Asiatische Hornisse in Hamburg entdeckt

06. Februar 2020

Asiatische Hornisse in Hamburg gesichtet: Bislang wurde sie nur in südlichen Bundesländern entdeckt. Wissenschaftler der Uni Hamburg melden nun allerdings den Fund eines lebenden Exemplars in Norddeutschland. Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gilt als Bedrohung für die Honigbiene.

„Es ist noch nicht klar, ob sich in Norddeutschland schon eine Population der Asiatischen Hornisse angesiedelt hat oder ob es sich bei dem in Hamburg gesammelten Tier um einen Einzelfund handelt“, melden die Wissenschaftler des Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg. Dennoch teilen sie offiziell mit, dass sie erstmals ein Exemplar der Vespa velutina im Norden der Bundesrepublik identifizieren konnten. Konkret wurde das Insekt, das etwas kleiner ist als die hier heimischen Hornissen, lebend in Billbrook auf einem Firmengelände gefunden.

Asiatische Hornisse in Hamburg: Aggressiv gegenüber Honigbienen

Asiatische Hornissen werden bis zu drei Zentimeter groß. Sie sind für ihr aggressives Verhalten gegenüber anderen Insekten und speziell gegenüber der Honigbienen bekannt, die sie gerne fressen. Im Jahr 2004 wurde die Asiatische Hornisse von China nach Südwestfrankreich eingeschleppt und verbreitet sich seitdem weiter. In Deutschland wurde sie vor dem Fund in Hamburg nur im Südwesten entdeckt – in Rheinland-Pfalz und im Süden Baden-Württembergs.

Die Stiche der Vespa velutina sind nicht gefährlicher als die der normalen, hier einheimischen Hornissen, der Europäischen Hornisse Vespa crabro.

Wie sich ihre Vorliebe für das Verspeisen von Honigbienen auswirkt, bleibt abzuwarten. Bisher sind die Funde der Asiatischen Hornisse noch sehr überschaubar. Fangaktionen wie sie in Frankreich versucht wurden mit beköderten Flaschen sind in Deutschland nach Angaben des NABU nicht gestattet, da in den Flaschen auch unzählige heimische und bedrohte Insekten ums Leben kommen könnten.

Die Asiatische Hornisse lebt in Völkern von mehreren tausend Tieren. Die Völker bauen die Nester vor allem in Baumwipfeln. Äußerlich unterscheidet sich die Vespa velutina in folgenden Punkten von der Vespa crabra:

Asiatischen Hornisse
Ein Exemplar der Asiatischen Hornisse wurde nun in Hamburg-Billbrook gefunden. Foto: UHH/CeNak/Dalsgaard
  • Körpergröße: Die Asiatische Hornisse ist bis zu drei Zentimeter groß. Die Europäische Hornisse erreicht dagegen bis zu vier Zentimeter.
  • Farbe des Kopfes: Die Asiatische Hornisse hat einen schwarzen Kopf mit orangener Stirn. Die Europäische Hornisse hat dagegen einen Kopf, der rötlich bis schwarz gefärbt ist; die Farben gehen hier einander über.
  • Farbe des Thorax: Der Thorax der Asiatischen Hornisse ist komplett schwarz. Der Thorax der Europäischen Hornisse ist rotbraun mit eine schwarzen, v-förmigen Zeichnung.
  • Farbe des Hinterleibs: Der Hinterleib der Asiatischen Hornisse ist deutlich dunkler als der der Europäischen Hornisse. Nur die Spitze ist orangegelb. Bei der Europäische Hornisse fängt eine gelbe Färbung viel weiter vorne an.

Der wohl prägnanteste Unterschied liegt allerdings in der starken Vermehrung der Asiatischen Hornisse. Die Europäische Hornisse gilt dagegen mittlerweile als bedrohte Art. Weitere Unterschiede der beiden Hornissenarten können Sie hier nachlesen.>>>

jtw

Weitere Informationen über die Invasion der Asiatischen Hornisse nach Europa haben die Forscher aus Hamburg in einer Studie zusammengefasst.>>>


TOP-THEMEN im April-Heft

1. Vespa velutina – die asiatische Hornisse

Die eingeschleppte Hornisse wurde zuletzt auch in Hamburg gefunden. Damit hat sie innerhalb Deutschlands einen großen Sprung gemacht und ihre rasante Ausbreitung in Europa fortgesetzt. Wie haben die Imker und Behörden auf die dortigen Funde reagiert? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Vespa velutina von anderen, ähnlich aussehenden Insekten unterscheiden können. Außerdem erfahren Sie in der Aprilausgabe, was die Nester der asiatischen Hornisse von anderen Wespennestern unterscheidet.

» Inhaltsverzeichnis der aktuellen Ausgabe

2. Der Zwischenableger

Wie führt man die Bienenvölker, wenn sie schwarmlustig werden? Reicht das Zellenbrechen alleine aus? Imkermeister Dirk Ahrens-Lagast beschreibt in seinem Beitrag, welche vorbeugenden Maßnahmen Sie gegen die Schwarmlust treffen können. Zudem erklärt er, wie man die Völker bei Schwarmlust per Zwischenableger führen kann, ohne dass diese merklich an Stärke einbüßen.

3. Imkerei in Chile

Johannes Kändler suchte nach dem Abitur das Abenteuer – und fand es in einer Berufsimkerei in Chile, im tiefen und einsamen Süden Lateinamerikas.

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