Propolissalbe selber machen

22. September 2021

Propolis besteht aus Pflanzenharzen und Bienenwachs. Das Kittharz wirkt gegen Pilze, Bakterien und Viren. Auch als Zusatz in Kosmetik ist es immer beliebter – vor allem als Propolissalbe. Selber machen kann man sie mit nur drei Zutaten. So geht’s.

Propolis ist eine rötlich braune, klebrige Substanz, mit der die Honigbienen im Bienenstock Ritzen und Löcher stopfen und auch die Waben überziehen. Es ist Baumaterial und Mittel zur Abwehr von Krankheitserregern zugleich. Für die Herstellung des Bienenkittharzes Propolis sammeln die Bienen hierzulande das Harz von Laubbäumen. Vor allem das der Pappeln und auch von Esskastanien nutzen sie am häufigsten. Die Harze mischen sie mit selbst ausgeschwitztem Bienenwachs und fügen Speichelsekret sowie ätherische Öle und weitere Stoffe der Pflanzen hinzu, an deren sie das Harz gesammelt haben. Daraus entsteht ein Stoff, der sowohl antimykotisch, antibakteriell und antiviral wirkt.

Ausgabe 11/2021

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Im Bienenstock findet man Propolis deshalb auch genau an den Stellen, an denen Pilze, Bakterien und Viren potenziell eindringen können – etwa am Flugloch und dem ganzen „Eingangsbereich“. Hier tragen die Bienen oftmals eine Art Teppich aus Propolis auf, über den jede Biene bei der Ankunft krabbelt – ein Desinfektionsfußbad sozusagen.

Propolissalbe: So wirkt sie auf der Haut

Aufgrund der Wirkung wird Propolis auch als Heilmittel eingesetzt. In der Apitherapie findet es vor allem in Form einer alkoholhaltigen Tinktur Einsatz und wird gegen Entzündungen verschiedenster Art eingesetzt. Entdeckt hat es aber auch die Kosmetikindustrie für sich und so kommen auch immer mehr Pflegeprodukte auf den Markt, die Propolis enthalten. Auch hier soll die entzündungshemmende und Bakterien abwehrende Wirkung Vorteile bringen.

So enthält Propolis einerseits Flavonoide und Phenole aus den Pflanzenharzen. Ihnen werden antioxidative Eigenschaften zugesprochen. Andererseits soll die antimykotische, antibakterielle und antivirale Wirkung die Wundheilung beschleunigen und Unreinheiten der Haut bekämpfen. Nutzen kann man dies besonders gut in Form einer Propolissalbe.

Propolissalbe kann aber noch mehr. Einsetzen kann man sie auch bei trockenen, rissigen Hautstellen oder kleinen Verletzungen, gegen Pickel und Akne, gegen Lippenherpes und Warzen und als Pflege, wenn die Haut viel Sonne abbekommen hat. Beachten sollte man allerdings, dass man die Propolissalbe nicht als Dauer-Pflegeprodukt nutzt, sondern eher als heilendes Mittel im Akutfall. So gewöhnt sich die Haut nicht zu sehr an die enthaltenen Stoffe und es entstehen keine Resistenzen. Das rät auch die Biologin Nadine Kunz vom Julius Kühn-Institut in Braunschweig. Sie forscht zum Thema Propolis und sieht das Kittharz als Medikament und nicht als Pflegemittel. Nadine Kunz hat uns fünf wichtige Fragen zu Propolis und seiner Wirkung beantwortet.>>>

Rohpropolis
Selbst gemachte Propolissalbe enthält Propolistinktur aus Rohpropolis. Foto: Sabine Rübensaat

Heilmittel mit Allergiepotenzial

Eher als natürliches Heilmittel einzustufen ist das Kittharz Propolis auch deshalb, weil es je nach Standort, an dem die Bienen es sammeln, je nach Jahreszeit und Wetter anders zusammengesetzt ist. Propolis kann bis zu 200 verschiedene Stoffe enthalten. Komplett erforscht sind sie noch nicht. Aufpassen müssen all jene, die wissen, dass sie empfindlich auf die Stoffe aus dem Bienenstock reagieren – bei Bienenstichen genauso wie auf Pollen. Denn Propolis wirkt stark allergen. So weisen auch Anbieter von Produkten, die Propolis enthalten, wie die Firma Beegut darauf hin, dass Propolis als allergener Stoff gilt und bei empfindlichen Menschen zu Hautrötung, Juckreiz oder Schwellung führen kann. Deswegen sollte man auch Propolissalbe nicht bei der ersten Anwendung im Gesicht nutzen. Stattdessen rät Beegut zu einer Kontaktprobe, die sich auf eine unempfindliche Hautstelle beschränkt.

Propolissalbe
Zur Herstellung von Propolissalbe benötigt man nur drei Zutaten: Bienenwachs, Propolistinktur und ein gutes Pflanzenöl. Foto: Sabine Rübensaat

Beegut bietet zwar selbst eine Propolissalbe zum Kauf an. Für all diejenigen, die entweder als Imker eigenes Propolis zur Verfügung haben oder gerne eine eigene Salbe herstellen möchten, stellt die Firma online ein Rezept für selbst gemachte Propolissalbe und Tipps rund um die Salbenherstellung bereit.

Wichtig zu wissen vorab: Salben enthalten im Vergleich zu Cremes meist nur wenige Zutaten und sind einfach selbst herzustellen. Salben bestehen immer aus einer Fettphasen mit verschiedenen Zusätzen. Cremes enthalten zudem Wasser – eine sogenannte Wasserphase – die sich aber nur mit der Fettphase vermischen lässt, indem man Emulgatoren hinzufügt.

Propolissalbe selber machen: Das Rezept

Für die Herstellung einer Propolissalbe benötigt man nur drei Zutaten – zwei davon stammen von den Bienen selbst: Bienenwachs und Propolis. Dazu braucht man noch ein gutes Pflanzenöl wie Mandelöl, Olivenöl oder Leinöl. Das Propolis kommt als Propolistinktur zum Einsatz. Das Bienenwachs muss aufgelöst werden und das funktioniert am einfachsten, wenn man Wachspellets nutzt.

Propolissalbe
Die fertige Propolissalbe füllt man noch flüssig in Gläser oder Tigel. Foto: Sabine Rübensaat

Dabei gelten folgende Mengenangaben als Richtwert für ein ausgewogenes Verhältnis der Zutaten zueinander:

  • 100 ml Pflanzenöl auf
  • 6 bis 8 Gramm Bienenwachs und dazu
  • zwischen 20 und 80 Tropfen Propolistinktur.

Bei der Intensität der Salbe, also wie stark man die Wirkung von Propolis haben möchte, sollte man beachten, dass mehr Propolistropfen auch etwas mehr Bienenwachs bedürfen. So bleibt die Konsistenz optimal.

Das Wachs gibt man mit dem Öl in ein sauberes Glas und erhitzt das Ganze im Wasserbad. Kochen muss das Gemisch nicht, denn Bienenwachs schmilzt bereits ab 60 Grad Celsius.

Ist das Bienenwachs aufgelöst, kann man die Propolistropfen hinzugeben. Noch flüssig füllt man die Propolissalbe dann in bereitgestellte Tigel oder Salbengläschen. Um die Konsistenz zu prüfen, kann man zuvor auch einen Tropfen der Propolissalbe auf einen Teller geben. Hier erkaltet er schnell und man kann das Ergebnis prüfen.

jtw

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