Pollenkitt

30. April 2021

Beim Pollenkitt handelt es sich um eine klebrige Substanz auf den Pollenkörnern. Sie verbessert die Haftung an die Narbe der weiblichen Pflanze und steigert somit die Bestäubungswahrscheinlichkeit bei insektenbestäubten Pflanzen.

Aufbau des Pollens

Pollenkitt - Bestäubung - Foto: Sabine Rübensaat

Bei der Insektenbestäubung überträgt das Insekt den Pollen von einer Blüte zur Anderen. Dabei verbessert der Pollenkitt diesen Prozess. Foto: Sabine Rübensaat

Das Pollenkorn wird umgeben von einer Schutzschicht, damit es hohen physikalischen und chemischen Belastungen standhält. Sie wird als Sporoderm bezeichnet. Das Sporoderm besteht wiederum aus mehreren Schichten. Die innerste Schicht ist die Intine. Sie besteht aus Pektin und Zellulose und ist von weicher Konsistenz. Die äußere, schützende Schicht bezeichnen Biologen als Exine und gibt dem Sporoderm und damit dem Pollenkorn seine äußere Form. Pollen weist dabei sehr viele verschiedene Formen und Farben auf. Es kann beispielsweise über Rippen, Hacken, Zacken, Körnungen oder Wabenstrukturen verfügen.

Zwischen den genannten Strukturen befindet sich der Pollenkitt. In der Fachsprache wird er als Viscin bezeichnet und setzt sich aus einer Reihe von Fett- und Farbstoffen zusammen. Ziel der Struktur und des Pollenkitts ist die Haftung an die Narbe der Blüten.

Pollenkitt kommt teilweise auch bei den windbestäubten Pflanzen vor. Das liegt daran, dass es ursprünglich lediglich windbestäubte Pflanzen gab. Im Laufe der Evolution kamen insektenbestäubte Pflanzen auf und entwickelten dabei das Pollenkitt. Einige dieser Pflanzen kehrten wieder zur Windbestäubung zurück, behielten das Pollenkitt allerdings bei.

Was hat der Pollenkitt mit der Pollenallergie zu tun?

Die Exine enthält Proteinmoleküle anhand derer eine Pflanze den Pollen erkennt. Sie kann damit feststellen, ob es sich um den eigenen Pollen oder Fremdpollen handelt. Dadurch wird die Selbstbestäubung verhindert. Diese Inkompatibilitätsproteine erkennt der Körper mancher Menschen als Eindringlinge und löst eine unangebracht starke Immunreaktion aus. Dabei handelt es sich um eine Pollenallergie mit den typischen Symptomen wie Schnupfen, gerötete Augen, gereizte Haut und Angeschlagenheit.

Tipps gegen Pollenallergie

Regelmäßiges Duschen hilft, den Pollen aus den Haaren und von der Haut zu entfernen und die Belastung zu mildern. Auch die Kleidung sollte man daher regelmäßig wechseln. Da während und nach einem Regenguss die Menge an Pollen in der Luft weit aus geringer ist, empfiehlt es sich für Pollenallergiker insbesondere in dieser Zeit, sich draußen aufzuhalten.

Außerdem kann es helfen, Honig zu verzehren. Denn auch dieser hat einen gewissen desensibilisierenden Effekt. Da Honig in geringen Mengen auch Blütenpollen enthält, trainiert der regelmäßige Konsum sozusagen das Immunsystem und der Körper gewöhnt sich an den Pollen. Dabei ist es allerdings wichtig, dass der Honig aus der direkten Umgebung stammt und damit die gleichen Pollen enthält wie der, der die Allergie auslöst. So muss er auch aus der Jahreszeit stammen, in der die Pflanzen blühen, deren Pollen den Körper belasten. Wie stark dieser desensibilisierende Effekt allerdings wirklich ist, ist bisher noch nicht umfassend erforscht.

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