Honigernte trotz Unwetterwarnung

07. September 2019 18 views

Nachdem unsere Bienen eine ganze Weile ihre Ruhe vor uns hatten, stand am 31. Juli 2019 die zweite und letzte Honigernte für dieses Jahr an. Da unsere erste Honigernte bescheiden ausgefallen war, hofften wir dieses Mal auf reichere Beute.

Mit zwei Leerzargen für die reifen Honigwaben machten wir uns also auf den Weg zu unseren Verlagsbienen. Wir rechneten mit großer Gegenwehr. Die letzten Vorräte eines Sommers lassen sich Bienen oft nur unter großem Protest nehmen. Sie wissen ja nicht, dass wir ihnen später Futter als Wintervorrat geben werden. Zusätzlich war auch noch ein Unwetter angekündigt für den Abend, das macht Bienen generell ein wenig wuschig. Leider ließ sich die Ernte nicht mehr weiter aufschieben.

Die Honigernte fand ohne Publikum statt

Entdeckelungswachs
Unser Entdeckelungswachs mit Honigresten: Daraus wollen wir später Bärenfang machen.

Da wir nicht wussten, wie unleidlich die Bienen durch unseren Überfall werden, hatten wir es diesmal vermieden Besucher mit an die Völker zu nehmen. Es blieb auch keine Zeit für Fotos. Wir wollten schnell und effizient arbeiten, um die Bienen nicht unnötig aufzuregen.

Bevor wir mit der eigentlichen Honigernte begannen, warfen wir noch einen Blick in unseren Ableger, der künftig dann Volk D heißen würde. Da er sich außerordentlich gut entwickelte, hatte er von uns ja schon einen Honigraum aufgesetzt bekommen, den er schnell angenommen hatte. Leider war von der anfänglichen Bau-Euphorie nicht mehr viel zu spüren: Die Rähmchen waren kaum weiter ausgebaut worden. Wir beschlossen also, die Zarge mit den unbenutzten Mittelwänden und Rähmchen wieder zu entfernen.

Reiche Beute bei der Honigernte

Jetzt konnte die eigentliche Honigernte beginnen. Den Anfang machte Volk C, das Volk mit den zwei Bruträumen. Allein hier konnten wir neun Waben entnehmen, darunter ein paar echt „schwere Klopper“. Da es an der Beute von Volk C kein Flugbrett gibt, lehnten wir den Metalldeckel der Beute als Aufstiegshilfe vor das Flugloch. So purzelten unsere Bienen nach dem Abfegen nicht in das Gras in dem schon Wespen lauerten und fanden schnell ihren Weg zurück in den Stock.

Honiggläser
Insgesamt haben wir über 40 Kilogramm Honig geerntet, die für genau 55 Gläser á 500g gereicht haben.

Trotz der „Räuberei“ durch uns Imker und der Unwetterwarnung waren unsere Immen unglaublich friedlich. Selbst die Bienen in unserem sonst so aufbrausendem Volk A auf der Stockwaage waren so sanft und friedlich trotz der späten Honigernte und Unwetterwarnung, dass wir davon ausgehen, dass eine neue Königin wieder für mehr Gelassenheit im Volk gesorgt hat. Erst bei der letzten Honigwabe hat den Bienen unsere Gier dann doch gereicht. Mit Gebrumm und Kopfnüssen wurden wir daran erinnert, dass wir nun doch genug Honig hätten.

Also packten wir zusammen und zogen mit der Honigernte von dannen.

Bzzz zum nächsten Mal.

Franziska Weber



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