“Wir haben es satt”: Honig mit Polizeigeleit

22. Januar 2020

Bei der Demonstration „Wir haben es satt!“ am 18.01. in Berlin erhielt der Imkerblock als einzige Gruppe Polizeigeleit. Anscheinend befürchtete man, dass die Imker die mitgeführten 2,5 Tonnen „Glyphosathonig“ während der Demo auf der Straße verteilen. Im Rahmen einer Aktion hatte der betroffene Imker Sebastian Seusing im Vorfeld einen Eimer Honig vor dem Eingang des Bundeslandwirtschaftsministeriums geleert. Dies hatte für viel Aufsehen gesorgt. Allerdings hatten die Aktionsteilnehmer den Gehweg nach eigener Aussage im Anschluss wieder gereinigt.

„Wir haben es Glypho-satt!“ und andere Parolen konnte man nicht nur auf den vielen Schildern der Imker lesen. Das Thema war allgegenwärtig. Doch natürlich ging es nicht nur um Bienen, sondern auch um Themen wie Tierhaltung, Ernährung oder Gülle und die grundlegende Forderung einer echten Agrarwende. Teilnehmer hatten sich als Bienen, Hühner, Kühe oder Schweine verkleidet. Auch zwei Dinosaurier wurden gesichtet, die wohl eine überholte Agrarpolitik darstellten. Doch auch die vielen Imkerinnen und Imker fielen durch ihre weißen Anzüge auf. Der Imkerblock wurde in diesem Jahr durch mehrere Wagen aufgewertet. So zog ein Trecker einen Anhänger mit Bannern, und ein weiterer Wagen einen Anhänger mit dem belasteten Honig.

Demo “Wir haben es satt” mit 27.000 Teilnehmern

Den Angaben der Veranstalter zufolge nahmen 27.000 Menschen an der Demonstration teil, die bereits zum zehnten Mal in Folge stattfand. Darunter waren auch viele junge Menschen, die ihren Unmut über eine unbewegliche Politik äußerten. Nach einer Auftaktkundgebung am Brandenburger Tor zog der lange Tross unter anderem am Bundeslandwirtschaftsministerium vorbei. Allen voran fuhr eine Kolonne Dutzender Trecker. „Reden reicht nicht, die Zeit der Ankündigungen ist vorbei. Wir messen Agrarministerin Klöckner daran, was bei ihrer Politik unter dem Strich für Bauernhöfe, Tiere und das Klima herauskommt. Bislang ist diese Ministerin in dieser Hinsicht eine Nullnummer!“, sagte Saskia Richartz, Sprecherin des Demo-Bündnisses. „Wir fordern, dass die Bundesregierung 2020 bei der EU-Agrar­reform Nägel mit Köpfen macht. Jetzt heißt es für Julia Klöckner: Ärmel hochkrempeln und die Agrarwende anpacken!“


TOP-THEMEN im Juni-Heft

1. Bienenviren

Viren sind weltweit die vielfältigsten und am weitesten verbreiteten Krankheitserreger. Auch Honigbienen können von unterschiedlichen Viren befallen werden und erkranken. Wir stellen verbreitete Krankheitserreger vor und beschreiben, was der Imker bei Ausbrüchen von Virenerkrankungen tun kann.

» Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe

2. Steuerrecht für Imker

In bestimmten Fällen müssen auch Imker mit nur wenigen Bienenvölkern Einkommensteuer ans Finanzamt zahlen. Wann dies zutrifft, wie eine Gewinnermittlung aussehen sollte und welches die verschiedenen Wege für Hobbyimker im deutschen Steuerrecht sind, zeigen wir anhand von Fragen und Antworten und einer Übersichtsgrafik.

3. Abschlussarbeiten von Imkermeistern

18 Imkermeister absolvierten 2019 ihre Prüfung in Veitshöchheim. Wir stellen Ihnen zwei besondere Abschlussarbeiten vor. Imkermeister Marius Jordan ging der Frage nach, ob sich mehrere Mini-Plus-Beuten mit einem gemeinsamen Honigraum führen lassen und wie rentabel diese Betriebsweise ist. Imkermeister Daniel Michelberger nahm sich dagegen in seinem Meisterprojekt den Zeit- und Kostenaufwand der Königinnenvermehrung vor. Er untersuchte, wie sich die Vermehrung von Königinnen gewinnbringend in seinen Betrieb integrieren lässt.

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