Tipps zum Schwarmfang

10. Mai 2021

Wenn Bienen schwärmen, ist das ein großes Spektakel. Erst schwirren Tausende kleine Körper summend durch die Luft, dann sammeln sie sich zur dicken Traube. Nicht immer hängt diese in erreichbarer Höhe. Diese Tipps helfen Ihnen, beim Schwarmfang erfolgreich zu sein.

Tipps zum Schwarmfang: 1. Warten Sie nicht zu lange mit dem Fang

Zwischen 10 und 15 Uhr, bei Sonnenschein oder auch in Regenpausen, liegt die Hauptzeit für Schwärme. Normalerweise sind Bienen, die in der Schwarmtraube hängen, sehr friedlich, denn es gibt für sie keine Vorräte oder Brut zu verteidigen. Meist bleiben sie eine Nacht auf einem Ast oder in einem Strauch hängen und ernähren sich aus ihrer Honigblase, bevor sie in ein neues Heim ziehen. Sind die Vorräte in ihrer Honigblase aufgebraucht, werden die Bienen hungrig und ungemütlich. Daher sollten Sie den Schwarm möglichst bald einfangen, um das Stichrisiko so gering wie möglich zu halten.

Tipps zum Schwarmfang: 2. Bienen mit Wasser benetzen

Wasser braucht man, um die Bienen flugunfähig zu machen.  Dafür besprüht man die Traube mit einer Sprühflasche. So können die Bienen nicht auffliegen, wenn man die Traube in das Fangbehältnis schlägt oder die Bienen hinein fegt, und der Schwarmfang läuft etwas ruhiger ab.

Tipps Schwarmfang - Bienen mit Wasser besprühen
Vor dem Fang benetzt man die Bienen in der Traube mit Wasser, so fliegen sie nicht so schnell auf. Foto: Henrike Lüderitz

Tipps zum Schwarmfang: 3. Schwarm mit Brutwabe locken

Hängen die Bienen an einem gut erreichbaren Ast im Baum oder Busch, lässt ich die Schwarmtraube einfach in ein Fangbehältnis schlagen. Sitzen die Bienen im dichten Buschwerk, kann man versuchen, den Schwarm auf eine Brutwabe zu locken. Diese hängt man am besten direkt in die Bienenmasse, oder in unmittelbare Nähe. Der Schwarm zieht auf die Wabe und verlässt dann die Brut nicht mehr. Mit der Wabe kann man ihn dann schrittweise aus der Hecke ziehen.

Ausgabe 10/2021

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Tipps zum Schwarmfang: 4. Absperrgitter benutzen

Beim Einfangen des Schwarms ist es wichtig, die Königin mitzufangen, sonst ziehen die Bienen gleich wieder aus. Um sicher zu gehen, dass das Staatsoberhaupt im Fangbehältnis gelandet ist, kann man dieses zunächst offenlassen und ein Absperrgitter auflegen. Nach etwa 20 Minuten zeigt sich das Ergebnis: Sitzen noch viele Bienen im Kasten und sterzeln auf dem Absperrgitter, spricht das für königliche Präsenz. Die Bienen verströmen mit angehobenem Hinterleib eine Duftfahne aus den Sterzeldrüsen, um ihren noch herumirrenden Schwestern den Weg zu weisen. Ist der Fangbehälter leer, wurde die Königin nicht mitgefangen und man startet einen neuen Versuch.

Tipps zum Schwarmfang: 5. Vorbereitet sein

Auch wenn Sie versuchen, das Schwärmen ihrer Völker zu verhindern, kann es gerade am Anfang noch häufiger passieren, dass man Fehler macht und das eine oder andere Volk auf die Suche nach einem neuen Heim geht. Oder vielleicht sind es gar nicht die eigenen Bienen, sondern ein fremder Schwarm, der sich zum Fang anbietet. Dann ist es gut, wenn schon Material für den Neuzugang bereitsteht. Stellen Sie dafür am besten schon mal eine Zarge mit Boden und Deckel sowie ein paar Rähmchen mit Mittelwänden beiseite. So ist für den Fall der Fälle vorgesorgt. Fällt kein Schwarm, kann das Material auch prima für Ableger genutzt werden.

Tipps 6 Schwarmfang: 6. Sicherheit geht vor

Beim Schwarmfang passieren viele Unfälle. Vor allem durch Einsatz von ungeeigneten Mitteln oder aus Selbstüberschätzung. Achten Sie bei der Fangaktion daher sowohl auf Ihre eigene Sicherheit wie auch auf eine schonende Behandlung der Bienen. Lassen Sie Schwärme, die an einer unzugänglichen Stelle sitzen, lieber weiterziehen und vermeiden Sie waghalsige Aktionen wie Kletterübungen im Geäst oder auf Dächern und Balkonen. Auch wenn es die eigenen Bienen sind. Meist zeigt sich im Laufe der Jahre, dass man ebenso viele herrenlose Schwärme fängt, wie einem selbst verloren gehen.

Saskia Schneider

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