Impfung gegen Faulbrut zugelassen

11. Januar 2023

Ende 2022 wurde bekannt, dass Forscher eine Impfung gegen die Amerikanische Faulbrut entwickelt haben. Erste Studien zeigten Erfolge und nun ist die Impfung in den USA bereits zugelassen worden. Allerdings gilt das nur bedingt. Diese Aspekte werfen Zweifel auf.

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DBJ Ausgabe 2/2023

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Breitet sich der Erreger Paenibacillus larvae im Bienenstock aus, bedeutet das meist das Ende des ganzen Bienenvolkes. Ist die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen, die Paenibacillus larvae auslöst, müssen ganze Bienenstände saniert werden. Dass es künftig eine Impfung gegen das Bakterium geben könnte, war im Herbst 2022 deshalb eine Interesse weckende Meldung für Imker weltweit. Nun hat der Impfstoff sogar bereits eine Zulassung erhalten.

Nur eine bedingte Zulassung für die Faulbrut-Impfung

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) meldet, hat die amerikanische Landwirtschaftsbehörde dem Unternehmen Dalan Animal Health, das den Impfstoff entwickelt hat, allerdings nur eine bedingte Zulassung erteilt. Denn die ersten erfolgversprechenden Studien reichen doch noch nicht aus für eine vollständige Freigabe durch die Behörde.

Zwar schreibt das Unternehmen auf seiner Internetseite, dass die Impfung weder der Gesundheit der Bienenkönigin schade, noch dass die Qualität des Honigs beeinflusst werde. Dennoch zeigten Untersuchungen, dass die Wirkung der Impfung Grenzen hat und weitere Studien notwendig sind. Die Impfung ist als eine Art Schluckimpfung für die Bienenkönigin konzipiert, die den Impfstoff über das Futter bekommt. So sollen sie und ihre Nachkommen dann resistent gegen den Erreger werden.

Erfolg der Impfung von Bienenart abhängig

Die Grenzen der Impfung liegen nach Angaben des RND bislang noch in der unterschiedlichen Wirkung bei unterschiedlichen Unterarten der Westlichen Honigbiene. So zeigte die Zulassungsstudie an 35 Bienenvölkern in Spanien und Österreich unterschiedliche Wirksamkeiten bei den verschiedenen Arten. Für die Untersuchung bekamen 25 der 35 Völker einen Placebo verabreicht. Im Ergebnis zeigte sich, dass in den österreichischen Völkern der Kärnter Biene nach der Impfung 30 Prozent weniger Larven starben als in Bienenstöcken, die mit Placebo behandelt wurden. In den Bienenvölkern der Iberischen Honigbiene in Spanien wurde die Sterblichkeit dagegen um 50 Prozent reduziert.

Diese unterschiedliche Empfänglichkeit sorgt für Zweifel an der Schutzwirkung der Impfung bzw. dafür, dass diese noch weiter untersucht werden muss. So meldet das RND als Fazit der aktuellen Entwickelung: „Wenn lediglich die Auswirkung der Infektion eingedämmt wird, könnte das auch bedeuten, dass infizierte Bienenstöcke schlechter erkannt werden und sich der Erreger dadurch noch besser ausbreiten kann.“

jtw

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