Zu kalt im Frühling: Blüten ohne Nektar?

07. Mai 2021

Der Frühling 2021 ist verhältnismäßig kalt. Die Bienen fliegen an einigen, aber nicht an allen Tagen. Sie brüten und verbrauchen Futter. Blüten und vor allem Nektar sind aber noch rar. Aber kann es denn sein, dass es Blüten ohne Nektar gibt?

Wie viel Nektar Blüten von Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen wirklich bieten, hängt von vielen verschiedenen Bedingungen ab – eine davon ist die Temperatur, also die Wärme durch die Frühjahrssonne. Doch die lässt bislang noch auf sich warten. Nur an einzelnen Tagen zeigt sie sich reichlich. Doch sie hält noch nicht durch. Im April und jetzt auch noch Anfang Mai ist es noch vergleichsweise kalt. Die Folge: Die Bienen hungern, denn eine reichliche Blütenpracht – etwa an Apfelbäumen und beim Raps – fehlt noch genauso wie das warme Wetter.

Blüten ohne Nektar, weil es zu kalt war?

Ausgabe 11/2021

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Aber was ist mit den Blüten, die man schon entdecken konnte – mit Kornelkirsche, mit Wildkirschen und den Weiden? Hatten die dann auch keinen Nektar, weil es zu kalt war?

„Ja, die Temperatur beeinflusst die Nektarsekretion“, sagt dazu Dr. Ingrid Illies vom Institut für Bienenkunde und Imkerei an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG). Allerdings sei dies je nach Pflanzenart unterschiedlich. Für Raps nennt sie eine Mindesttemperatur von 15 Grad Celsius. Optimal sind im Schnitt zwischen 15 und 30 Grad Celsius. Doch gerade die sogenannten Frühblüher sind Kälte und auch Frost gewohnt und haben auch dann Nektar, wenn es kälter ist als 15 Grad Celsius. „Zum Beispiel Salweiden und Krokos sezernieren auch bei niedrigeren Temperaturen“, erklärt die Expertin.

Die Temperaturen sind also noch nicht das große Problem – die Aussichten versprechen ja auch Änderungen in den nächsten Tagen. Problematischer wäre es, wenn es dazu noch genauso trocken wäre wie in den vergangenen Jahren. Aber das ist es nicht – zumindest nicht in der Region Franken, aus der Ingrid Illies berichtet. „Wir hatten in den letzten Jahren sehr trockene Jahre und in diesem Jahr deutlich mehr Bodenfeuchte als den Vorjahren“, sagt sie. Grundsätzlich benötigen viele Trachtpflanzen eine gute Bodenfeuchte, dies beeinflusst den Nektarfluss.

Späte Frühtracht erwartet

So erwartet die Bieneninstitutsmitarbeiterin nicht, dass es 2021 keine Frühtracht gibt. Stattdessen ist allen eben nur sehr spät dran. „Wenn es bald wärmer wird, kann es noch zu einer guten Frühtrachternte kommen. Aber Vorhersagen zu Honigernte sind ähnlich schwierig wie Wettervorhersagen“, sagt sie und weist darauf hin, dass in diesen noch eher kalten Tagen die Bienen viel Futter für die Eigenversorgung verbrauchen. Dies sollte man kontrollieren. Dennoch lagern sie auch schon einige Vorräte im Honigraum ein. Es geht also los und sobald es reichlich summt und brummt in den Blüten, können sich Imker sicher sein, dass die Bienen Nahrung finden.

Welche Faktoren noch wichtig sind für die Nektarproduktion können Sie hier nachlesen.>>>

jtw

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