Steuerpauschale für Landwirte sinkt: Was Imker wissen sollten

13. Dezember 2021

Pauschalierende landwirtschaftliche Betriebe – und damit auch Imkereien – dürfen ab Januar 2022 nur noch 9,5 Prozent Umsatzsteuer ausweisen. Das steckt hinter der Neuregelung der Steuerpauschale und diese Imker sind davon betroffen.

Die meisten Imkerinnen und Imker können bei der Umsatzsteuer pauschalieren. Das gilt vor allem dann, wenn sie keine weiter verarbeiteten Produkte wie Honig-Gewürz-Mischungen verkaufen und auch nicht mit zugekauften Produkten handeln. Für den Verkauf an der Haustür hat diese Regelung kaum Auswirkungen. Verlangt ein Käufer jedoch die Ausweisung der Umsatzsteuer auf einer Rechnung – in der Regel sind dies Wiederverkäufer wie etwa Lebensmittelhändler – konnten pauschalierende Imker bisher 10,7 Prozent Umsatzsteuer auf den Nettopreis aufgeschlagen. Dieser Steuersatz sinkt zum Jahresbeginn 2022 auf 9,5 Prozent.

Jetzt das Bienen-Journal lesen

DBJ Ausgabe 12/2022

Aktuelle Ausgabe

Da Imkerinnen und Imker die pauschalierte Umsatzsteuer nicht an das Finanzamt abführen müssen und sie in der Preisverhandlung mit Wiederverkäufern in den meisten Fällen mit Bruttopreisen kalkulieren, wird die Neuregelung für die meisten Imkernden keine finanziellen Auswirkungen haben. Allein der Händler kann sich weniger Vorsteuer vom Fiskus zurückholen. Imker oder größere landwirtschaftliche Betriebe, die beim Verkauf an Händlern mit Nettopreisen kalkulieren, können hingegen mit realen Einbußen rechnen.

Neue Steuerpauschale für Landwirte: Das gilt, wenn Imker Rechnungen schreiben

Schätzungen zufolge führt die Neuregelung im kommenden Jahr zu einer steuerlichen Mehrbelastung für die betroffenen Betriebe von 80 Millionen Euro. Bis 2025 soll sich die steuerliche Mehrbelastung auf 365 Millionen Euro summieren. Laut Bundesregierung wäre ein Pauschalsatz von 10,7 Prozent ab kommendem Jahr jedoch zu hoch gewesen. Die Betriebe würden sonst Erstattungen erhalten, die über ihre Vorsteuerbelastung hinausgehen. Dies würde zu Steuerausfällen führen und eine unzulässige Beihilfe darstellen, die ein entsprechendes Verfahren der EU-Kommission auslösen könnte. Aufgrund der bisherigen Praxis sind bei der EU bereits ein Vertragsverletzungs-und ein Beihilfeverfahren gegen Deutschland anhängig. Die neue Regelung soll daher auch vermeiden, dass Gelder zurückgezahlt werden müssen.

Wichtig ist für alle Imker, dass sie darauf achten, ab 2022 den gültigen Steuersatz auf ihren Rechnungen auszuweisen. Der bislang geltende Satz von 10,7 Prozent wurde in Deutschland vor vielen Jahren recht willkürlich festgelegt. In Zukunft soll dieser Wert jährlich überprüft werden und nur anfangs bei 9,5 Prozent liegen.

Grundsätzlich gilt für Honigrechnungen: Imkereien, die eine Umsatzsteuerpauschalierung nutzen, können die Mehrwertsteuer in Höhe von 9,5 Prozent auf ihren Rechnungen ausweisen. Wenn sie nur Honig, Bienenwachs und andere eigene Imkereiprodukte verkaufen, gelten sie als „landwirtschaftliche Betriebe der Urproduktion“. Dann müssen Imker keine Umsatzsteuererklärung erstellen und damit auch keine Mehrwertsteuer abführen. Verkauft man Honig an Händler, sind diese erfreut über eine angegebene Umsatzsteuer. Sie können sie als Ausgabe beim Finanzamt geltend machen. Imker selbst preisen sie aber meist in den regulären Honigpreis ein. Denn verhandelt werden in der Regel Bruttopreise.

dbj

Abonnieren Sie unseren Newsletter!

Mit unserem Newsletter sind Sie immer auf dem aktuellen Stand.

Gratis Checkliste

In unserer Checkliste zum Herunterladen erfahren Sie, was aktuell zu beachten und tun ist, übersichtlich und strukturiert gefüllt mit Fachinformationen und -hintergründe.

Fachinformationen

Mit dem Bienen-Journal bleiben Sie immer auf dem neusten Stand. Auch Imker mit langjähriger Berufserfahrung kommen auf Ihre Kosten.

Grundlagen

Wichtig für uns ist es, neben den Fachinformationen, Grundlagen zu vermitteln, die für die Imkerei von essenzieller Bedeutung sind.

Abonnieren →