Nach der letzten Honigernte und dem Abfüllen des Honigs brauchen die Verlagsbienen Futter. Das Einfüttern mit Zuckersirup stand an.

Vor dem Einfüttern Honig abschleudern

Einen Tag nach unserer Honigernte schleuderten wir den Honig. Um uns den Arbeitsablauf zu optimieren, bauten wir uns eine kleine Schleuder-Straße auf und teilten die Arbeitsschritte auf: Aus den Zargen kamen die Honigwaben auf das Entdeckelungsgeschirr. Saskia entdeckelte die Waben und reichte sie dann an mich weiter. Vorsortiert nach dem geschätzten Gewicht, stellte ich die Waben dann in unsere Vier-Waben-Tangential-Schleuder mit Handbetrieb. Das Kurbeln übernahm dann auch ich. Die leeren Waben reichte ich an Saskia zurück, die diese dann zurück in die Zargen hängte.

Zum Glück waren unter den 18 zum Teil recht unterschiedlich dicken Honigwaben fast immer zwei ähnlich schwere Waben zu finden, sodass unsere Schleuder nicht durch die Unwucht durch den Honigraum hoppelte. Nur beim letzten Schleudergang mit nur zwei Waben, mussten wir unsere Schleuder doch ordentlich festhalten. Insgesamt liefen an dem Tag fast 30 kg Honig durch das Honigdoppelsieb in die Honigeimer.

Bienen durften Honigwaben ausschlecken

Mit Hilfe eines Honigglases, welches wir unter eines der Füße der Schleuder stellten, konnte der Rest des Honigs durch die Schräglage ablaufen. Das Entdeckelungsgeschirr haben wir auch erst einmal zum Abtropfen stehen lassen. Auch dem Honig lassen wir ein paar Tage im Eimer, damit sich Luft und kleinste Wachspartikel an der Oberfläche absetzen können, die wir dann als Schaum vor dem Abfüllen entfernen.

Die leeren Waben hingen wir den Bienen zurück in den Honigraum und engten die Fluglöcher nochmals weiter ein. So haben die Bienen es leichter bei Räuberstimmung ihre Wohnung zu verteidigen. Bis zum nächsten Morgen sollten die Honigwaben ausgeschleckt sein, dann können wir eine erste kleine Portion einfüttern.

Einfüttern: Die Verlagsbienen bekommen Flüssigfutter

Einfüttern mit Flüssigfutter
Wir arbeiten am liebsten mit dem Futtersirup im 16-kg-Karton. Der lässt sich gut heben und durch den schmalen Auslauf verkleckert fast nichts.

Nachdem die Massentrachten hier in Berlin nun verblüht sind und wir den Bienen bei der Honigernte vor zwei Tagen ihre Wintervorräte genommen hatten, war es Zeit, ihnen eine erste Portion an Zuckersirup zu geben, damit sie diesen als Wintervorrat einlagern können.

Auch diesmal verzichteten wir wieder auf Publikum oder Fotos, da wir nicht wussten, wie übel uns die Bienen unsere erneute Störung nehmen würden. Die Futtertröge für unsere fünf Völker und zwei 16-Liter-Kanister Zuckersirup wuchteten wir dieses Mal durch das Treppenhaus vom vierten in den fünften Stock aufs Dach.

Fünf Kilo Futter und Waben dazu

Im Schnitt erhielten die Völker zunächst zwischen drei und fünf Kilogramm Futter sowie einige Futterwaben, die noch übrig waren und jetzt gute Verwendung fanden. Die beiden Honigräume mit den säuberlich ausgeleckten Honigwaben nahmen wir mit und lagerten sie in unserem Honigraum ein.

Die beiden Honigräume mit den säuberlich ausgeleckten Honigwaben nahmen wir mit und lagerten sie in unserem Honigraum ein.

Verlagshonig abfüllen

Fünf Tage nach dem wir den Honig aus den Waben geschleudert hatten, ging es nun an das Abfüllen. Leider fand dies ohne mich statt, da ich zu diesem Zeitpunkt gerade Urlaub hatte. Zum Glück bekam Saskia aber Hilfe von Gesine aus der Redaktion.

Rund 55 Gläser à 500 g haben die beiden an diesem Tag abgefüllt. In den 18 Waben der Honigernte vom 31. Juli 2019 befanden sich also rund 27,5 kg Honig. Zusammen mit der Honigernte vom 20. Juni 2019 (28 Gläser bzw. 14 kg Honig) hatten wir dieses Jahr von unseren zwei Wirtschaftsvölkern eine Honigernte von insgesamt 41,5 kg. Das ist nicht aufregend viel aber ganz akzeptabel.

Honig für die Kollegen

Zum Vergleich: eine Umfrage zu den Erntemengen im Sommer 2018 ergab eine Erntemenge von im Schnitt 16,3 Kilogramm pro Volk – allerdings mit großen regionalen Unterschieden.

Wie üblich wurde der Verlagsbienenhonig unter den Angestellten im Berliner Verlagshaus verkauft – und wie üblich war dieser auch schnell vergriffen. Aber im nächsten Jahr gibt es ja wieder neuen Honig.

Bzzz zum nächsten Mal.

Franziska Weber