Bienenfreundliche Blumen: So erkennt man sie

07. September 2021

Nicht die vollsten Blüten sind es, nicht die sattesten Farben und auch nicht Pflanzen, die man aus der Gratis-Blühmischung vom Baumarkt bekommt, die die wirklich bienenfreundlichen Blumen bilden. Wir zeigen, was Hobbygärtner stattdessen beachten sollten.

„Ich werde Ihnen jetzt nicht die Top-Ten der besten Blumensorten nennen, die jeder in seinen Garten pflanzen soll“, sagt Dr. Matthias Wucherer vom Netzwerk Blühende Landschaft gleich zu Beginn des Gesprächs über bienenfreundliche Blumen. Die Erklärung dieser Absage kommt gleich hinterher: „Jeder Garten ist anders, jeder Gärtner hat unterschiedlich viel Zeit und Muße für die Pflege der Pflanzen und es kommt auch darauf an, in welcher Region der Garten liegt, welches Klima hier herrscht.“ Dennoch hat der Leiter des Netzwerks viele Tipps parat zum Pflanzen von bienenfreundlichen Blumen.

Bienenfreundliche Blumen: Züchtungen sind oft optische Attrappen

Ausgabe 10/2021

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Da sei als erstes die Ursprünglichkeit der Blumenart, also keine Züchtung. „Die meisten Züchtungen sind für Bienen nicht mehr als optische Attrappen. Es sind sterile Hybride, die auf Resistenz und Optik gezüchtet wurden und nicht dazu, dass die Bienen sie bestäuben und sie deshalb Nektar spenden“, sagt Wucherer. Dazu kommt, dass wilde Sorten auch meist ungefüllte Blüten haben – etwa die Rose. Dies bietet einen entscheidenden Vorteil: Die Bienen kommen an den Nektar heran und scheitern dabei nicht an den zahlreichen Blütenblättern der gefüllten Sorten.

Möchte man bienenfreundliche Blumen aussähen oder setzen, spielt außerdem der Faktor der Mehrjährigkeit eine wichtige Rolle. „Zwar sind mehrjährige Blumen meist etwas teurer, aber da man sie ja im folgenden Jahr dann nicht noch einmal kaufen muss und man sich auch Arbeit spart, sind die Kosten schnell wieder eingespart“, sagt der Biologe. Er empfiehlt vor allem mehrjährige Wildstauden, da diese für Insekten besonders wertvoll sind. Und das nicht nur wegen ihres Nektars und Pollen, sondern auch, weil Wildbienen in den Stängeln überwintern und im Frühjahr dort Nester bauen können. Voraussetzung jedoch: Die Stängel bleiben stehen, auch wenn die Blume schon abgeblüht ist. „Statt im Herbst sollte man die Stängel erst im zeitigen Frühjahr schneiden, bevor wieder Neues daran sprießt“, rät Matthias Wucherer.

Samenmischungen mit bienenfreundlichen Blumen bieten Vielfalt

Zu früh oder zu spät kann man allerdings nicht nur beim Blumenschnitt im Garten dran sein. Auch beim Mähen kann man viel falsch machen, wenn man den falschen Zeitpunkt wählt oder denkt jede Mahd schade der Blütenvielfalt. „Rollrasen ohne Blüten ist natürlich nichts für Insekten. Aber Blumenwiesen brauchen Pflege, auch wenn man Bedenken hat, mitten in die Blühfläche hinein zu mähen“, sagt Matthias Wucherer. So müsse sollte man beobachten, was genau zu welchem Zeitpunkt blüht und welche der Blumen eventuell ein zweites Mal Blüten zeigen, wenn man mäht. Dazu gehört etwa die Margerite, die in vielen Blühmischungen für Blumenwiesen enthalten ist. Wer gar nicht mäht und eine Blühfläche sich selbst überlässt, bietet den bienenfreundlichen Blumen nicht lange einen Lebensraum. „Die Flächen verkrauten und verbuschen“, nennt das der Fachmann. An die tieferliegenden Stellen kommt dann zu wenig Licht und Luft.

Für Blühflächen, die aus Samenmischungen bienenfreundlicher Blumen entstehen sollen, hat das Netzwerk Blühende Landschaft auch auf seiner Internetseite Tipps parat. Zwar sind Blühmischungen mittlerweile überall zu haben und werden auch gerne von Gartencentern oder Supermärkten als Werbegeschenke genutzt. Aber genau hierbei landen meist nur Samen von günstigen einjährigen Pflanzen und nicht die wilden heimischen Arten in den Tütchen. Samenmischungen an sich findet Matthias Wucherer dennoch gut, denn sie bieten eine Vielfalt, die gerade die Wildbienen brauchen. Eine Blüte löst dann die nächste ab und es entsteht ein breites Band an Blüten über eine längere Zeit. Tipps zu regional passenden Blühmischungen gibt es hier.>>>

jtw

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