Eine aktuelle Umfrage im Auftrag des BUND zeigt, dass das Insektensterben deutlich sichtbar wird. Die Mehrheit der Befragten spricht sich für verbindliche Regelungen statt freiwilligen Programmen für den Insektenschutz aus.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist unzufrieden mit dem Einsatz der Bundesregierung für den Insektenschutz. Bisher seien mehr als bloße Versprechen auf dem Papier nicht umgesetzt worden – verbindliche Regelungen fehlen. Um zu erfahren, wie die Bevölkerung in Deutschland dazu steht, hat der BUND über 1.000 Menschen durch das Meinungsforschungsinstitut Emnid befragen lassen. Im Ergebnis zeigt sich, dass das Insektensterben für viele Menschen ein wichtiges Thema ist und das ungebremste Artensterben immer deutlicher wird. So haben, der Umfrage zufolge, bereits 72 Prozent der Menschen festgestellt, dass es in ihrer Region weniger Insekten gibt.

Kritisiert der BUND, dass es bisher keine gesetzlichen Vorgaben für den Insektenschutz gibt, so schließt sich eine große Mehrheit der Befragten der Forderung an, dass es verbindliche Regelungen geben muss, die die Insekten schützen. Das gaben 79 Prozent der Befragten an.

Finanzielle Mittel für Landwirtschaft mit verpflichtendem Insektenschutz

Ansatzpunkt ist das “Aktionsprogramm Insektenschutz” des Bundesumweltministeriums, das eindeutige Regelungen für den Insektenschutz enthält. Damit es in Kraft treten kann, bedarf es allerdings der Zustimmung des Bundeslandwirtschaftsministeriums. Bislang sind sich die beiden Ministerinnen, Svenja Schulze und Julia Klöckner aber noch nicht über das Maßnahmenpaket einig. Der Streitpunkt: Es sind wesentliche Änderungen in der Agrarpolitik nötig – sowohl, was Pestizidzulassungsverfahren angeht als auch in Bezug auf die Intensität der Landwirtschaft und die Förderung des Ökolandbaus.

Die Emnid-Umfrage zeigt jedoch, dass eine Mehrheit der Bevölkerung von 67 Prozent dafür ist, die Landwirtschaft zum Insektenschutz zu verpflichten. Dafür sollten die Landwirte aus Sicht der Befragten allerdings Unterstützung bekommen. So wollen ihnen 87 Prozent der Befragten neue finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.

Mehr über die Umfrage zum verpflichtenden Insektenschutz lesen Sie hier.

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