Jakobskreuzkraut

20. Mai 2021

Das Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) ist eine heimische Pflanze aus der Familie der Korbblütler. Sie erreicht eine Wuchshöhe von etwa 120 Zentimeter. Ihre Blüten sind gelb. Weitere Bezeichnungen sind Jakobs-Greiskraut und Jakobskraut. Das Jakobskreuzkraut gehört zu den Pionierpflanzen. Es wächst somit auf offenen Flächen ohne oder mit wenig Bewuchs. Die Blütezeit beginnt im Juli und endet häufig im September.

Pyrrolizidinalkaloide (PAs) im Jakobskreuzkraut

Jakobskreuzkraut. Foto von Couleur von Pixabay

Zum Schutz vor Fressfeinden erzeugt das Jakobskreuzkraut Pyrrolizidinalkaloide (PAs). In Deutschland lassen sich diese giftigen und möglicherweise krebserregenden Stoffe im Honig nur selten nachweisen. Foto: Couleur

Das Jakobskreuzkraut enthält zur Verteidigung Pyrrolizidinalkaloide (PAs) sowie Bitterstoffe. PAs enthalten als Grundstruktur Pyrrolizidin, der mit einer kettenförmigen Carbonsäure verestert ist. Laut dem Bundesamt für Risikobewertung gibt es über 500 verschiedene PAs. Für Pferde und andere Weidetiere können diese Stoffe in größeren Mengen giftig sein, wenn sie die Pflanzen fressen.

Die PAs finden sich auch im Nektar des Jakobskreuzkrauts und können somit in den Honig gelangen. Für die Bienen stellen sie keine Gefahr dar. Beim Menschen können sie zu Leberschädigungen führen. Laut dem BFR haben Wissenschaftler in Versuchen mit Ratten ein vermehrtes Auftreten von Tumoren beobachtet. Mehrere angegeben Arbeiten nehmen ein Krebsrisiko für den Menschen an. Ein Grenzwert sei bisher von den Europäischen Kommission noch nicht festgelegt.

Deutsche Honige enthalten nach Angaben des Bienenforschers Dr. Werner von der Ohe nur vereinzelt PAs. Das Jakobskreuzkraut meiden die Bienen in der Regel. Zudem schleudern viele Imker im Juli das letzte Mal. Zu dieser Zeit beginnt die Pflanze gerade erst mit der Blüte. Untersuchungen zum Gehalt an PAs nimmt in Schleswig Holstein das JKK-Kompetenzzentrum vor.

Massenhafte Vermehrung

In den letzten Jahren ist es häufiger zu einem massenhaften Auftreten der Pflanze gekommen. Das Mähen kann dabei helfen, die Bestände zu dezimieren. Allerdings kann es in der Folge zu einem zweiten Aufwuchs der Pflanze und einer weiteren Verbreitung kommen. Besser ist es den Bienen ein ausreichendes Nahrungsangebot zu schaffen und somit den möglichen Eintrag an PAs zu reduzieren. Auf Weiden kann man auf eine geschlossene Grasnarbe achten.

Wenn das Jakobskreuzkraut stehen bleibt können sich Schadinsekten dieser Pflanze vermehren und den Bestand reduzieren. Dabei handelt es sich beispielsweise um den Jakobskrautbären (Tyria jacobaeae) und den Zimtbären (Phragmatobia fuliginosa). Die Raupen dieser beiden Schmetterlinge fressen die Pflanzen. Auch der Kreuzkraut-Flohkäfer (Longitarsus jacobaeae) kann zur Minderung der Pflanzenbestände beitragen.

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