So imkert Fernsehköchin Sarah Wiener

03. September 2019

Sarah Wiener imkert. Fünf Bienenvölker in Einraumbeuten hält die bekannte Fernsehköchin, Autorin und EU-Parlamentarierin. Um die Bienen aus ihrer Sicht möglichst wesensgemäß zu halten, nutzt sie Hochstände. So können die Bienen – ähnlich wie in Bäumen – weit oben in der Luft ihr Flugloch finden.

Diese Art der Imkerei ist allerdings kraftraubend und so ist Sarah Wiener gerade auf der Suche nach einer passenden Alternative. „Man muss ganz schön viel schleppen, die Treppen der Hochstände rauf und runter. Vielleicht finde ich ein kleineres System, das trotzdem wesensgemäß ist, um mich ein bisschen zu entlasten. Ich habe von japanischen Beuten gehört, in die man dann nur ein paar Stöckchen hineinhängt“, berichtet sie im Interview mit dem Deutschen Bienen-Journal. Es ist in der September-Ausgabe zu lesen.

Sarah Wiener: „Ich könnte mehr Honig ernten“

Sarah Wiener bei der Arbeit an ihren Bienen.
Sarah Wiener bei der Arbeit an ihren Bienen. Foto: Milena Schloesser

Im Vordergrund ihrer Imkerei steht nicht der Honigertrag, sondern das Imkern an sich. Dennoch ist die Köchin an gutem Honig interessiert – unerhitzt für die eigene Küche und manchmal auch zum Backen. Je nachdem, wie oft sie ihre Bienenvölker besucht, entnimmt sie ihnen zwei bis drei Honigwaben. „Ich könnte mehr ernten, aber de facto sind es wohl zwischen zehn und dreißig Kilogramm, maximal fünfzig in manchen Jahren“, sagt sie dazu. Den Honig isst sie selbst und verschenkt ihn an Freunde.

Dass ihre Zeit so knapp ist, liegt unter anderem an ihrer neuen Position im EU-Parlament. Seit der letzten Wahl im Mai 2019 ist sie dort für ihr Heimatland Österreich als Abgeordnete tätig. Doch wer kümmert sich um die Bienen, wenn Sarah Wiener in Brüssel unterwegs ist? „Niemand, die Bienen sind meine Aufgabe“, sagt sie dazu, dass sie die Beuten möglichst selten öffnet. Meist findet das dann an den Wochenenden statt. „Wenn man sich vorstellt, dass der Bienenorganismus ein paar Tage braucht, um das Mikroklima wiederherzustellen, nachdem man ihm das Dach vom Haus gerissen hat, wird man achtsamer. Ich respektiere die Eigenregie meiner Bienen“, beschreibt sie ihre Betriebsweise.

Sarah Wiener: „Bienenprodukte sind Superfoods, aber …“

Das hat sie auch in ihrem neuen Buch beschrieben. „Bienenleben“ ist im März 2019 erschienen. Franziska Weber, Volontärin beim Deutschen Bienen-Journal, hat erst kürzlich mit Sarah Wiener über ihre Imkerei gesprochen. Im Interview erklärt sie, warum der Honigpreis aus ihrer Sicht an die Erzeugungsbedingungen geknüpft sein sollte und der Begriff „Superfoods“ für Bienenprodukte in die Irre führen kann.

Jana Tashina Wörrle

TOP-THEMEN im September-Heft

1. Internet & Bienen

Der Einsatz moderner Technologien scheint auf den ersten Blick nicht so recht zur Imkerei zu passen. Seit einigen Jahren werden aber auch hier die Möglichkeiten des Internets und neuer Sensoren erforscht und entwickelt. Wir zeigen unter anderem die Entwicklung des Fernmonitorings von Bienenvölkern per Geräuschanalyse im Bienenstock – oder auch vor Ort per Smartphone.

» Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe

2. Späte Trachten

Phacelia, Efeu oder Gelbsenf – immer mehr späte Trachten liefern Nektar für die Bienen. Doch ist es wirklich gut, wenn die Bienen diesen eintragen und spät im Jahr noch derart aktiv sind? Chance oder Katastrophe?

3. Behandlungsfrei auf Malta

In der kleinen Inselrepublik im Mittelmeer leben rund 200 Imker. Ein Bericht über zwei Imker auf Malta, die die heimische Bienenrasse halten und ihre Völker nicht mehr gegen Varroa behandeln.

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