Mohn-Mauerbiene: Wildbiene des Monats Mai 2023

26. April 2023

Die Mohn-Mauerbiene macht ihrem Namen alle Ehre. Sie nutzt nicht nur den Nektar und Pollen des Klatschmohns, sondern auch die Blütenblätter zum Nestbau. Die Mohn-Mauerbiene ist die Wildbiene des Monats Mai 2023. Sie ist vielerorts sehr selten geworden. So kann man sie schützen.

Blüht der Mohn, so fliegt auch die Mohn-Mauerbiene (Osmia papaveris). Von Mai bis Juli ist die Wildbiene, die nur halb so groß ist wie eine Honigbiene, besonders aktiv. Sie lebt dort, so es trocken und sandig ist. So bevorzugt sie Flugsandfelder, Magerrasen und Sandgruben, um ihre Nester zu bauen. Und auch dafür braucht die Mohn-Mauerbiene den Mohn. Mit den Blütenblättern dieser und anderen bunten Pflanzen kleidet sie ihr Nest aus. Es besteht aus einem Gang von sieben Zentimetern Tiefe, den sie gräbt und dann darin eine einzige Brutzelle anlegt. Dort hinein legt sie ein Ei und dazu einen pollenreichen Nahrungsvorrat.

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Mohn-Mauerbiene braucht bunte Äcker und Wiesen

Nahrung sammelt die Mohn-Mauerbiene zwar unspezialisiert an verschiedenen Pflanzenfamilien, bevorzugt nutzt sie aber Mohn- und Kornblumen. Diese sieht man auf Äckern und Wiesen aber immer weniger. Dadurch und auch durch den Schwund von sandigen Brachflächen, kommt auch die Mohn-Mauerbiene immer seltener vor. Sie gilt als vom Aussterben bedroht und in einigen Bundesländern bereits als verschollen oder ausgestorben. Durch den massiven Einsatz von Pestiziden schwinden ihre Nahrungspflanzen und gleichzeitig ihr Baumaterial. So besteht der beste Schutz der Mohn-Mauerbiene auch darin, mehr extensiv genutzte Wiesen anzulegen, um diese einzigartige Bienenart und ihre Verwandten zu erhalten und zu fördern. Tipps zum Gestalten von bienenfreundlichen Strukturen, finden Sie auf den Websites wir-tun-was-fuer-bienen.de und deutschland-summt.de.

Verbreitungskarte der Mohn-Mauerbiene
Verbreitungskarte der Mohn-Mauerbiene: © Stiftung für Mensch und Umwelt, Dominik Jentzsch

Die Initiative „Deutschland summt!“ und die dahinter stehende Stiftung Mensch & Umwelt haben die Mohn-Mauerbiene zur „Wildbiene des Monats Mai 2023“ ernannt und informieren über sie und andere besondere Wildbienenarten. Wer die Mohn-Mauerbiene in der Natur beobachten möchte, muss wegen ihrer Seltenheit großes Glück haben. Achten kann er auf eine kleine Wildbiene mit großen Kieferzangen. Die Weibchen sind dunkel gefärbt, die Männchen tragen weiße Haarbüschel im Gesicht, wie man sie auch von anderen Mauerbienenarten kennt.

Mohn-Mauerbiene ist vom Aussterben bedroht

Die Männchen der Wildbiene des Monats Mai haben noch eine weitere besonders Verbindung zu Mohnpflanzen. Denn sie schlüpfen wenige Tage vor den Weibchen und warten dann sitzend auf Mohnblüten, bis die Weibchen zu ihnen kommen.

„Deutschland summt!“ hat einige Fakten zur Mohn-Mauerbiene zusammengestellt:

  • Name: Mohn-Mauerbiene (Osmia papaveris, LATREILLE 1799)
  • Flugzeit: Mai bis Juli
  • Lebensraum: trockenwarme Standorte wie Flugsandfelder, Magerrasen, Sandgruben, sonnige Waldränder
  • Nahrung: unspezialisiert; nutzt sechs Pflanzenfamilien, vor allem Mohn und Kornblumen
  • Nistweise: nistet in selbstgegrabenen Hohlräumen im Boden; einzeln oder in kleinen Kolonien
  • Parasiten: Mandibel-Kegelbiene (Coelioxys mandibularis, NYLANDER 1848)
  • Gefährdung: sehr selten, vom Aussterben bedroht
  • Besonderheit: nutzt Blütenblätter vom Klatschmohn zum Bau ihrer Erdnester

jtw

Mohn-Mauerbiene
Die Mohn-Mauerbiene ist die Wildbiene des Monats Mai 2023. Foto: Roland Günter

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