Gift von Wildbienen als Medizin

10. Februar 2023

Gifte von Wildbienen könnten in der medizinischen Anwendung eine schonendere Alternative zum Gift der Honigbiene darstellen. Das untersucht derzeit ein Forscherteam aus Frankfurt.

Bislang wird Melittin unter anderem zur Behandlung von Entzündungen eingesetzt. Melittin ist der Bestandteil, der rund die Hälfte des Trockengewichts von Bienengift ausmacht. Da er jedoch auch gesunde Zellen angreift, hat ein Forschungsteam untersucht, wie sich die Melittin-Varianten von solitär lebenden Wildbienen, wie die der Seiden- und Holzbienen, auf Zellkulturen auswirken.

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Milderes Gift von Wildbienen?

Die Effekte fielen sehr unterschiedlich aus, und einige Varianten erwiesen sich als weniger aggressiv gegenüber den Zellen. Bei ihrem medizinischen Einsatz könnte eventuell auf die ausgleichende Gabe hemmender Substanzen verzichtet werden.

Das Team des Frankfurter LOEWE-Zentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik will diesen Ansatz in weiteren Experimenten verfolgen. Für sicher Aussagen sei es noch zu früh. „Die Idee für unsere vergleichenden Analysen war, dass Melittin erst im Laufe der Evolution so stark toxisch geworden ist und die evolutionär älteren Wildbienen eventuell ursprünglichere Melittin-Varianten im Gift produzieren, die pharmakologisch besser nutzbar sind“, berichtet Dr. Björn von Reumont von der Frankfurter Goethe-Universität.

Die Ergebnisse der Studie hat die Fachzeitschrift toxins publiziert.

spie

Aus was besteht Bienengift?
Bienengift ist eine bittere, klare, schwach aromatische Flüssigkeit, die aus mehr als 50 verschiedenen Substanzen besteht. Hier ist insbesondere das Enzym Phospholipase A2 sowie das Peptid Melittin zu nennen. 
In unserem ausführlichen Glossar-Beitrag erfahren Sie mehr über Bienengift – wie man es erntet, warum Bienenstiche so schmerzhaft sind und was den Stachel der Honigbiene besonders macht.>>>

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