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November – Organisation und Fortbildung

09.12.2014

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© Silke Beckedorf

Wenn es am Bienenstand ruhiger wird, hat man mehr Zeit für Schulungen.

Die Wintertraube prägt sich nicht voll aus, solange es noch mild ist. Jetzt ist der letzte empfehlenswerte Zeitpunkt, um Völker noch von einem Stand auf einen anderen zu versetzen. Danach sollte der Bien in seiner Winterruhe möglichst nicht mehr gestört werden.

Die Gerätschaften können im trüben November sortiert und gereinigt werden. Man könnte auch mal einiges entsorgen, was schon jahrelang herumliegt – aber was noch irgendwie brauchbar erscheint, bleibt dann doch wieder liegen. Wer sein Material gut pflegt, braucht nicht viel neu zu kaufen.

Investitionen habe ich nur zurückhaltend getätigt. Gebäude, Fahrzeug, Gerätschaften, Technik – viel Geld ist leicht ausgegeben, aber schwer erwirtschaftet. Es droht die Spirale des Wachstums: Auf einmal hast nicht du einen Betrieb – der Betrieb hat dich! Mit einem größeren Bankkredit im Hintergrund werden zwei miserable Honigjahre wie 2012 und 2013 zur existenziellen Gefahr. Für uns sind sie „nur“ ein Ärgernis.

Unseren Stundenlohn haben wir noch nie ausgerechnet. Er liegt garantiert weit unter jeglichem Mindestlohn. Aber die Imkerei macht Freude, stärkt die Identität, und in der Jahresbilanz bleibt doch eine für unsere Verhältnisse nette Summe übrig. Bei 40 Völkern Grundbestand habe ich auch in der Hochsaison keinen 14-Stunden-Tag. So genießen wir eine erfüllende Tätigkeit mit eher beschaulichem Arbeitstempo.

Einen Betriebsnachfolger haben wir nie gesucht, obwohl wir spürbar älter werden. Aber so manchem Jungimker habe ich schon mit Rat und Tat weiterhelfen können und einem jungen Haupterwerbsimker den Start erleichtert. So geht es doch in die nächste Generation ...

Versammlungen und Schulungen haben im Winterhalbjahr Saison. Unverzichtbar sind für mich die Versammlungen beim KIV Lüneburg, nun auch der Berufsimkertag Soltau im Januar. Darüber hinaus gibt es viele imkerliche Veranstaltungen, die mich interessieren, zu denen ich dann aber doch nicht fahre. Sonst wächst mir eines Tages noch ein Chitinpanzer! Zwar kann auch ein erfahrener Imker immer wieder Neues lernen, Alterprobtes kritisch überprüfen. Aber wahrscheinlich bin auch ich da und dort in gewohnter Routine festgefahren, ohne Korrekturbedarf oder eine Verbesserungsmöglichkeit zu bemerken. Na, das ist wohl allzu menschlich.

Eine Fachzeitschrift im Abonnement, das macht eine Imkerei erst vollständig. Natürlich bemerkt der Abonnent mit den Jahren, dass der Themenkreis des Fachgebietes überschaubar ist. Gleichwohl ist es in jedem Monat erfreulich, die neueste Ausgabe in den Händen zu halten und in der Vielfalt zu stöbern.

Als Referent vertrete ich gern die Union der Basiszüchter. In Niedersachsen werden Schulungsveranstaltungen großzügig bezuschusst, sodass wenigstens dieser Teil meiner ehrenamtlichen Arbeit einen finanziellen Ausgleich erfährt. Allerdings habe ich den Eindruck gewonnen, dass die Themen „Einfache Zucht vitaler Bienen“ und „Spätsommerpflege ohne Medikamente“ für das jeweilige Publikum so konzentriert Neues enthalten, dass es für viele an die Grenze des Verständlichen geht. Anscheinend bewege ich mich wie selbstverständlich in einer Welt, die doch am Rande des Üblichen und Gewohnten liegt. Einfacher wird es dadurch nicht für mich.

Die Medien sind uns Imkern wohlgesonnen. Bienen haben ein positives Image. Die Gier mancher Medien nach Negativschlagzeilen sollten wir aber nicht bedienen. Aus schmerzhaften Völkerverlusten wird sonst noch den Weltuntergang! Unsere Lüneburger Landeszeitung berichtet gern positiv über die Imkerei im Jahreslauf. Der Kreisimkerverein pflegt die gute Beziehung zur Presse.

Bildungsarbeit, in Schulen beispielsweise, ist eine dankbare Aufgabe. Eigentlich würde ich auch da gern etwas tun. Die Bleckeder Imker würde ich gern mal zum Adventskaffee einladen. Inzwischen beschränke ich mich aber bewusst auf das Wichtigste. Allzu viel ist ungesund, auch bei ehrenamtlichem Tun.

Trachtpflanzen dürfte es bei uns viel mehr geben. Ich stecke hier oder da mal eine Weide, pflanze Ahorn, Esskastanie, Robinie, Linde und Co. in unsere 17 ha Kiefernwald. Mehr ist kaum zu schaffen. Großflächige Blütenpracht kann nur die öffentliche Hand fördern, etwa mit dem Blühstreifenprogramm.

Naturschutz- und Ökokampagnen scheinen in Mode zu sein. Wer euphorisch die vom NABU ausgezeichnete Bienenkiste baut und besiedelt, wird ihre Nachteile vielleicht irgendwann bemerken, vielleicht auch nicht. Greenpeace will in 10 % der öffentlichen Wälder jede Nutzung verbieten … und das Holz kommt dann aus der Taiga. Ich dagegen pflanze in unserem Wald auch Douglasie, bis zu 50 % Anteil, aber die ganze Pflanzung leidet unter dem allzu zahlreichen Rehwild. Nein, liebe Großstädter – nicht die Nutzung natürlicher Ressourcen ist das Problem, sondern deren hemmungslose Ausbeutung.

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