Honigschleudern in der heimischen Küche

30. Mai 2016

Nur die wenigsten Hobbyimker haben einen gesonderten Schleuderraum zur Verfügung, in dem nichts anderes stattfindet als das Honigschleudern und Abfüllen. Das müssen sie auch gar nicht, denn die Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV) erlaubt es, Honig auch in der heimischen Küche zu schleudern. Doch auch dafür gibt es Vorschriften.

Grundsätzlich gilt, – und das trifft wohl auf die meisten normalen Küchen zu – dass die Oberflächen, der Boden und die Wände des Schleuderraums sauber, glatt und leicht zu reinigen sein müssen. Das gründliche Reinigen der Oberflächen, des Materials, das mit dem Honig in Berührung kommt, des Fußbodens und der eigenen Hände erledigen Imker direkt vor dem Schleudern. Für das Händewaschen muss ein Handwaschbecken mit fließend kaltem und warmem Wasser, Flüssigseife und Einmalhandtüchern zur Verfügung stehen.

Minimaler Küchenumbau fürs Honigschleudern

Vor dem Schleudern muss die Küche noch etwas umgebaut werden. Wer dort nur ein Dämmerlicht nutzt, sollte für eine gute Beleuchtung sorgen. Da zur Honigernte meist sehr warme Temperaturen vorherrschen, ist es angenehmer bei offenem oder gekipptem Fenster zu arbeiten. Doch dafür muss das Fenster mit einem Insektengitter versehen werden, damit sich keine ungebetenen Gäste wie räubernde Wespen oder Bienen dazugesellen, die vom Geruch des Honigs angelockt werden.

Wichtig ist es zudem, alle Zimmerpflanzen und Mülleimer aus der Küche zu entfernen. Auch all das, was stark riecht wie Kaffee oder Tierfutter hat während des Schleuderns nichts in der Nähe des Honigs zu suchen und sollte aus der Küche geräumt werden. Für den neutralen Geruch bzw. einen solchen Geruch, der nicht vom Honig aufgenommen wird, sorgt man am besten durch gutes Lüften vor dem Schleudern und damit, dass währenddessen keine andere Tätigkeit dort verrichtet wird – also nicht zwischendurch zur Stärkung mal ein Spiegelei braten.

Kein Kaugummi während des Honigschleuderns

Jetzt ist es nur noch wichtig, dass auch die Person, die den Honig schleudert, möglichst gesund (frei von ansteckenden Krankheiten), sauber und frisch ist. Sie sollte die Straßenkleidung und Schuhe ablegen und möglichst helle Kleidung tragen. Eine Kopfbedeckung ist Pflicht, damit keine Haare in den Honig gelangen. Rauchen ist selbstverständlich während des Schleuderns verboten, genauso wie Kaugummi kauen. Einmalhandschuhe können verwendet werden, aber das müssen sie nicht.

Und nun heißt es: an die Schleuder, fertig, los. Viele Imker in Deutschland haben in diesem Jahr die erste Honigernte bereits hinter sich oder planen diese gerade. Das Honigjahr 2016 verspricht bisher viele volle Honigeimer.

Wie die Honigernte abläuft, welche Ausrüstung man dafür braucht und mit welchen Kosten man bei der Anschaffung zu rechnen hat, zeigt das Video für Neuimker „Die Honigernte“

Das Video ist Teil einer Reihe, die begleitend zum Spezialheft “Bienen als Hobby” erstellt wurde. Teil 1 der Video-Reihe gibt es auf dem Youtube-Kanal oder in der Mediathek

Detaillierte Infos zu den Vorschriften der LMHV, Formblätter und Broschüren gibt es im aktuellen Infobrief den das Fachzentrum Bienen und Imkerei in Mayen gemeinsam mit anderen Bieneninstituten herausgibt. Er kann hier heruntergeladen werden.

TOP-THEMEN im Juni-Heft

1. Bienenviren

Viren sind weltweit die vielfältigsten und am weitesten verbreiteten Krankheitserreger. Auch Honigbienen können von unterschiedlichen Viren befallen werden und erkranken. Wir stellen verbreitete Krankheitserreger vor und beschreiben, was der Imker bei Ausbrüchen von Virenerkrankungen tun kann.

» Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe

2. Steuerrecht für Imker

In bestimmten Fällen müssen auch Imker mit nur wenigen Bienenvölkern Einkommensteuer ans Finanzamt zahlen. Wann dies zutrifft, wie eine Gewinnermittlung aussehen sollte und welches die verschiedenen Wege für Hobbyimker im deutschen Steuerrecht sind, zeigen wir anhand von Fragen und Antworten und einer Übersichtsgrafik.

3. Abschlussarbeiten von Imkermeistern

18 Imkermeister absolvierten 2019 ihre Prüfung in Veitshöchheim. Wir stellen Ihnen zwei besondere Abschlussarbeiten vor. Imkermeister Marius Jordan ging der Frage nach, ob sich mehrere Mini-Plus-Beuten mit einem gemeinsamen Honigraum führen lassen und wie rentabel diese Betriebsweise ist. Imkermeister Daniel Michelberger nahm sich dagegen in seinem Meisterprojekt den Zeit- und Kostenaufwand der Königinnenvermehrung vor. Er untersuchte, wie sich die Vermehrung von Königinnen gewinnbringend in seinen Betrieb integrieren lässt.

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