Flutkatastrophe: Hilfe für Imker

16. August 2021

Im Juli wurden weite Regionen in Deutschland nach anhaltendem Starkregen von Hochwasser überflutet. Menschen verloren über Nacht ihr Hab und Gut, es gab Tote. Unter den Betroffenen der Flutkatastrophe befinden sich auch Imkerinnen und Imker. Wir haben zentrale Anlaufstellen recherchiert, die Geld- und Sachspenden entgegennehmen.

Die Ahr, ein kleiner Nebenfluss links des Rheins, verwandelte sich am Mittwoch, dem 14. Juli binnen eines Tages und einer Nacht in eine alles zerstörende Flut. Das Tief „Bernd“ war bereits zwei Tage zuvor mit heftigem Niederschlag über Deutschland gezogen. Nacheinander, teils parallel waren Bayern, Baden-Württemberg, Thüringen, Sachsen, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und das Saarland von Überflutungen betroffen. Das Ahrtal jedoch sollte sich zum Hotspot der Flutkatastrophe entwickeln. Nach aktuellem Stand kamen dort 133 Menschen ums Leben, 766 wurden verletzt. Insgesamt sind im Ahrtal 42.000 Menschen von den Folgen der Flut betroffen – unter ihnen auch eine Reihe an Imkerinnen und Imkern.

Ausgabe 10/2021

DBJ_10_2021

Top-Themen:

  • Tierwohl in der Imkerei
  • Melezitosehonig
  • Verdampfer statt Smoker?
  • Vertriebene Honigjäger

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Flutkatastrophe: Hilfe für die Imkerinnen und Imker des Imkerverbandes Rheinland

Der Imkerverband Rheinland teilte auf Anfrage des dbj mit, dass 18 der 35 Kreisimkerverbände von den Überschwemmungen betroffen seien. Dort sind 6.000 Imkerinnen und Imker organisiert. Noch ist nicht bekannt, wie viele dieser Menschen tatsächlich geschädigt wurden. Imkerinnen und Imker des Imkerverbandes Rheinland sind nicht gegen Flutschäden versichert: Deshalb benötigen voraussichtlich viele Betroffene Sachspenden oder finanzielle Unterstützung zum Wiederaufbau ihrer Imkerei.

Imker helfen Imkern – die Initiative des Imkerverbandes Rheinland

Der Imkerverband Rheinland hat die Initiative „Imker helfen Imker“ gestartet. Der Verband nimmt Sach- und Geldspenden entgegen. Auch persönliche Hilfe für die Betroffenen vor Ort kann organisiert werden.

Sachspenden: Wer Imkermaterial oder weiselrichtige Völker abgeben möchte, kann seine Spende unter imkerverbandrheinland.de in eine Tabelle eintragen. Alternativ können Sie Ihr Angebot auch per E-Mail an Hela Mikkin senden: kiv-ruhrgebiet@mikkin.de.

Geldspenden: Geld für Neuanschaffungen überweisen Sie bitte auf das Konto des Imkerverbandes Rheinland, IBAN DE94 5765 0010 0000 0269 89 bei der Kreissparkasse Mayen. Der Imkerverband Rheinland tätigt davon die nötigen Anschaffungen, sobald die betroffenen Mitglieder sich wieder um die Bienen kümmern können. Spendenquittungen können ausgestellt werden. Geldspenden bitte mit dem Verwendungszweck „Imker helfen Imkern“ anweisen.

Persönliche Hilfe: Wenn Sie bereit sind, Bienenvölker so lange zu betreuen, bis sich die betroffene Imkerin oder der Imker wieder darum kümmern kann oder wenn Sie praktische Wiederaufbauhilfe leisten möchten, bei der Imkerei oder auch bei den Wohnhäusern der Betroffenen, schreiben Sie ebenfalls eine E-Mail.

Flutkatastrophe - Hilfe - Honiggläser, Foto: Dennis Marner
In Dennis Marners Keller, der überschwemmt wurde, lagerten fertig etikettierte Honiggläser. Der Betroffene kommt aus Dernau im Landkreis Ahrweiler – das Dorf wurde nach seinen Angaben zu 80 Prozent zerstört. Marner verlor in den Fluten zehn seiner 20 Bienenvölker. Bis er seine Bienen im nächsten Jahr wieder betreuen kann, bekommt er Hilfe von zwei Imkern. Foto: Dennis Marner

Fluthilfe im Imkerverband Westfalen-Lippe

Stark betroffen war auch der Verband Westfalen-Lippe. Dort sind bereits die ersten Schäden gemeldet worden. Im Verbandsgebiet sind Menschen obdachlos geworden und haben Hab und Gut verloren. Auch Imkerinnen und Imker waren betroffen. Der Vorstand hat ein Hilfsprogramm für seine Imkerinnen und Imker ins Leben gerufen:

Die Flutbiene: Es handelt sich um eine Spardose in Form einer Biene, die zu Veranstaltungen mitgenommen werden kann.

Fluthonig: Ein Zusatzetikett soll entworfen werden, das auf den Honiggläsern des Deutschen Imkerbundes angebracht werden darf. Zurzeit werden die formalen Voraussetzungen abgeklärt. Nähere Infos in der Oktoberausgabe oder über den Landesverband.

Spendenkonto: bei der Sparkasse Hamm, IBAN DE35 4105 0095 0027 0003 63, Stichwort: Fluthilfe.

Weitere Infos: info@lv-wli.de>>>

Weitere Spendeninitiativen

Stiftung Mensch und Biene: Metproduzent und Berufsimker Hermann Krischer wohnt in unmittelbarer Umgebung der überfluteten Gebiete im Rheinland. Er war gleich am nächsten Tag vor Ort, um Trinkwasser im Nachbardorf zu verteilen, und koordiniert seither praktische Hilfe für die Betroffenen. Mit seiner Stiftung „Mensch und Biene“ möchte er betroffenen Imkerinnen und Imkern unter die Arme greifen, und zwar auch denen, die nicht Mitglied eines Imkervereins sind.

Kontakt, auch für geschädigte Imkerinnen und Imker: stiftung@krischer.de. Die Stiftung stellt Spendenquittungen aus (bis 200 Euro reicht ein Überweisungsbeleg). IBAN: DE15 3862 1500 0000 2223 24 bei der Steyler Ethik-Bank Sankt Augustin.

Hilfe durch Berufsimker: Der Deutsche Berufs- und Erwerbsimkerbund organisiert praktische Hilfe vor Ort und die Verteilung von Material und Bienenvölkern. Wer etwas spenden oder sich praktisch beteiligen möchte, schreibt eine Mail an hilfe@berufsimker.de.

Flutkatastrophe - Honigwaben - Foto: Anton Müller
Diese prall gefüllten Honigwaben sollten bald von Anton Müller geerntet werden – nun muss er den kontaminierten Honig entsorgen. Der Imker war zum Zeitpunkt der Flut noch im Urlaub auf der Insel Poel. Als er erfuhr, was bei ihm zu Hause in Nordrhein-Westfalen passiert, fuhr er sofort los in die Heimat. Von seinen ursprünglich 60 Bienenvölkern blieben nur noch 30 übrig. Foto: Anton Müller

Flutkatastrophe – Hilfe für Imkerinnen und Imker: Erfahren Sie mehr über die Situation der Betroffenen in der Septemberausgabe des Bienen-Journals. Erscheinungsdatum: 19. August 2021.

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