Wie funktioniert die Bienenflucht?

10. Juli 2021

Voraussetzung für die Honigernte sind bienenfreie Honigräume bzw. -waben. Die Bienenflucht ist ein praktisches Tool, um genau das zu erreichen. Wie funktioniert sie?

Um die Honigräume bienenfrei zu bekommen, haben Imkerinnen und Imker generell zwei Möglichkeiten: Entweder sie fegen die Waben einzeln ab oder sie setzen eine Bienenflucht ein. Die für Laien merkwürdig anmutenden Plastik-Einsätze („Ist das eine Vogeltränke? Ein Frisbee?“) bewirken, dass die Bienen innerhalb von 24 Stunden den Honigraum verlassen und dieser im Ganzen nahezu bienenfrei entnommen werden kann.

Ausgabe 10/2021

DBJ_10_2021

Top-Themen:

  • Tierwohl in der Imkerei
  • Melezitosehonig
  • Verdampfer statt Smoker?
  • Vertriebene Honigjäger

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Bienenflucht: Ein seltsames Labyrinth?

Aber warum können die Bienen die Flucht nur in eine Richtung passieren? Verbirgt sich im Inneren der sternen-, rauten- oder kreisförmigen Gebilde ein Labyrinth, dass es den Bienen unmöglich macht, den Weg zurückzufinden? Die Antwort ist viel simpler: Der Trick liegt in der spitz zulaufenden Form der Gänge. Sie sind anfangs breit und werden zum Ende hin immer enger. Das macht es für die Bienen leicht, hineinzulaufen, erschwert ihnen aber den Rückweg, für den sie sich durch eine enge Öffnung quetschen müssten.

Diesen Mechanismus machten sich schon Imker Ende des 19. Jahrhunderts zunutze. Damals bestanden die Fluchten aus Metall, funktionierten aber nach dem gleichen Prinzip. Bei der Porter-Bienenflucht aus dem Jahr 1891 kamen zum Beispiel dünne Metallfedern zum Einsatz, die die Bienen beim Passieren etwas auseinanderdrückten. Diese mussten vor jedem Einsatz noch passgenau eingestellt werden. War die Öffnung zu eng, verstopfte sie schnell, war sie zu weit, konnten die Bienen zurück gelangen. Manche Imker bohrten zusätzlich ein paar kleine Löcher in den metallenen Fluchtaufsatz, damit der Stockgeruch besser hindurchdringen konnte. Heute sind die modernen Bienenfluchten aus Plastik von vornherein mit vielen kleinen Ventilationslöchern versehen und in allen möglichen Formen (Stern, Raute, Kreis) erhältlich.

Bienenflucht als Einbahnstraße

Richtig eingesetzt werden sie zur sicheren Einbahnstraße zwischen Brut- und Honigraum. Letzteren verlassen die Bienen etwa 24 Stunden nach Einsatz der Flucht relativ zuverlässig. Entweder, weil sie zum Sammeln ausfliegen wollen, den Kontakt zum Restvolk beziehungsweise der Königin suchen, oder schlicht irgendwann auf Toilette müssen.

Wie man die Bienenflucht erfolgreich einsetzt, zeigt Dr. Pia Aumeier in unserem neuesten Video der Reihe „Imkern mit Pia“:

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