Verlagsbienen: Der fremde Schwarm

06. Juli 2020

Ein aufgeregter Anruf, ein Schwarm und die Feststellung, dass dieser nicht vom Verlagsdach kommt: Bei den Verlagsbienen war viel los. Doch unsere wöchentliche Kontrolle sorgte für Entwarnung.

Am Freitag, den 19. Juni 2020, stellten wir bei unserer wöchentlichen Kontrolle erfreut fest: Wir waren es nicht!

Bienenschwarm per Anruf: Was war geschehen?

Die ganze Geschichte begann schon vier Tage zuvor. Am Montagnachmittag kontaktierte mich unsere Redaktionsassistentin Gesine Beuge im Homeoffice. Sie hatte gerade einen aufgeregten Anruf des Umweltbundesamts bekommen. Die Bewohner eines Hauses in der Wilhelmsaue, gegenüber unseres Verlagsgebäudes, hätten einen Bienenschwarm gefunden, der an einem Straßenpoller vor einem Hauseingang hing.

Ausgabe 06/2021

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Klar, dass das Bienenjournal und die Verlagsbienen die ersten Verdächtigen waren. Wir waren uns hingegen recht sicher, dass da nicht unsere Völker den Abflug gemacht hatten. Drei Tage zuvor hatten wir doch noch die Schwarmkontrolle gemacht. Außerdem kam es uns seltsam vor, dass sich die Bienen vom begrünten Dach des Verlages fünf Stockwerke in die Tiefe an einen Straßenpoller versammelten, statt, wie sonst auch, in den umliegenden Büschen auf dem Dach oder den hohen Linden, die überall um das Gebäude stehen.

Wir versprachen dennoch gleich nach dem Rechten zu sehen. Saskia traf noch vor mir im Verlag ein. Sie war wegen einer Telefonkonferenz schon auf dem Weg, als ich sie anrief.

Wirklich ein Verlagsbienen Schwarm?

Was sie aber bei ihrer Ankunft vorfand, war nur noch eine hohle Hand voll Bienen, die auf der Spitze des Pollers herumkrochen. Offensichtlich war der Schwarm bereits weitergezogen. Als ich etwa zwanzig Minuten später auch vor besagtem Poller stand und mir die Bienen anschaute, berichteten mir Passanten, dass es vor zwei Tagen deutlich mehr Bienen waren. „Da ging die Traube den ganzen Poller runter.“

Aber von wo kamen die Bienen? In unserer Nachbarschaft gibt es schließlich noch mehr Imker. Zum Beispiel hält auch die Peter-A. Silbermann-Schule, ein staatliches Abendgymnasium auf dem Gelände des Friedrich-Ebert-Gymnasiums ein paar Bienenvölker. Das Grundstück befindet sich nur wenige Meter die Straße runter. Waren ihnen etwa die Bienen entfleucht? Über das Schulsekretariat informierten wir zur Sicherheit die zuständige Bienen AG.

Verlagsbienen
Ein Mini-Bienenschwarm auf einem Straßenpoller. Foto: Saskia Schneider

Verlagsbienen: Honigernte steht an

Da der Schwarm sowieso schon weitergezogen und wir an diesem Montag nichts mehr ausrichten konnten, entschlossen wir, am Freitag – unserem regulären Termin für die Völkerdurchsicht – nach dem Rechten zu schauen. Für einen Schwarm kamen eigentlich nur unsere beiden stärksten Völker, Volk E (Dadant) und das Volk daneben (Volk D), in Frage. Zu unserer Erleichterung fanden wir in keinem der Völker aufgebissene Weiselzellen. Zudem fanden wir in beiden viele junge Larven. Wäre die Königin mit der Hälfte des Volkes vor ein paar Tage ausgezogen, hätten die jüngsten Maden im Volk mindestens fünf bis sechs Tage alt sein müssen. Keines unserer Völker war also geschwärmt, was wir natürlich gleich den Kollegen mitteilen mussten: „Wir waren’s nicht!“

Von wo auch immer der gemeldete Schwarm letztendlich kam, wir hoffen er hat ein gutes neues Zuhause gefunden.

Jetzt steht als nächstes unsere Honigernte an.

Bzzz zum nächsten Mal!

Franziska Weber

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