durchschnittlichen Honigertrag kann man die Qualität bewerten. Pferde, Rinder, Hühner, Schafe und Ziegen stören die Bienen nicht. Hühner fressen allerdings Bienen. Hunde und Katzen lernen mit der Zeit, dass sich Bienen nicht zum Spielen eignen.

Um die Nachbarn nicht zu stören, kann man eine höhere Abgrenzung wie einen Zaun oder eine Hecke nahe an den Bienenstand und direkt in die Anflugrichtung der Bienen stellen. Dadurch fliegen die Bienen nach oben und nicht mehr auf Menschenhöhe.

Wie viele Völker können am Standort stehen?

Zur Anzahl von Bienenvölkern an einem Stand gibt es laut Pia Aumeier bisher keine glaubwürdigen Untersuchungen. Sie selbst empfiehlt zehn Wirtschaftsvölker und 20 Ableger an einen Bienenstand. Allerdings sollte man immer auch an den Infektionsdruck denken. Je mehr Völker auf einem Stand sind, desto leichter können sich Krankheiten verbreiten. Dies liegt auch daran, dass sich Bienen verfliegen. Dabei werden Krankheitserreger übertragen. Um dies zu verhindern, kann der Imker die Fluglöcher der Beuten in verschiedene Richtungen ausrichten. Die Eingänge sollten durch unterschiedliche Markierungen unterscheidbar sein – durch Farben oder indem man Steine oder Ähnliches ans Flugloch legt.

Anmeldung und Genehmigung des Bienenstandes

Wenn die Imkerei ortsüblich ist, ist es nicht notwendig den Bienenstand auf dem eigenen Grundstück vom Vermieter und/oder den Nachbarn genehmigen zu lassen. Die Nachbarn müssen sogar eine Beeinträchtigung akzeptieren. Auch auf fremden Grundstücken kann man die Bienen mit der Erlaubnis des Eigentümers aufstellen. Die Meisten freuen sich nach der Ernte über etwas Honig.

Für das Aufstellen der Bienenvölker mit Paletten und Beutenböcken ist keine Genehmigung erforderlich. Bauwerke und Bienenwagen muss der Imker hingegen meist vom Bauamt der Gemeinde genehmigen lassen.

Den Bienenstand muss man mit der Anzahl an Bienenvölkern dem Veterinäramt des Landkreises melden. Dadurch kann der Amtstierarzt beim Auftreten der Bienenseuche Amerikanische Faulbrut besser reagieren und kein Bienenvolk wird übersehen.

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