Monatsbetrachtung 2020: Stefan Bormann

06. Januar 2020

Die Monatsbetrachtung 2020 schreibt Stefan Bormann für Sie. In diesem Beitrag stellt er sich den Lesern des Deutschen Bienen-Journals vor.

Liebe Imkerinnen, liebe Imker,

ich bin in einer Zeit zur Imkerei gekommen, als die Imkerzahlen immer weiter nach unten gingen und die Imkervereine noch vergeblich neuen Mitgliedern hinterherliefen. Das war im Jahre 2005. Zum Glück konnte inzwischen eine Kehrtwende eingeleitet werden, und viele neue Imker konnten für dieses schöne Hobby geworben werden. Beruflich arbeite ich als Techniker in der Schienenfahrzeugbranche, bin dadurch auch deutschlandweit viel unterwegs. Für das Deutsche Bienen-Journal schreibe ich 2020 die Monatsbetrachtungen.

Stefan Bormann: Aktiv in der Neuimker-Ausbildung

Beheimatet bin ich im landschaftlich sehr schönen Harz. Dem Wernigeröder Imkerverein e. V. diene ich als zweiter Vorsitzender und Zuchtobmann. Darüber hinaus organisiere ich die Neuimker-Lehrgänge, die unser Verein seit 2016 jährlich anbietet und die sehr stark nachgefragt werden. So konnten wir in den letzten Jahren fast 100 neue Imker ausbilden, und etwa die Hälfte kümmert sich nunmehr um eigene Bienenvölker.

Neben der Betreuung meiner 20 Völker beschäftige ich mich mit der Königinnen-Reinzucht. Dabei unterstützen wir uns in der Zuchtgruppe Harz gegenseitig. Ich habe mich der Carnica-Sklenar-Biene verschrieben und dadurch schon unzählige besonders leistungsstarke und sanftmütige Völker aufbauen können. Hierzu bin ich zusätzlich im internationalen Sklenarzüchter-Bund organisiert. Meine Bienen stehen auf zwei Standorten verteilt direkt am Waldrand. Ich imkere mit dem Dadant-US-System, das ich nach Anfängen mit Kuntzsch-Breit und später Deutsch Normalmaß aufgrund der optimierten Betriebsweisen für mich entdeckt habe.

Monatsbetrachtung 2020: Von der Hinterbehandlungsbeute zum Dadant-Magazin

Ausgabe 4/2020

DBJ April 2020 Titelbild

Top-Themen:

  • die asiatische Hornisse
  • der Zwischenableger
  • Imkerei in Chile

> zum Inhalt

Einstmals begann ich mit zwei Völkern in der Hinterbehandlungsbeute mit jeweils 14 Rähmchen in Brut- und Honigraum. Schön war, als Anfänger jederzeit über das Rückfenster Einblick ins Volk haben zu können. Schnell zeigten sich aber Nachteile dieses Systems. So sind die Beuten für unsere heutige Biene zu klein, und der Bearbeitungsaufwand ist ungleich größer als bei modernen Magazinbeuten.

Bei meinen jetzigen Dadantbeuten schätze ich die einfache Bearbeitung und den angepassten Brutraum. So kommt, zusammen mit schwarmträgen Königinnen, fast kein Schwarmtrieb mehr auf. Ich werde in den folgenden Monatsbetrachtungen speziell auf die Betriebsweise eingehen. Ich verwende ausschließlich Holzbeuten, das finde ich ökologischer.

Trachtquellen: Honigtau, Waldkräuter und Waldbeeren

Die heimatliche Trachtsituation sieht hier im Harz/Harzvorland sehr gut aus. Das begründet sich vor allen durch die vielen Naturwiesen und durch unsere Mischwälder. Gerade hier ergibt sich durch Honigtau, Waldkräuter und Waldbeeren eine relativ konstante, wertvolle Trachtquelle. Insbesondere sind als Massentrachten Waldhimbeere und Waldbrombeere zu nennen. Dazu kommen im Frühjahr die zahlreichen Obstblüten und als Sommertracht die fast regelmäßige Lindenblüte. Mit etwas Glück erreichen meine Bienen im Frühjahr auch noch das eine oder andere Rapsfeld. Ich wandere nicht mehr – es ist mir momentan zu aufwendig, und die Trachtverhältnisse an meinen Ständen reichen völlig aus.

Stefan Bormann



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