Wildbiene des Monats: Rainfarn-Maskenbiene

02. August 2021

Für August 2021 hat die Stiftung für Mensch und Umwelt die Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus) als Wildbiene des Monats gekürt. Wie erkennt man die Art, wo nistet sie – und: wie hilft man ihr?

Neun Millimeter groß, glänzend schwarz und mit wenigen weißen Zeichnungen bestückt: Wer der Rainfarn-Maskenbiene (Hylaeus nigritus) über den Weg läuft und sie als solche erkennt, hat Glück. Nicht immer sind die kleinen Maskenbienen gut zu entdecken; sie wirken eher unscheinbar.

Vorkommen: Die Rainfarn-Maskenbiene gilt als weit verbreitet. Sie ist in Teilen Nordafrikas und in den meisten europäischen Ländern beheimatet. Sie liebt Lebensräume wie Magerrasen, Weinberge, Steinbrüche sowie Sand-, Kies- und Lehmgruben. Gärten und Parkanlagen sind ihr Zuhause.

Ausgabe 10/2021

DBJ_10_2021

Top-Themen:

  • Tierwohl in der Imkerei
  • Melezitosehonig
  • Verdampfer statt Smoker?
  • Vertriebene Honigjäger

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Flugzeiten: Ihre Flugzeit beginnt in unseren Breiten mit der Hauptblüte Ende Mai und endet in den letzten Tagen im August. Rainfarn-Maskenbienen fliegen in einer Generation (univoltin).

Nistweise: Die Weibchen der Rainfarn-Maskenbiene baut ihre Nester oberirdisch in unterschiedlichen Nischen von Trockenmauern, rissigen Betonfassaden, in Gesteinsspalten oder in Ritzen von Abbruchkanten. Dort baut sie bis zu 20 dicht aneinander liegende Brutzellen. Diese kleidet sie mit einem seidigen Sekret aus, ähnlich dem Stoff, aus dem die Kokons von Schmetterlingsraupen bestehen. Die Nistzellen werden mit nektarreichem Futterbrei und je einem Ei bestückt. Abschließend verschließt sie die Zellen mit einem Sekretdeckel.

Lieblingsmahlzeit? Rainfarn!

Nahrung: Maskenbienen besitzen kurze, abgestumpfte Zungen. Sie sind deshalb auf frei zugängliche Blütenpflanzen angewiesen. Wie der deutsche Name der Bienenart vermuten lässt, ist der Rainfarn (Tanacetum vulgare) die Leibspeise der Rainfarn-Maskenbiene. Auch andere Korbblütler haben es ihr angetan. So sammelt sie Blütenpollen auch an Flockenblumen (Centaurea spec.), Färberkamille (Anthemis tinctoria), Margerite (Leucanthemum spec.) und Schafgarbe (Achillea spec.).

Sammelverhalten: Alle Maskenbienenarten in Europa sind nahezu unbehaart, was einen Anhaltspunkt für ihr Sammelverhalten gibt. Da sie weder eine Bauchbürste noch Pollenhöschen besitzen, um darin den Blütenstaub zu transportieren, müssen sie diesen auf andere Weise davontragen. Ihr Sammelverhalten überrascht und ist einzigartig in der Welt der Wildbienen. Maskenbienen nehmen den Pollen mit einem Borstenkamm der Unterkiefer auf, verschlucken ihn und transportieren ihn so im Kropf zum Nest. Dort angekommen, würgen sie Pollen und Nektar wieder aus, um daraus den Futtervorrat für die aus dem Ei geschlüpften Larven sicherzustellen.

Rainfarn-Maskenbiene - Verbreitung in Deutschland - Grafik_ Deutschland summt
Die Verbreitung der Rainfarn-Maskenbiene in Deutschland. Grafik: Deutschland summt/ Stiftung für Mensch und Umwelt

So hilft man der Rainfarn-Maskenbiene

Wer dieser und anderen Wildbienenarten in ihrem Bestand helfen möchte, kann bereits mit heimischen Blütenpflanzen und kleinen Steinhaufen große Wirkung erzielen. Früh- und spätblühende Korbblütler gehören in jeden Garten und auf jeden insektenfreundlichen Balkon. Ihr Nektar und Pollen sind für Maskenbienen und andere Insektenarten mit kurzem Rüssel gut erreichbar

Dominik Jentzsch / Stiftung für Mensch und Umwelt
Titelbild: Roland Günter

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