Maikrankheit: Wenn Bienen Verstopfung haben

05. Juli 2020

Im Frühsommer ist das Wetter oft noch instabil. Das kann bei den Bienen zur sogenannten Maikrankheit führen. Das hilft dagegen.

Wenn warmes Wetter sich mit längeren Schlechtwetter- oder gar Kälteperioden abwechselt, können Bienen zwischenzeitlich nicht ausfliegen, obwohl sie schon mitten in der Arbeit stecken: Sie pflegen Brut, wollen Nektar sammeln und ihn zu Honig verarbeiten. Genau das tun sie im Mai, Juni und manchmal auch noch Anfang Juli. Doch wenn Regen oder gar Frost sie im Bienenstock halten, kann es zu Problemen kommen – zur sogenannten Maikrankheit.

Ausgabe 12/2020

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Maikrankheit erkennen

„Die Maikrankheit tritt eigentlich nur auf, wenn nach ausgiebigem Polleneintrag wieder eine Schlechtwetterperiode von einer Woche oder länger eintritt“, sagt Wulf-Ingo Lau, Bienenzuchtberater des Laves Bieneninstututs Celle. Lau nennt als ersten Hinweis darauf, wie Imker erkennen können, dass Bienen erkrankt sind, dass diese nicht gut riechen. „Aufmerksame Imker beobachten ihre Lieblinge immer mit allen Sinnen, ohne die Bienen dabei groß zu stören zu müssen“, sagt er und weist darauf hin, dass viele Imker im Frühsommer aber meist mehr mit dem starken Schwarmdrang der Bienen zu tun haben als mit der Maikrankheit.

Die Maikrankheit zeigt sich bei den ganz jungen Bienen und den Ammenbienen als Verstopfung. Die bereits sehr aktiven Bienen hatten dann zu wenige Möglichkeiten auszufliegen und ihren Darm zu entleeren. Sie konnten kein Wasser sammeln und zu sich nehmen. Doch wie alle Lebewesen benötigen sie Wasser für ihre Verdauung. Ihr Darm ist meist gut gefüllt mit Pollen. Dieser dickt durch den Wassermangel ein und quillt auf. Die Bienen werden flugunfähig.

Maikrankheit verhindern

Maikrankheit Zuckerwasser
Maikrankheit: Manches Mal brauchen die Bienen dann Zuckerwasser als Futter. Foto: Sabine Rübensaat

Als Symptome der Maikrankheit sieht man vor den Stöcken tote Bienen oder Bienen liegen, die zitternde Bewegungen zeigen. Manchmal schleppen sich die Bienen noch voran und geben dabei Kot ab, der fest und krümelig ist. Oft sieht man auch Spuren von Bienenkot direkt am Flugloch. Die Verstopfung sorgt nicht selten dafür, dass sich im Darm der Bienen Bakterien und Pilze ansammeln.

Um die Maikrankheit zu verhindern und zu behandeln, wenn sich erste betroffene Bienen zeigen, sollte man nahe am Bienenstock Wasser anbieten – am besten in großen Bottichen mit Korken oder Stroh darin, damit keine Biene ertrinkt. In akuten Fällen kann man auch Zuckerwasser im Verhältnis 1:1 oder 1:2 auf die bienenbesetzten Waben sprühen. Dazu rät die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Das Zuckerwasser nehmen die Bienen schneller an als Wasser ohne Zucker.

Als Präventionsmaßnahme dient eine Plastikfolie auf den Oberträger der Waben. Denn hier sammelt sich Kondenswasser und kann einem Wassermangel vorbeugen.

Maikrankheit: Norddeutsches Phänomen

Auch Wulf-Ingo Lau rät dazu, erkrankte Bienenvölker mit ein wenig Flüssigfutter aufzupeppeln. Dann verlaufe die Maikrankheit meist harmlos. „Sie kann nur dann wirklich zum Problem werden, wenn die Bienen ohnehin an einer Darmkrankheit, einer Virusinfektion, einer Blutinfektion oder Vergiftung leiden“, sagt der Bienenzuchtberater. Klimatisch bedingt sei die Maikrankheit ein typisch norddeutsches Phänomen. 

jtw

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