BeeConnected – Winterverluste verhindern mit Technik

08. Juli 2021

Das europäische Forschugsvorhaben BeeConnected geht in diesem Jahr an den Start. Imkerinnen und Imker sind vorweg dazu eingeladen, an einer Umfrage teilzunehmen.

Nutzen Sie Bienenstockwaagen? Stockwaagen, Diebstahlsicherungssysteme, lokale Wetterstationen oder auch Apps zur Stockdokumentation sind Präzisionsimkereigeräte, die helfen sollen, die Bienenvölker zu überwachen und deren Zustand einschätzen zu können. Futterzunahmen und -abnahmen lassen sich mit den Waagen recht gut kontrollieren. Im Winter helfen sie nur bedingt: Reißt ein Volk beispielsweise vom Futter ab, lässt sich das anhand der Stockwaage wohl nur schlecht nachvollziehen.

Ausgabe 10/2021

DBJ_10_2021

Top-Themen:

  • Tierwohl in der Imkerei
  • Melezitosehonig
  • Verdampfer statt Smoker?
  • Vertriebene Honigjäger

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Winterverluste vermeiden durch Technik: Damit befasst sich derzeit das europäische Forschungsprojekt BeeConnected. Forscherinnen und Forscher der Forschungsorganisation CNRS in Frankreich, dem Hellenic Ministry of Development & Food in Griechenland und der Universität Würzburg wollen prüfen, wie und welche technischen Instrumente Frühwarnindikatoren für Winterverluste liefern könnten. Indem die Geräte Daten liefern, die das Risiko des Winterverlustes bewertbar machen, so die Theorie, ließen sich gezielt Maßnahmen ergreifen. Demnach verfolgt das Projekt zwei Ziele: Zum einen will es die Mechanismen der Winterverluste verstehen lernen – zum anderen sollen mithilfe kostengünstiger Technologie entsprechende Frühwarnindikatoren identifiziert werden.

BeeConnected: Ein interdisziplinäres Forschungsvorhaben

Das Forschungsvorhaben ist interdisziplinär ausgelegt: So sind sowohl Expertinnen und Experten aus der Verhaltensökologie, Molekularbiologie, dem Ingenieurwesen, der Informatik und Modellierung gefragt.

Die Feldforschung beginnt im September. Die Versuchsvölker stehen sowohl in Griechenland, Frankreich als auch in Deutschland.  In Bayern werden – wie auch in den anderen Ländern – drei Standorte gewählt: ein vorwiegend landwirtschaftlich genutztes Gebiet, ein Standort in der Stadt sowie in einer Naturlandschaft. Auf jeden Standort kommen fünf Bienenvölker in Dadantbeuten, die jeweils mit einer Präzisionswaage ausgestattet werden. Zwei der Bienenstöcke bekommen außerdem je eine Pollenfalle, und zwei Völker drei Waben mit integrierten Sensoren.

BeeConnected - Sensoren, Foto: Etienne Minaud
Etienne Minaud aus Frankreich konstruiert und testet die in den Waben integrierten Sensoren, die über Drähte miteinander verbunden sind. Die Informationen der Sensoren werden später an einen Server gesendet, wo die Daten gesammelt und in Echtzeit aufbereitet werden. Aufschluss geben sollen sie über die Temperatur, den Sitz der Bienen und die Volksstärke. Foto: Etienne Minaud

So finden im September und Oktober bereits die ersten Pollenanalysen statt. Untersucht werden soll unter anderem, ob und wie die Vielfalt des von den Bienen gesammelten Pollen Einfluss auf die Wintersterblichkeit hat. Ebenso folgt im Oktober erstmals die Entnahme von Bienenproben. Die Bienen werden auf Vitellogenin, einem Protein, das in Zusammenarbeit mit dem Juvenilhormon den Lebenszyklus der Bienen bestimmt, untersucht. Diese Daten werden wiederum in Korrelation mit den Ergebnissen aus der Pollenanalyse gesetzt.

BeeConnected bittet um Teilnahme an Umfrage

Weitere Datenerhebungen folgen dann im nächsten Jahr mit zusätzlicher Technik. Zur Nachverfolgung soll auch eine Online-Datenbank errichtet werden, die für jeden Interessenten zugänglich sein soll.

Um einschätzen zu können, wie verbreitet Präzisionsgeräte in der Imkerei sind und ob Interesse an solchen besteht, hat BeeConnected eine Umfrage gestartet. Die 16 kurzen Fragen sind schnell beantwortet. Link zur Umfrage>>>

Die Umfrage läuft zum 31. August 2021 aus.

arn

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