Rezept für milchsaures Bienenfutter

29. Juli 2021

Im Spätsommer und Herbst ist die Zeit zum Auffüttern. Wirtschaftsvölker bekommen nach Bedarf etwa 20 Liter, Jungvölker circa 15 Liter Futter. Franz Hölzel, der eine wesensgemäße Imkerei in Lauenau-Feggendorf (Niedersachsen) betreibt, verwendet ein milchsaures Bienenfutter, dessen Rezept er vorstellt.

Das Rezept von Andreas Schulz habe ich aus dem Buch Bienengemäß imkern von Günter Friedmann übernommen und variiere lediglich die zugefügte Honigmenge. Statt einem nehme ich zehn Prozent eigenen Honig. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass dieses Futter sehr viel besser ab- und angenommen wird als industriell hergestelltes Futter. Es schmeckt fast wie Honig, vor allem im darauffolgenden Frühjahr, wenn es in den Waben „gereift“ ist.

Ausgabe 10/2021

DBJ_10_2021

Top-Themen:

  • Tierwohl in der Imkerei
  • Melezitosehonig
  • Verdampfer statt Smoker?
  • Vertriebene Honigjäger

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Rezept für milchsaures Bienenfutter

Zutaten für etwa 115 Liter Futter

  • je 90 Gramm getrocknete Lavendel-, Rosmarin-, Löwenzahn- und Kamillenblüten
  • 90 Gramm Ackerschachtelhalm
  • 45 Liter Wasser
  • 60 Kilogramm Biozucker
  • 12 Kilogramm eigenen Blütenhonig
  • 500 Milliliter Brottrunk
  • je 50 Milliliter Thymian-, Lavendel- und Rosmarinöl
  • 1 Prise Salz

Zubereitung

  1. Den Kräutertee und den Sud aus Ackerschachtelhalm bereitet man am besten schon am Vortag zu. Dazu die getrockneten Lavendel-, Rosmarin-, Löwenzahn- und Kamillenblüten mit vier Litern kochendem Wasser übergießen und ziehen lassen.
  2. Den Ackerschachtelhalm in einem Topf mit einem Liter kaltem Wasser ansetzen, erhitzen und 30 Minuten kochen lassen, dann abseihen und abkühlen lassen.
  3. Am nächsten Tag den kalten Kräutertee durch ein Passiertuch abseihen und gut ausdrücken. Für die Futterlösung den Zucker in 40 Liter lauwarmes Wasser einrühren, bis er sich vollständig aufgelöst hat. Den Blütenhonig und den Brottrunk zusammen mit dem Kräutertee und dem Sud aus Ackerschachtelhalm zur Futterlösung geben und gut durchmischen, sodass Luft eingearbeitet wird. Das Untermischen von Luft ist wichtig, damit die Gärung in Gang kommt, dies macht die Futterlösung haltbar.
  4. Sobald die Gärung einsetzt, bildet sich auf der Oberfläche weißer Schaum. Dazu – je nach Raumtemperatur – etwa vier Wochen lang die Mischung einmal täglich durchrühren. Sobald sich kein Schaum mehr bildet, ist die Gärung abgeschlossen. Dann die ätherischen Öle und das Salz zugeben – fertig! Die Lösung ist mindestens ein Jahr haltbar.

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