Pestizide auf Bienenweide

24. Mai 2022

Auch Pflanzen, die in Baumärkten oder Gartencentern mit dem Label „bienenfreundlich“ verkauft werden, können stark mit Pestiziden belastet sein. So kann die Bienenweide zur Gefahr für Insekten werden. Das zeigt eine neue Untersuchung zu Pestiziden auf Bienenweiden.

Zum zweiten Mal in Folge haben der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und seine Partnerorganisation Global 2000 aus Österreich gemeinsam in beiden Ländern Zierpflanzen auf Pestizide untersuchen lassen. Dabei stellten sie Pflanzen in den Mittelpunkt, die als besonders bienenfreundlich ausgewiesen waren wie Lavendel, Sonnenblumen oder Hyazinthen. Insgesamt 44 Pflanzenproben aus Baumärkten, Gartencentern, Supermärkten und Gärtnereien wurden analysiert.

Wieder zeigte sich eine erhebliche Belastung gerade der Pflanzen, die als Bienenweide eigentlich den Insekten zugute kommen sollen. Mit 42 der 44 Proben waren im Ergebnis fast alle belastet – im Schnitt sogar mit 7,7 unterschiedlichen Wirkstoffen. Die Naturschutzorganisationen hatten die Untersuchung bereits im vergangenen Jahr durchführen lassen und sich nach der starken Belastung, die sich schon 2021 zeigte, eigentlich eine Verbesserung erhofft.

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Pestizide auf Bienenweide: Das zeigt die Untersuchung

Doch nun in der zweiten Runde ist das Ergebnis ähnlich:

  • Auf etwa 40 Prozent der Proben waren hoch bienengiftige Substanzen zu finden.
  • Knapp jede fünfte Pflanze wies eine Belastung mit mehreren dieser Pestizide auf.
  • Insgesamt wurden im Rahmen der Untersuchungen 64 verschiedene Pestizide nachgewiesen, darunter elf, die als hoch giftig für Bienen eingestuft werden.
  • Auf 39 Proztent der Pflanzen wurden Pestizide nachgewiesen, die zum Zeitpunkt der Probennahme keine EU-Zulassung hatten.

Gerade das letztgenannte Ergebnis sorgt für heftige Kritik von Seiten des BUND. „Skandalös ist die Tatsache, dass europäische Herstellerfirmen Pestizide in Länder des globalen Südens verkaufen, die aufgrund ihrer Gefahr für Mensch und Umwelt in Europa nicht mehr zugelassen sind“, erklärt dazu BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel in der Mitteilung zu den Untersuchungsergebnissen. Weiter spricht sie von einem Giftkreislauf, der sich schließt, wenn EU-Mitgliedstaaten Zierpflanzen importieren, die solche Pestizide ohne EU-Zulassung enthalten.

Giftfalle für Insekten

Die Untersuchung haben BUND und Global 2000 anlässlich des Weltbienentages initiiert. In diesem Zusammenhang weisen sie auch darauf hin, wie wichtig es ist, dass der Pestizideinsatz weltweit sinkt. Jeder einzelne ist aufgerufen, sich dafür einzusetzen – und auch etwas im eigenen Garten und auf dem eigenen Balkon dafür zu tun, dass Insekten genug Nahrung finden. Welche Pflanzen man dafür nutzt, sollte allerdings gut geprüft sein. Pestizidbelastete Pflanzen können laut BUND zur Giftfalle für Bienen und Co. werden. Denn sie nehmen die schädlichen Insektengifte über Nektar und Pollen auf. Beschriftungen im Einzelhandel, die auf eine bienenfreundliche Pflanze hinweisen, helfen leider kaum weiter wie die Untersuchung zeigt.

Details der Untersuchung können hier nachgelesen werden.>>>

jtw

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