Begattung bei den Bienen: Wann ist es zu spät im Jahr?

29. September 2022

Wenn im Bienenvolk im Herbst noch Drohnen wohnen, ist das ein Zeichen, dass die Arbeiterinnen mit der Königin unzufrieden sind. Dann wollen sie umweiseln. Doch damit entsteht ein Risiko, denn eine erfolgreiche Begattung kann bei den Bienen nun kaum mehr stattfinden. Das ist jetzt zu beachten.

Im Herbst bereiten sich die Bienenvölker auf den Winter vor. Dazu gehört auch, dass sie eine gesunde und möglichst erfolgreich begattete Königin haben. Nur so kann das Bienenvolk die kalte Jahreszeit gut überstehen und es gelingt ein besserer Start im nächsten Frühjahr.

Für eine erfolgreiche Begattung brauchen die Bienenvölker eine ausreichende Anzahl von gesunden Drohnen und passendes Flugwetter für die Königin. So steigt mit dem Voranschreiten des Jahres das Risiko, dass beides seltener wird. Im Herbst ist eine erfolgreiche Begattung der Bienenkönigin nur noch in Ausnahmefälle und unter hohen Risiko möglich. Gerade in diesem Jahr, in dem in der Natur alles sehr zeitig dran und von starker Trockenheit geprägt war, kam es vielerorts auch zu einem frühen Trachtende. Daran orientieren sich auch die Bienen.

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Begattung gefährdet: Wenn die Bienen die Drohnen aus dem Stock werfen

Die sogenannte Drohnenschlacht leitet das Bienenvolk dann ein, wenn sich die Tracht zu Ende neigt. Meist ist dies Mitte Juli der Fall. „Schon im Juni kann man beobachten, dass die Arbeiterinnen dann keine neue Drohnenbrut mehr anlegen“, berichtet Dr. Marina Meixner vom Bieneninstitut Kirchhain. Können die Bienen in der Natur kaum mehr Nektar finden, treiben sie die Drohnen aus dem Bienenstock.

„Meist halten nur die Völker noch Drohnen im Stock, die jetzt spüren, dass mit der Königin etwas nicht stimmt und dass sie noch umweiseln wollen“, sagt die Expertin. Imker, die das im späten Sommer bzw. Herbst feststellen, würden ein Risiko eingehen, dass diese Völker dann mit einer unzureichend begatteten Königin in den Winter gehen. Dass sie durch die wenigen Drohnen noch gut begattet wird, ist eher unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher sei, dass die Königin eine weitere Strecke auf sich nimmt muss oder dass sie mehrmals ausfliegt, erklärt Marina Meixner. „Und dass sie dann wohlbehalten wiederkommt, ist nicht gesagt.“

Zu spät für die Begattung: Umweiseln den Bienen vorwegnehmen

So rät die Imkerberaterin eher dazu, Bienenvölker, die erkennbar umweiseln wollen, selbst mit einer neuen Königin zu versorgen. „Am besten kommt man den Völkern zuvor und weiselt sie selbst um“, sagt sie. Dazu hat man entweder selbst eine Königin aus einem anderen Bienenvolk übrig oder man fragt in Imkerkreisen, ob jemand eine verkauft.

Wenn ein Bienenvolk zu lange ohne (fitte) Königin ist, gehen oftmals die Arbeiterinnen dazu über, Eier zu legen. Dann ist das Volk drohnenbrütig und nicht überlebensfähig. „Ist dies eingetreten, kann man das Volk nur auflösen und mit einem Abstand zu den anderen abfegen“, erklärt Marina Meixner.

jtw

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