Bienen ziehen Mikroplastik an

14. April 2022

Wenn Bienen zum Sammeln von Pollen und Nektar ausfliegen, bringen sie auch immer Mikroplastik mit. Wissenschafler aus Dänemark haben dazu eine neue Studie erstellt.

Ausgabe 6/2022

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Es sind sehr sehr feine Partikel, sie sich auf den behaarten Körpern der Bienen festsetzen. Sie bestehen aus Bruchstücken und Fasern unter anderem von Polyester, Polyethylen und Polyvinylchlorid. Mikroplastik ist mittlerweile überall in unserer Umwelt zu finden und so sammeln ihn auch Honigbienen ein, wenn sie auf der Suche nach Nektar und Pollen sind. Die Härchen auf ihren Körpern ziehen die Teilchen quasi elektrostatisch an.

Bienen und Mikroplastik: Das zeigt eine neue Studie

Wissenschafler aus Dänemark haben dieses Phänomen nun genauer untersucht. Sie haben Proben von vielen tausend Arbeiterinnen aus 19 verschiedenen Bienenstöcken ausgewertet – sowohl aus dem Zentrum Kopenhagens als auch aus Vororten und aus ländlichen Gebieten. Dazu haben sie die Bienen eingefroren, gesäubert und anschließend die an ihren Beinen und Körpern haftenden Partikel untersucht. Das berichtet nationalgeographic.de über die Studienergebnisse, die als erstes Anfang 2021 „Science of the Total Environment“ veröffentlicht hat.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Mikroplastik 15 Prozent aller Partikel ausmacht, die auf den Bienen gefundenen wurden. Daneben entdeckten die Forscher aber natürlich auch Pollen in den Haaren der Bienen, Pflanzenreste, Wachs und auch Teile von Fasern anderer Materialien wie Baumwolle.

Zwar sammelte sich erwartungsgemäß mehr Mikroplastik auf den Körpern der Stadtbienen an. Die Unterschiede waren aber eher gering zu den Werten der Bienen aus der Vorstadt und vom Land. Für die Forscher deutet dies darauf hin, dass der Wind viel Mikroplastik verbreitet und dass sich so die Konzentration der Partikel über große Gebiete hinweg nahezu ausgleicht.

Mikroplastik: Die Folgen für die Bienen

Die Frage, ob diese Ansammlungen von Mikroplastik Folgen haben für die Bienen ist wissenschaflich noch nicht geklärt. In einer chinesischen Untersuchung zeigten Bienen, die Futter bekamen, das Mikroplastik enthielt, zwar keine direkt höhere Sterblichkeitsrate. Allerdings veränderte das Mikroplastik das Mikrobiom der Bienen. Als Langzeitfolgen könnten hierbei Gesundheitsrisiken entstehen. Außerdem wird vermutet, dass sich ein Zusammenspiel von Mikroplastik mit anderen Chemikalien negativ auswirken kann. Details dazu zeigt der Beitrag unter nationalgeographic.de.

jtw

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