Dünen-Pelzbiene: Wildbiene des Monats Oktober 2023

06. Oktober 2023

Binnendünen, Sandgruben und Heidegebiete schwinden und damit auch der Lebensraum der Dünen-Pelzbiene. Die Wildbiene des Monats Oktober 2023 findet immer weniger Möglichkeiten, ihre Nester zu bauen.

Die Dünen-Pelzbiene (Anthophora bimaculata) ist weitverbreitet und dennoch gefährdet. Zwar ist sie in Europa, Nordafrika und Teilen Asiens anzutreffen – von Portugal über Marokko bis nach Kirgisistan. Doch die Anzahl ihrer Nester sinkt. Insgesamt wird sie immer seltener. Das liegt vorrangig daran, dass ihr Lebensraum schwindet. Die Dünen-Pelzbiene braucht trockenwarme Sandgebiete als Lebensraum und Nistplätze. Ihre Nester baut sie in Binnendünen, Sandgruben, auf Trockenrasen, an Waldrändern und in Heidegebieten. Doch von diesen gibt es auch in Deutschland immer weniger. So ist die Dünen-Pelzbiene in Deutschland als gefährdet eingestuft. In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein gilt sie bereits als ausgestorben.

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Um auf diese Problematik hinzuweisen und die Dünen-Pelzbiene vorzustellen, haben die Initiative „Deutschland summt!“ und die dahinterstehende Stiftung für Mensch und Umwelt sie zur Wildbiene des Monats Oktober 2023 gekürt und Fakten zu dieser eher kleinen Wildbienenart zusammengestellt. Denn die Dünen-Pelzbiene ist nur rund acht bis neun Millimeter groß. Zwar gibt es weltweit 350 Pelzbienenarten, doch in Deutschland finden wir nur eine Handvoll von ihnen. Die Dünen-Pelzbiene gehört – noch – dazu.

So kann jeder die Dünen-Pelzbiene unterstützen

Da sie in sandigen Gebieten nistet, bevorzugt sie auch Nahrungspflanzen, die dort vorkommen. Die Dünen-Pelzbiene ernährt sich von Pollen, den sie an insgesamt acht Pflanzenfamilien sammelt. Sie bevorzugt Blüten mit tiefen Kelchen wie die Skabiosen-Flockenblume, den Gewöhnlichen Natternkopf, Berg-Sandglöckchen oder auch Heidekraut. Mit ihrer langen Zunge kommt sie gut an den Pollen und Nektar dieser Pflanzen heran. Die Dünen-Pelzbiene fliegt von Juni bis August.

Schützen und unterstützen kann man die Dünen-Pelzbiene, in dem man ihr Nistplätze bietet. Das macht man nach Angaben von „Deutschland summt!“ am besten in Form eines Sandariums. Das ist eine offene Sandfläche, die der Dünen-Pelzbiene und vielen weiteren Wildbienen Nistmöglichkeiten bietet. In den Sand baut die Wildbiene des Monats Oktober 2023 kurze Gänge mit bis zu fünf Zentimetern Tiefe. Unter günstigen Bedingungen nistet die Dünen-Pelzbiene auch in großen Ansammlungen. Tipps, wie Sie weitere bienenfreundliche Strukturen gestalten, finden Sie unter wir-tun-was-fuer-bienen.de und deutschland-summt.de.

So verbreitet ist die Dünen-Pelzbiene noch in Deutschland.
So verbreitet ist die Dünen-Pelzbiene noch in Deutschland. Quelle: Stiftung für Mensch und Umwelt, Dominik Jentzsch

Fakten zur Dünen-Pelzbiene

Deutschland summt!“ hat einige Fakten über die Wildbiene des Monats Oktober 2023 zusammengestellt:

  • Name: Dünen-Pelzbiene (Anthophora bimaculata, PANZER, 1798)
  • Flugzeit: Juni bis August
  • Nahrung und Lebensraum: unspezialisiert; sammelt an diversen Pflanzenarten, vor allem an Blüten mit tiefem Kelch; lebt in trockenen und warmen Sandgebieten
  • Nistweise: nistet in selbstgegrabenen Gängen im Sand, oft mehrere Nester beieinander
  • Parasiten: Große Sandgängerbiene (Ammobates punctatus, FABRICIUS, 1804), Rötliche Kegelbiene (Coelioxys rufescens, LEPELETIER & SERVILLE, 1825)
  • Gefährdung: in Deutschland gefährdet, in Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein ausgestorben
  • Besonderheit: Männchen übernachten manchmal in Gemeinschaften, auffällig hoher Flugton

jtw

Dünen-Pelzbiene
Dünen-Pelzbiene ist weit verbreitet aber dennoch selten. Sie braucht Binnendünen und Sandgruben zum Nisten. Foto: Albert Krebs, CC BY-SA 4.0

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