Bienen im Winter – Im Januar brauchen sie Ruhe

01. Januar 2018

In den Wintermonaten muss auf den Bienenständen Ruhe herrschen. Wissenschaftler haben exakte Temperaturmessungen bei überwinternden Bienenvölkern durchgeführt und dabei nachgewiesen: Ein einziger Stoß am Bienenkasten kann eine Temperatursteigerung um bis zu 24 °C in der Wintertraube zur Folge haben. Erst nach 68 Stunden ist die Temperatur wieder auf den Normalstand abgesunken. Schon das Anheben eines Beutendeckels lässt die Temperatur um etwa 2 °C ansteigen.

Bienen im Winter – So lange kommen sie mit einer Honigblasenfüllung aus

Bei Außentemperaturen von 8 bis 13 °C sitzt die Bienenmasse noch recht locker. Die Bienen können offenes Futter von den Außenwaben zum Kern ihres Wintersitzes umtragen. Sinkt die Temperatur ab, wird die Wintertraube dichter und kleiner. Die Randbienen sorgen dafür, dass möglichst keine Strahlungswärme verloren geht. Bei Hinterbehandlungsbeuten ist diese „Randbienenzone“ etwa zwei bis drei Zentimeter dick, bei Magazinvölkern sind es dagegen sieben bis acht Zentimeter. Die großen Magazinvölker haben also eine doppelt so dicke „Winterkappe“.

Interessant ist die Feststellung, dass Randbienen 48 Tage mit einer Honigblasenfüllung auskommen, bevor sie wieder Nahrung aufnehmen und den Standort wechseln müssen. Bienen im Inneren der Wintertraube benötigen dagegen bereits nach 16 Tagen neue Nahrung.

Auch bei sehr tiefen Außentemperaturen fällt bei den Randbienen die Temperatur nicht unter 6 bis 8 °C. So macht uns das Bienenvolk vor, wie ohne Thermostatsteuerung bei geringstem Energieverbrauch eine maximale Wärmeausbeute zu erzielen ist.

Das neue Bienenjahr planen

Am Anfang eines neuen Jahres sollten wir uns darüber Gedanken machen, was uns das vergangene Jahr an Gutem oder weniger Gutem gebracht hat, und für das begonnene planen. Hier könnten ein Buch und die imkerlichen Zeitschriften vergangener Jahre helfen, unser Wissen mit neuen Erkenntnissen aufzufrischen. Ich wünsche Ihnen, ich wünsche uns ein erfolgreiches und zufriedenes Bienenjahr. 

Lesen Sie hier, was Sie in der aktuellen Ausgabe des Bienenjournal-Hefts erwartet:

» Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe

TOP-THEMEN im November-Heft

1. Zukunft Handbestäubung?

Spätestens seit dem Film More than Honey wird Handbestäubung in China immer wieder als Beispiel für eine Welt ohne Bestäuber herangezogen. Unsere Autorin Dr. Annemarie Wurz beschreibt, dass Handbestäubung weltweit beim Anbau unterschiedlicher Kulturen eingesetzt wird – allerdings aus unterschiedlichen Gründen.

2. Goldrutenhonig

Von Juli bis Oktober blühen auf Ackerbrachen, Bahndämmen oder an Straßenrändern überall die gelben Ähren der Goldruten. Die invasive Art verdrängt einheimische Pflanzen. Sie ist aber auch ein wahrer Bienenmagnet, und die Nachfrage nach Goldruten-Honig ist rasant gestiegen.

3. Hunde riechen Faulbrut

Im US-Bundesstaat Maryland helfen Spürhunde beim Auffinden von Faulbrut. Dazu müssen sie immer wieder trainieren.

4. Honigzubereitungen

Honigmischungen stehen – besonders in der Weihnachtszeit – hoch im Kurs. Berufsimker Sven Bestmann verrät, wie sich verschiedene Honigkreationen herstellen lassen.

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