Nassenheider Verdunster

12. Oktober 2021

Der Nassenheider Verdunster ist eine Langzeitverdunster, der es ermöglicht Ameisensäure kontinuierlich und gleichmässig in die Luft des Bienenstocks abzugeben. Ameisensäure ist ein natürlicher Wirkstoff der gegen den Befall des Bienenstocks durch Milben hilft. Auch gegen Varroamilben ist die Ameisensäure sehr effektiv. Daher verdunsten Imker Ameisensäure im Bienenstock.

Wirkunsweise der Ameisensäure

Ameisensäure ist ein sehr stark ätzender Wirkstoff und ist bei Verdunstung schwerer also Luft. Daher sinkt sie im Bienenstock nach unten. Aus diesem Grund geben die meisten Imker die Säure von oben in den Stock hinein. Bei einem gewissen Grad der Sättigung der Luft mit der Ameisensäure, wird den Milben die Grundlage zur Atmung genommen und sie sterben ab. Die Honigbienen jedoch reagieren viel weniger empfindlich auf die Ameisensäure. Auch die Zellen können durch den nicht luftdichten Deckel mit dem Ameisensäuredunst erreicht werden, so dass auch dort die Milben geschwächt oder getötet werden können.

Vorteile

Ameisensäure hat gegenüber anderen Mitteln einige Vorteile. Sie ist einfach in 60%-Verdünnung im Fachhandel erworben werden, ist auch für Bio-Imker nutzbar und wirkt gegen Brutmilben genauso gut wie auch gegen andere Milben, die Milben befallen können. Zudem gibt es bis anhin keine Hinweise darauf, dass wie bei anderen Mitteln die Varro-Milben Resistenzen aufbauen.

Vorsichtig muss man mit der Ameisensäure trotzdem umgehen. Bei hohen Temperaturen (>30°C) oder hoher Luftfeuchtigkeit, sollte man mit der Behandlung warten. Auch sollte sie grundsätzlich nach der Tracht verwendet werden – ein gewissen Anteil der Säure kann nämlich in den Honig übergehen und ihn so unverkaufter machen. Auch können in ungünstigen Fällen Schäden an der Brut entstehen. Es ist immer darauf zu achten den Verdunster nicht direkt über der Brut anzubringen. Auch kann es vorkommen, dass die Bienen versuchen die mit Säure gesättigte Luft aus dem Stock zu fächern oder selbst den Stock verlassen.

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DBJ Ausgabe 10/2022

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Nassenheider-Verdunster

Nassenheider Verdunster Classic. Foto: Sebastian Spiewok

Den Nassenheider Verdunster Classic baut der Imker in ein Rähmchen ein. Bei der blauen Fläche handelt es sich um die Verdunsterläche. Die andere Variante steht auf den Oberträgern der Rähmchen drauf. Foto; Sebastian Spiewok

Der Nassenheider-Verdunster wird direkt in ein Rähmchen, bei Temperaturen zwischen 10°C und 30°C und niedriger Luftfeuchtigkeit eingebaut. Auf eine gute Belüftung ist dabei zu achten – das Flugloch also maximal offen halten. Damit die Säure nicht nach unten entweicht aber die Bodenschieber schliessen, um die optimale Sättigung zu erreichen. Nach etwas drei Wochen muss man spätestens den Zustand kontrollieren und ggf. dem Bienenstock eine zweite Anwendung angedeihen lassen.

Handhabung

Da die Ameisensäure extrem ätzend wirkt und kleinere Mengen bereits schwere Schäden an Haut und vor allem an den Augen verursachen kann, sollten immer Handschuhe und eine Schutzbrille bei der Anbringung getragen werden. Falls etwas Säure auf andere Stellen im Bienenstock tropft, kann sie einfach mit etwas Wasser weggespült werden.

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