Gelbfleckige Düsterbiene: Wildbiene des Monats April 2023

27. März 2023

Die Gelbfleckige Düsterbiene braucht ein gutes Timing. Sie baut selbst keine Nester, sondern lässt den Nachwuchs von einer anderen Wildbienenart versorgen – der Kleinen Harzbiene, die der Wildbiene des Monats April 2023 sehr ähnlich sieht. Die Gelbfleckige Düsterbiene ist mittlerweile sehr selten und braucht Schutz.

Die Gelbfleckige Düsterbiene (Stelis signata) ist eine sogenannte Kuckucksbiene. Sie legt ihre Eier in die Nester anderer Wildbienen und lässt ihren Nachwuchs von diesen aufziehen. Im Falle der Gelbfleckigen Düsterbiene sind das die Nester der Kleinen Harzbiene. Damit das gelingt, muss die Gelbfleckige Düsterbiene genau den Zeitpunkt abpassen, nachdem die Kleine Harzbiene selbst Eier in ihr Nest gelegt hat und dann auf der Suche nach einem Pollenvorrat, der ebenfalls mit in die Brutkammer eingeschlossen wird, noch einmal ausfliegt. Die Kleine Harzbiene baut ihre Nester im Freien an der Südseite von Steinen, Baumstämmen und damit ganz anders als die meisten anderen Wildbienen, die die Nester in Hohlräumen oder in der Erde anlegen.

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So erkennt man die Gelbfleckige Düsterbiene

Um ihre Eier in das Nest der Wirtsbiene zu schmuggeln, hat die Gelbfleckige Düsterbiene nur wenige Minuten Zeit. Das Verschließen einer Brutzelle dauert etwa 20 Minuten. Währenddessen fliegt die Kleine Harzbiene mehrfach für eine oder zwei Minuten davon. Diese Zeit muss die Gelbfleckige Düsterbiene nutzen. Ihre große Ähnlichkeit zur Kleinen Harzbiene hilft ihr dabei, nicht aufzufallen. Beide sind etwa sieben Millimeter groß bzw. klein und auffällig schwarz-gelb gezeichnet. Die Gelbfleckige Düsterbiene kann auch schnell mit einer Wespe verwechselt werden. Ein wichtiger Unterschied zur Kleinen Harzbiene liegt nur darin, dass sie keine Bauchbürste hat, an der sich Pollen sammelt. Da sie keine Brut aufzieht, sammelt sie nämlich keinen Pollen.

Nest der Kleinen Harzbiene mit einer Gelbfleckigen Düsterbiene
Die Gelbfleckige Düsterbiene ist die Wildbiene des Monats April 2023. Sie ist eine Kuckucksbiene und legt ihre Eier in die Nester der Kleinen Harzbiene. Foto: Albert Krebs, CC BY-SA 4.0

Die Gelbfleckige Düsterbiene ernährt sich nur von Nektar und sammelt diesen an verschiedenen Wildpflanzen unter anderem auf Feld-Thymian, Berg-Sandglöckchen, Wilde Resede und Habichtskräutern. Wer die Düsterbiene unterstützen möchte, sollte genau diese anpflanzen. Dazu raten die Initiative „Deutschland summt!“ und die dahinter stehende Stiftung für Mensch & Umwelt. Zusammen haben sie die Gelbfleckige Düsterbiene zur Wildbiene des Monats April 2023 ernannt und informieren über die Lebensweise der mittlerweile sehr selten gewordenen Wildbiene.

Wildbiene des Monats April 2023: Selten und gefährdet

Zwar ist die Gelbfleckige Düsterbiene in Deutschland noch weitverbreitet, doch gilt sie hierzulande bereits als gefährdet. Mancherorts ist sie vom Aussterben bedroht oder bereits verschollen. Ihr Lebensraum schließt sich auch an den der Kleinen Harzbiene an: Trockenstandorte wie Felshängen, sonnige Waldränder, lichte Kiefernwälder oder Sand- und Kiesgruben. Dort fliegt sie von Anfang Juni bis Ende August.

Verbreitungskarte Gelbfleckige Düsterbiene
Verbreitungskarte der Gelbfleckigen Düsterbiene. Quelle: Stiftung für Mensch und Umwelt, Dominik Jentzsch

„Deutschland summt!“ hat einige Fakten zur „Wildbiene des Monats April 2023“ zusammengestellt:

  • Name: Gelbfleckige Düsterbiene (Stelis signata, LATREILLE 1809)
  • Flugzeit: Juni bis August
  • Nahrung und Lebensraum: unspezialisiert, benötigt nur Nektar zur Eigenversorgung; sammelt an Feld-Thymian, Berg-Sandglöckchen, Wilder Resede, Felsen-Fetthenne, Brombeere, Wald-Weidenröschen und Habichtskräutern; braucht Trockenstandorte wie ihre Wirtsbiene
  • Nistweise: baut keine eigenen Nester
  • Wirte: Kleine Harzbiene (Anthidium strigatum, PANZER 1805); synonym: Zwergharzbiene (Anthidiellum strigatum PANZER 1805)
  • Gefährdung: gilt in Deutschland als gefährdet, selten; in Schleswig-Holstein bereits ausgestorben/verschollen; in Sachsen-Anhalt vom Aussterben bedroht, in Sachsen stark gefährdet
  • Besonderheit: gelb-schwarze Zeichnung, ähnelt ihrer Wirtsbiene, Weibchen ohne Bauchbürste

Tipps zum Gestalten von bienenfreundlichen Strukturen und zu den Pflanzen, die Nahrung für Wildbienen bieten, gibt es unter wir-tun-was-fuer-bienen.de und deutschland-summt.de.

jtw

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