Vermehrte Hornissenangriffe? 

16. September 2022

Nach zwei Vorfällen, in denen Menschen von Hornissen angegriffen wurden, geistert in den Medien die Meldung herum, dass es generell mehr Angriffe durch Hornissen geben würde. Eine sachliche Basis gibt es für diese Behauptung jedoch nicht. Was war geschehen?

Zunächst kam es Ende August zu einem Zwischenfall am Uracher Wasserfall im Landkreis Reutlingen, bei dem mindestens zehn Personen gestochen wurden. Anfang September ereilte dann mindestens 20 Menschen in einem Wandergebiet bei Bad Ditzenbach von Hornissen dieses Schicksal. Diese beiden Fälle bilden jedoch keine valide Grundlage dafür, von vermehrten Angriffen zu sprechen. 

Mehr Hornissen, aber nicht mehr Hornissenangriffe

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DBJ Ausgabe 10/2022

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Dieses Jahr werden nicht nur von der eingeschleppten asiatischen Hornisse Vespa velutina vermehrt Nester gemeldet – auch die heimische Hornisse Vespa crabro scheint zumindest in einigen Regionen etwas häufiger vorzukommen. Das sollte als positives Zeichen für diese gefährdete Art angesehen werden. Von Mitte August bis Mitte September beherbergen die Nester in der Regel viele Individuen, doch sind die Völker deswegen nicht aggressiver. „Ich kann solche Behauptungen nicht nachvollziehen“, sagt beispielsweise Wepsen- und Hornissenberater Thomas Beissel. „Auch jetzt bewege ich mich noch einen Meter vor den Hornissenvölkern, ohne dass ich angegriffen werde. Die attackieren in aller Regel nur dann richtig, wenn das Nest beschädigt ist. Dann geht es aber richtig zur Sache.“

Seinen Informationen zufolge wurde in einem der geschilderten Fälle der Hornissenangriffe das Nest zuvor von Kindern mit Stöckern gestört. Da sei es kein Wunder, dass die Hornissen ihr Volk verteidigten. „Ich habe vor ein paar Tagen noch direkt am Flugloch eines Volkes mit einem Akkuschrauber gearbeitet, das hat die Tiere nicht interessiert“, erzählt Beissel.  

Hornisse ist geschützte Art

Die heimische Hornisse Vespa crabro und ihre Nester sind in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz geschützt und dürfen nicht zerstört werden. Eine Entfernung ist nur im begründeten Notfall möglich. In der Regel versuchen dann Wespen- und Hornissenberater, die Nester an eine andere Stelle umzusiedeln. Allerdings befinden sich die Nester ab Mitte September wieder im Niedergang, da Vespa crabro einen relativ kurzen Nestzyklus hat. Nur die Jungköniginnen überwintern, um im folgenden Frühling neuer Nester zu gründen, wobei die heimische Hornisse eine reine Höhlenbewohnerin ist.  

spie

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