Imkern im November: Kerzen und Honiglikör selber machen

21. Oktober 2021

Gut gegen Mäuse und Spechte geschützt brauchen die Bienenvölker im November keine Pflege. Jetzt ist Zeit, sich um Organisatorisches zu kümmern, um Kerzen zu ziehen und um Honiglikör zu machen.

Zeit für die Imker-Organisation

Wurden die Bienenvölker in den vergangenen Monaten gut gepflegt und ausreichend gefüttert, überdauern sie die nun kommende dunkle Jahreszeit schadlos. Spätestens jetzt müssen bei Fluglochschlitzen mit einer Höhe von über acht Millimetern Mäusegitter vormontiert werden. Eventuell ist es nötig, einen Spechtschutz zu installieren. Grünspechte entdecken die Bienen als Ersatznahrung, wenn durch anhaltenden Bodenfrost die Ameisen unerreichbar werden, die ihre natürliche Nahrung sind.

Da es sonst an den Bienenständen wenig zu tun gibt, habe ich Zeit, Dinge zu erledigen, für die sonst keine Zeit bleibt. Insbesondere administrative Arbeiten im Imkerverein oder die Organisation der Imkerschulungen auf Kreisimkervereins- und Landesverbandsebene stehen an.

AFB-Messpunkt-Monitoring

Ausgabe 12/2021

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Die bakteriologische Untersuchung auf Paenibacillus-larvae-Sporen dient dazu, unentdeckte Faulbrutherde ausfindig zu machen, lange bevor es zum Ausbruch der Seuche kommt. Es ist ein vom Land Niedersachsen getragenes Forschungsprojekt, das seit 2004 läuft und durch das Bieneninstitut Celle angeregt wurde. Den Kreisimkervereinen wird so die Möglichkeit eingeräumt, jährlich etwa zehn Prozent der Imkereien auf Amerikanische Faulbrut (AFB) untersuchen zu lassen. Allerdings bezieht sich diese kostenfreie Möglichkeit der Untersuchung ausschließlich auf Standimkereien.

Für Völker, die auf Wanderschaft gehen, muss eine separate AFB-Untersuchung für eine Seuchenfreiheitsbescheinigung durchgeführt werden. So sind die Wandervölker in der Regel besser untersucht als die Standvölker. Befindet sich aber unter den beprobten Völkern eine Probe der Kategorie I „Geringe Sporenbelastung“, wird damit angezeigt, dass es einen Faulbrutherd in der Peripherie geben muss. Aus meiner Sicht ist es heute nicht mehr nötig, Bienenvölker wegen AFB abzutöten. Dabei ist es für alle von Vorteil, wenn Imker und die zuständigen Veterinärämter gut miteinander kooperieren können.

Solidargemeinschaft Imkerverein

„Ist der Imker krank, sind auch die Bienen krank.“ Der Vorstand unseres Imkervereins spricht gezielt Imker an, die Hilfe benötigen könnten. In der Regel geht es darum, den Bienenstand aufzuräumen. Es kann sich ein beträchtlicher Berg an Altwaben angesammelt haben, zudem müssen Rähmchen und Zargen desinfiziert werden. Dazu veranstalten wir vereinsinterne „Schmelz- und Kochpartys“.

Vernachlässigte Bienen haben oft ein Varroaproblem. Im November hat man meist keine Chance mehr, solche Völker zu retten. Im Verein ist es aber möglich, Imker, die Probleme haben, frühzeitig anzusprechen und ihnen – etwa bei der Varroabehandlung im August und der Restentmilbung im Dezember – zu helfen. Solche Hilfe lässt die meisten mit Freuden weiterimkern, und letztlich ist der Verein auch dazu da, dass man sich gegenseitig hilft.

Kerzen ziehen mit Freunden

Im November veranstalten wir zu Hause ein Kerzenziehfest mit Freunden und deren Kindern. Dabei können auch Kerzen für den Eigenbedarf gegossen werden. Wir verwenden ausschließlich Bienenwachspellets, die ich extra zukaufe. Das eigene Wachs wird zu Mittelwänden umgearbeitet (eigener Wachskreislauf). Diese Aktion kommt immer sehr gut an, und wir können es uns kaum mehr erlauben, es ausfallen zu lassen.

Der Raum, in dem wir basteln, wird komplett mit einer Folie zum Schutz gegen Tropfwachs ausgelegt. In der Mitte wird eine Induktionsherdplatte auf einer Holzbeute platziert. Als Wachstopf kommt ein emaillierter Eisentopf oder ein moderner Edelstahltopf, der für den Induktionsherd geeignet ist, infrage. Töpfe aus Aluminium oder nackte Eisentöpfe (leere Wurstbüchsen) eignen sich nicht, da sich das Wachs darin grau verfärbt. Natürlich steht die Sicherheit an oberster Stelle. Kinder dürfen nicht unbeaufsichtigt bleiben, und eine Löschdecke liegt parat.

Honiglikör selber machen

Dieser Honiglikör stammt ursprünglich aus Ostpreußen und besteht aus Honig, Gewürzen und hochprozentigem Alkohol. Der fertige Likör hat einen Alkoholgehalt von etwa 20 Prozent. Ich stelle ihn ganz einfach selbst her. Dabei kommen auf einen Liter Wodka etwa 350 g Honig. Ich kaufe einen Wodka der gehobenen Preisklasse, was sich im Geschmack bemerkbar macht. Als Honig nehme ich die Reste der Heidehonig-Schleuderung, die nicht durch das Feinfiltersieb durchgingen. Zusätzliche Gewürze lasse ich weg, da der Geschmack durch die im Heidehonig enthaltenen Wachs-, Pollen- und Propolisanteile dominiert wird.

Nach einer Woche filtere ich den Sud und erhalte einen nach Heidehonig schmeckenden Bärenfang. Ein etwa mit Robinienhonig angesetzter Bärenfang kann zusätzlich mit Gewürzen wie Nelken und Vanilleschote aufgepeppt werden, da dieser Honig fast keinen Eigengeschmack aufweist. So einfach lässt sich Honiglikör selber machen.

Horst Schäfer

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