Apitherapie

29. April 2021

Bei der Apitherapie handelt es sich um die Verwendung von Produkten aus dem Bienenvolk zur Behandlung von Krankheiten und zur Linderung von Beschwerden. Die Apitherapie wird von Heilpraktizierenden und Ärzten und Ärztinnen aber auch präventiv angewendet. Teilweise basiert die Apitherapie auf guten Studienlagen. Viele Bereiche sind allerdings nicht umfassend erforscht. Verwendet werden unter anderem Honig, Bienengift, Propolis und die Stockluft.

Vertreter der Apitherapie ist in Deutschland der Deutsche Apitherapie Bund (DAB).

Wie wirkungsvoll und sicher ist die Apitherapie?

Apitherapie - Bienenprodukte zur Heilung - Foto: Sebastian Spiewok

In der Apitherapie kann das medizinische Fachpersonal verschiedene Bienenprodukte zur Heilung von Beschwerden einsetzen. Foto: Sebastian Spiewok

Die Sicherheit und Wirksamkeit hängt stark von den verwendeten Bienenprodukten und den zu behandelnden Krankheiten ab. Prinzipiell kann jeder Mensch eine Allergie auf verschiedene Stoffe ausbilden. Nach Aussagen des Apitherapeuten und Gynäkologen Prof. Dr. Karsten Münstedt von der Ortenau Klinik zählt Propolis zu den 20 häufigsten Allergenen. Auch eine Pollenallergie tritt häufig auf. Auf Bienengift und Honig reagieren dagegen weniger Menschen mit einer übertriebenen Immunreaktion, einer Allergie.

Wie nutzen Apitherapeuten die Bienenprodukte?

Bienengift spritzen Ärzte dem Patienten im Rahmen einer sogenannten Hyposensibilisierung zur Gewöhnung an das Gift. Mit der Zeit reagiert der Körper weniger empfindlich. Die Allergie kann sogar verschwinden. Zudem kann Bienengift gegen Rheuma und neurologische Erkrankungen eingesetzt werden. Hierbei gilt die Studienlage allerdings noch als sehr dünn. Nach Angaben des Deutschen Apitherapie Bunds (DAB) sind rheumatische Erkrankungen heute der wichtigste Einsatzbereich des Bienengifts. Zudem wirke Bienengift unter anderem durchblutungsfördernd, bakterizid, fungizid und viruzid, Blut verdünnend und Cholesterin senkend.

Honig gilt als bereits besser erforscht. Ärzte und Heilpraktiker setzen ihn einerseits speziell zur Wundheilung ein. Dabei nutzen sie besonders reinen medizinischen Honig. Ihn gibt man auf die betroffene Stelle. Dadurch kommt es seltener zu Infektionen und es kommt weniger zur Narbenbildung. Honig wird außerdem gegen Erkältungskrankheiten eingesetzt. Er lindert den Hustenreiz und wirkt entzündungshemmend.

Das Kittharz Propolis setzen die Bienen als natürliches Antibiotikum ein. Bekannt ist die Wirkung vor allem gegen Herpesviren. Laut Karsten Münstedt wirkt Propolis auch lindernd bei Gelenkschmerzen und beschleunigt die Wundheilung. Ähnlich wie bei Antibiotika sollte man Propolis nicht prophylaktisch einnehmen. Es können sich Resistenzen bilden. Das Kittharz wird meist in hochprozentigem Alkohol aufgelöst und als Propolistinktur tropfenweise eingenommen oder tropfenweise äußerlich angewendet.

Stockluft setzen Imker und Apitherapeuten zur Behandlung von Atembeschwerden ein. Dabei wird die Luft aus dem Bienenvolk über verschiedene Vorrichtungen und Filter eingeatmet. Die natürliche Zusammensetzung soll zu einer Linderung der Beschwerden führen. Bisher gibt es zur Wirksamkeit allerdings keine umfangreichen Studien.

Weitere natürliche Ressourcen des Bienenvolkes

GeleeRoyale, Bienenwachs und Honig setzt die Kosmetikindustrie in einigen Produkten ein. Sowohl im Bereich AntiAging als auch für Duschlotions, Hautcremes und Seifen.

Blütenpollen und Perga sind eine natürliche und pflanzliche Proteinquelle. Sie enthalten mehr Proteine als die vergleichbare Menge an Fleisch.

Apitherapie und Corona

Bisher konnte nicht bewiesen werden, dass Substanzen aus dem Bienenvolk gegen Coronaviren wirken.

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