Imkern im Februar: Gemülldiagnose und Futterkontrolle

25. Januar 2023

Langsam geht es los und die ersten Bienenvölker brüten. Im Februar kann man sich einen ersten Überblick verschaffen, wie gut die Bienen überwintert haben. Wichtig ist die Futterkontrolle.

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DBJ Ausgabe 2/2023

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In Hamburg kann das Wetter im Februar extrem unterschiedlich ausfallen. Doch die Erfahrung der vergangenen Jahre zeigt, dass der Frühling oft überraschend schnell Einzug hält und die große Salweide vor unserem Haus manchmal schon Anfang März zum Blühen bringt. Ist der Februar kalt, brüten nur wenige Völker. Doch sobald es milder wird, werden die ersten kleinen Brutnester angelegt.

Ein erster Blick ins Bienenvolk: Gemülldiagnose und Futterkontrolle

Wir überwintern alle unsere Völker zweizargig. Um uns einen ersten Überblick über ihren Zustand zu verschaffen, ohne den Deckel zu öffnen, legen wir in jede Beute eine Bodenplatte ein. Beschaffenheit, Anordnung, Menge und Farbe des Gemülls lassen eine schnelle und zuverlässige Diagnose über den Volkszustand zu.

Milben finden wir zu dieser Zeit nur sehr selten. Da wir die Varroa-Behandlung im vorigen Sommer/Herbst mit allergrößter Sorgfalt durchgeführt haben, müssen wir uns jetzt noch keine Gedanken um Milbenschäden machen. Müssten wir nun behandeln, dürften wir von dem betreffenden Volk – wegen der Rückstandsgefahr – in diesem Jahr keinen Honig mehr ernten.

Futterkontrolle an möglichst warmen Tagen

Normalerweise reicht im Februar an einem möglichst warmen Tag eine einfache Futterkontrolle. Dazu kippen wir alle Beuten nacheinander vorsichtig etwas nach hinten. Falls wir große Gewichtsunterschiede feststellen, werfen wir bei den leichtesten Völkern zusätzlich einen Blick zwischen die Wabengassen.

In den meisten Fällen sitzt die Bienentraube in der oberen Zarge. Man kann recht gut zwischen die Wabengassen sehen und an den verdeckelten Zellen der Futterwaben erkennen, ob noch ausreichend Futter vorhanden ist. Falls nötig, würden wir jetzt als Notfütterung eine Futtertasche mit leicht angewärmtem Sirup direkt an den Bienensitz hängen.

Arbeit im Imkerverband

Als Landesverbandsvorsitzende fängt für mich nun eine arbeitsreiche Zeit an. Die Jahreshauptversammlung muss vorbereitet und durchgeführt werden. Die ersten Angebote für Stellplätze treffen ein. Es ist alles dabei: vom Villengrundstück in Blankenese bis zur Dachterrasse in Barmbek. Die Lust an der Stadtimkerei ist seit über einem Jahrzehnt ungebrochen, aber nicht jedem kann der Wunsch nach einem Bienenvolk erfüllt werden.

Um die Anbieter auf die Anforderungen an einen Stellplatz vorzubereiten, habe ich eine Checkliste mit Kriterien für einen geeigneten Standort entwickelt. Die Hamburger Veterinärbehörden nehmen das Tierwohl sehr ernst und haben schon Bienenstände aufgelöst, bei denen sie die gute imkerliche Praxis nicht eingehalten sahen.

Auch Winter- und Sturmschäden werden jetzt entdeckt und müssen von mir an die Versicherung gemeldet werden. Es gibt die ersten Berichte über Winterverluste, und die Fortbildungssaison hat begonnen. Aus meiner Verbandstätigkeit und vielen Gesprächen weiß ich, dass die jährlichen Winterverluste in Hamburg überdurchschnittlich hoch sind – ein Thema, das mich besonders schmerzt und das ich nicht als naturgegeben akzeptieren will.

Fortbildung und ehrenamtliches Engagement

Der Hamburger Landesverband bemüht sich daher sehr, das Problem der Winterverluste immer wieder ins Bewusstsein zu rücken und alljährlich durch Schulungen die notwendigen Kenntnisse über eine angemessene Varroa-Behandlung zu vermitteln. In einem so kleinen Landesverband wie Hamburg mit etwa 1.100 Mitgliedern kenne ich viele persönlich. Auf den meisten Fortbildungsveranstaltungen bin ich vor Ort, um die Teilnehmenden zu begrüßen und mein Herzensanliegen vorzutragen: die ehrenamtliche Mitarbeit in den Vereinen und im Verband.

Ohne das freiwillige Engagement von Mitgliedern und Helfern können Imkervereine und -verbände nicht überleben. Dennoch wird es für Vereine immer schwieriger, ehrenamtliche Mitstreiter zu finden, zu motivieren und langfristig in die Vereinsarbeit einzubinden. Die Mitgliedschaft in einem Verein wird zunehmend als Berechtigung zur Nutzung einer Dienstleistung verstanden und weniger als Anreiz, selbst aktiv zu werden. Hier versuche ich mit unermüdlichem Einsatz, die Mitglieder immer wieder zu motivieren, ihnen Lust auf die Vereinsarbeit zu machen und sie für die Übernahme von Verantwortung zu gewinnen.

Messen und Märkte vorbereiten

Langsam sollten nun auch die Vorbereitungen auf Messen und Märkte starten. Für den persönlichen Kontakt zum interessierten Publikum, für Gespräche und den fachlichen Austausch sind diese Veranstaltungen unerlässlich. Hier können wir Imker mit Leidenschaft und Spaß für unser Hobby werben und die Kunden für unsere hochwertigen Produkte begeistern. Nicht zuletzt sind diese Veranstaltungen natürlich auch eine willkommene Einnahmequelle.

Ihre Edda Gebel

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